CD-Review: Wolves In The Throne Room - Primordial Arcana

Besetzung

Aaron Weaver - Schlagzeug, Percussion, Keyboards, Hintergrundgesang
Nathan Weaver - Gesang, Gitarre
Kody Keyworth - Gitarre, Hintergrundgesang

Tracklist

1. Mountain Magick
2. Spirit Of Lightning
3. Through Eternal Fields
4. Primal Chasm (Gift Of Fire)
5. Underworld Aurora
6. Masters Of Rain And Storm
7. Eostre


Vier Jahre nach dem eher durchwachsenen „Thrice Woven“ (2017) meldet sich das Trio rund um die Weaver-Brüder Aaron und Nathan sowie Kody Keyworth mit einem neuen Album zurück, dem nunmehr siebten Album von WOLVES IN THE THRONE ROOM. Aber nicht nur das, „Primordial Arcana“ stellt auch eine Premiere dar, denn es ist das erste komplett eigenständige Werk der Band: Das Trio übernahm hierfür nämlich nicht nur die Kompositionen und deren Performance, sondern auch die Aufnahme, Produktion und Abmischung der sieben Songs, alles in den bandeigenen Owl Lodge Studios in den Wäldern von Washington.

Das thematische Konzept hinter „Primordial Arcana“ wird beeindruckend schön im Albumcover gespiegelt, wobei beides, sowohl der Albumname als auch dessen Artwork, viel Raum für Interpretationen lassen. Was verbirgt sich hinter diesem ursprünglichen, archetypischen Arkana, dieser nicht greifbaren Mystik vergangener Tage? Welches archaische Geheimnis umgibt die naturverbundenen Vorderältesten? WOLVES IN THE THRONE ROOM beantworten diese Fragen nicht, geben sich dieser spirituellen Gedankenwelt aber vollends auf „Primordial Arcana“ hin.

Die Produktion von „Primordial Arcana“ fällt sauber, aber eher schwach aus. Dadurch sind die einzelnen Tonspuren zwar klar herauszuhören, seien es die filigranen sinfonischen Einschübe im Mittelteil von „Spirit Of Lightning“ oder die melodische Akustikgitarre in „Masters Of Rain And Storm“, aber es fehlt an Druck, an einem kraftvollen Klang. Besonders das Schlagzeug klingt etwas dumpf, was das Percussion-Zwischenspiel im stimmungsvollen „Through Eternal Fields“ zwar weniger atmosphärisch werden lässt als erhofft, sich in den Blastbeat-Passagen des harschesten Tracks der Platte, „Primal Chasm (Gift Of Fire)“, aber stimmig in den Song einfügt. Konträr gegenüber stehen sich außerdem die Intros und Outros der Songs sowie die Minuten dazwischen: Während der Hauptteil größtenteils einer typischen, aber dennoch unterhaltsamen, da abwechslungsreichen Riff-trifft-auf-Growls-und-Doublebass-Struktur gleicht, werden die Songs zuvor kreativ, teils verträumt und atmosphärisch von WOLVES IN THE THRONE ROOM eröffnet und ebenso wirkungsvoll geschlossen („Through Eternal Fields“); allerdings hätte sich auch hier an manchen Stellen etwas mehr Geduld, sprich mehr Raum zur Entfaltung der einzelnen Motive, bezahlt gemacht – beispielsweise endet die Twin-Guitar-Action in „Mountain Magick“, bevor man sich selber sagen kann, dass sie gigantisch ist.

WOLVES IN THE THRONE ROOM gelingt es lediglich bei „Underworld Aurora“, sieben Minuten lang die erhabene und mitreißende Atmosphäre von Beginn bis Ende zu halten; die Übergänge sind harmonisch und weniger brachial als in den restlichen Songs, das detailverliebte Zusammenspiel der einzelnen Tonspuren wächst stetig an und verleiht „Underworld Aurora“ ein Charisma, welches die anderen Tracks nicht in diesem Maße halten können. Gleiches gilt für den letzten, instrumentalen Track „Eostre“, der „Primordial Arcana“ so viel Authentizität verleiht, wie man es sich auf der gesamten Albumlänge gewünscht hätte.

Mit ihrem siebten Album machen WOLVES IN THE THRONE ROOM eindeutig mehr richtig als auf „Thrice Woven“. Die Amerikaner punkten dabei nicht nur mit der guten atmosphärischen Untermalung von „Primordial Arcana“, sondern auch mit ihren Riffs, die glücklicherweise weitaus spannender und markanter sind als sie es zuletzt auf „Thrice Woven“ waren. Nun muss es dem Trio nur noch gelingen, ihre brachiale und treibende Härte gleichmäßiger mit ihren Atmosphäre-Anteilen zu verbinden.

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Bewertung: 7.5 / 10

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