Gimmick-Bands wie Ghost, Powerwolf, Sleep Token, Wind Rose, Gloryhammer, Kanonenfieber & Co. stehen wie wohl kaum etwas anderes für die Social-Media-Verwertung unserer Subkultur. Zeit, sich dem Phänomen, das wir schon oft am Rande gestreift haben, mit einem Deep Dive zu widmen, inspiriert von der “Kostümfieber”-Kolumne unseres Metal1.info-Kollegen Moritz. Wir versuchen nicht zu lästern – versprochen!
Was meinen wir eigentlich, wenn wir von einer Band mit Gimmick sprechen? Was ist der Unterschied zu Image, Konzept und Markenzeichen? Ist das alles nur Marketing und Content für Social Media? Oder liegen die Wurzeln des Trends viel tiefer?
Auf der Suche nach den Ursprüngen des Gimmick-Wahn holt Martina ihr 90er-Jahre-Wrestling-Halbwissen heraus und buddelt sich ins Rabbit Hole der Novelty Songs, während Justus der KISS-Story frönt und das Goldene Zeitalter der Gimmicks im Eurodance verortet.
Nutzt sich ein starres Konzept nicht irgendwann ab? In welchen Fällen hat die Musik auch ohne das Gimmick Bestand? Was ist mit plakativen Ästhetiken – ist Corpsepaint auch ein Gimmick? Wir sprechen nicht nur über die Bands auf den großen Bühnen, sondern diskutieren auch Acts wie Perchta, Castle Rat, Cult of Fire, Witch Club Satan oder Antrisch.
Und dann geht es noch um die Scorpions-Pyramide, binomische Formeln, Landsknecht-Metal, die Pipeline von GWAR über Lordi zu Heavysaurus und die Frage, ob Iron Maiden, wenn sie sich heute gründen würden, nicht auch als gimmicky bezeichnet würden. Außerdem verraten wir, welche Gimmick-Bands wir persönlich eigentlich gar nicht so doof finden.
Shownotes
„Gorgeous George“ erster Wrestler mit Gimmick
Okilly Dokilly mit Ned Flanders Metal
Novelty Song “Hitler has only got one Ball”
Napoleon XIV “They’re coming to take me away (Ha-haa)”
Castle Rat live mit Kettenhemd-Bikinis
Grimming (Trachten-Death Metal)
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Wir hören euren Podcast inzwischen regelmäßig gemeinsam im Rahmen eines Sonntagnachmittags-Events auf unserem kleinen, aber aktiven Discordserver, inklusive anschließender Diskussionsrunde.
Es macht jedes Mal wieder Spaß, euch zuzuhören, und durch die unterschiedlichen Themen ist eigentlich immer für jeden etwas dabei. Genau dieser Mix aus Humor, geballtem Szenewissen und Leidenschaft für Musik macht euren Podcast für unsere Community so unterhaltsam.
Macht bitte genauso weiter. Wir freuen uns auf neue Folgen 🖤
Hi Kate, das ist ja wunderbar zu lesen! Vielen Dank, wir freuen uns und wünschen euch weiterhin ganz viel Freude mit BLECH. Wenn ihr Themenwünsche habt, sagt gern Bescheid!
Bin noch nicht ganz durch, aber ihr habt mir mal wieder sehr die Mittagspause versüßt. <3 Nur beim Thema Gimmick-Schlagerband hättet ihr auf Dschingis Khan kommen MÜSSEN! 😁
Ansonsten finde ich es immer erstaunlich, wie dünn es musikalisch wird, wenn man sich das jeweilige Gimmick von Gloryhammer, Angus McSix, Grailknights, Alestorm, Rumahoy, Warkings, Steel Panther, Wind Rose oder Victorius mal wegdenkt. Die kannste doch alle zusammen mit einem Meddlparty-Kreuzfahrtschiff versenken. Nein, Spaß. 🤘🏻🤣🤘🏻
Danke! <3
Wir haben Dschingis Khan NICHT genannt? Asche auf unser Haupt! Gedacht habe zumindest ich fest daran!
Ja, das ist ein wichtiger Punkt – ganz oft ersetzt das Gimmick scheinbar die musikalische Eigenständigkeit. Das macht es so schade.
Zur Definition einer Gimmick-Band folgende Idee. Wie wäre es mit „Bands, bei denen einer oder mehrere nicht-musikalische Aspekte (worunter neben Kostümen, Bühnenpersönlichkeiten etc. auch in den Texten behandelte Themen fallen) derart ausgeprägt sind, dass sie die Musik zumindest ein Stück weit überstrahlen/in den Hintergrund rücken lassen.“? Das passt dann auch zu eurer Betrachtung der Konzeptbands, die ja wie ihr anmerkt auch ein einzelnes Gimmick haben (z . B. ständig Texte über Wikinger bei einer ansonsten normalen Death-Metal-Band wie bei Unleashed), ohne gleich eine Gimmick-Band sein zu müssen.
Auf jeden Fall cooles Thema, find ich eine sehr gute Wahl.
Danke schön! Ja, so eine Definition hatten wir auch im Kopf – ist allerdings nicht ganz so einfach, denn ab wann ist der nicht-musikalische Aspekt größer als die Musik? Das ist wieder Auslegungssache. Daher können wir so ganz harte Grenzen nicht ziehen und es bleibt ein bisschen Bauchgefühl.