
Beginnen wir mit einem Gedankenspiel: Wie sähen NILE aus, wären sie 2023, nicht 1993 gegründet? Und welche Gimmicks hätten AHAB auf der Bühne, wären sie nicht seit 2004, sondern erst seit 2024 aktiv? Wir haben wohl alle ein sehr lebendiges Bild vor Augen, mit Mumien und Pharaonen auf der einen, Kapitänen und Tiefseetauchern auf der anderen Seite – auf einer Bühne, ausstaffiert mit allen erdenklichen Gimmicks. Das kommt nicht von ungefähr, denn tatsächlich zeigen ja die niederbayerischen MAAHES oder HOULE aus Frankreich sehr eindrücklich, wie junge Musiker:innen heute vergleichbare Bandkonzepte realisieren.

Nun haben Bühnenkonzepte im Metal zweifelsohne Tradition: Schon bei Motörhead hing der Bomber von der Hallendecke, bei IRON MAIDEN sorgt Eddie schon lange auf der Bühne für Furore. Und natürlich gab es auch früher schon Acts wie ALICE COOPER oder PINK FLOYD, die das Wort „Show“ ganz wörtlich ausgelegt haben. Aber das war den ganz Großen des Rock ’n’ Roll vorbehalten – und selbst bei diesen stand nie infrage, dass all das Brimborium nur schmückendes Beiwerk ist, dass sich am Ende immer noch alles um die Musik gedreht hat.

Das scheint heute bisweilen anders: Bei den Superstars haben wir längst eine Gigantomanie erreicht, dass man schon enttäuscht ist, wenn auf der Bühne nicht ein Spaceshuttle, ein Flugzeugträger oder ganz Walhalla in Originalgröße nachgebildet ist – am besten in irgendeiner Art und Weise funktional oder zumindest brennend, gerne aber auch einfach beides. Und so manches Album erweckt den Anschein, das Songwriting sei nurmehr lästige Pflicht: die Musik nicht mehr Mittelpunkt, sondern nur mehr Mittel zum Zweck – der Anlass zur Tour, der Soundtrack zum Spektakel.

Mittlerweile hat diese Entwicklung selbst im Underground Einzug gehalten: Konzept, Musik und Auftreten sind auch hier oft schon untrennbar verwoben – mitunter scheinen sich aber auch die Prioritäten hin zur Inszenierung verschoben zu haben. Während sich junge Bands früher in erster Linie ungezwungen ausprobiert haben, wirkt so mancher Newcomer heute wie am Reißbrett konzipiert: Das Konzept steht, noch ehe die erste Note geschrieben ist, und wird auf der Bühne im guten wie im schlechten Sinne „perfekt“ umgesetzt: Neben theaterreifer Kostümierung zählt dazu auch High-End-Technik – von einer eigenen Lichtanlage und Nebelwerfern (oder gar Pyrotechnik) bis hin zu technischen Unterstützungen wie Backing-Tracks, In-Ear-Monitoring und programmierten Sound- und Effektwechseln.

Was dabei verloren geht, ist das „Live-Feeling“, für das Rock ’n’ Roll und früher noch der Jazz erfunden wurden: War es früher – vor allem im Underground – schon wegen der technischen Limitationen kaum realistisch, die Songs eins zu eins wie auf Platte umzusetzen, hört man die Songs heute quasi immer in der Albumversion. Ansagen passen nicht mehr ins Bild, die Songauswahl ist jeden Abend identisch, geschwitzt wird nur noch hinter der Maske, das Solo darf nur noch den ihm im vorab zugestandenen Umfang haben – und Interaktion mit dem Publikum gibt es schon deshalb kaum noch, weil die Musiker:innen die Fans (dank In-Ear-Monitoring) gar nicht mehr hören. Das ist aber auch nicht schlimm, denn in der vom Intro bis zur letzten Sekunde der kalkulierten Zugabe durchgetakteten Performance, deren Endzeitpunkt schon mit dem Showbeginn auf die Sekunde genau feststeht, hat Spontaneität oder Emotion sowieso keinen Platz mehr. Ungeplantes wird zum Risiko. Statt kreiert wird reproduziert. Der optischen Perfektion wird die Nahbarkeit geopfert, der musikalischen Perfektion die Lebendigkeit.

Wenn aber der menschliche Faktor zum Störfaktor in einer ansonsten perfekten Inszenierung wird, ist Vollplayback eigentlich die letzte Konsequenz. Im Bereich der volkstümlichen Musik hat man das schon vor Jahrzehnten erkannt und entsprechend umgesetzt. Und Metalheads haben über solche „Shows“ gelacht. Doch bei der schieren Menge an Musik, die bei vielen Acts dieser Tage vom Band statt von der Band kommt, muss man zumindest von Play- und Singalong-Performances sprechen. Wobei die Musiker:innen – welch Ironie – technisch wohl sogar versierter sind als frühere Generationen. Weil diese Art der Darbietung es erfordert, aber auch, weil Fans Perfektion erwarten: Eine Handy-Cam hält immer drauf, vom Fail-Video ist jeder nur einen Blackout entfernt. Dass unter diesen Konditionen auf Sicherheit gespielt wird, sollte niemanden überraschen.

Dass Livemusik nicht mehr im Augenblick lebt und vergeht, ist wohl auch die Ursache für den Konzeptwahn: Immer öfter werden Kaufentscheidungen für Musik, vor allem aber für Konzerttickets, auf Basis von Live-Clips auf Social Media getroffen. Wer als Artist nicht „liefert“ und seine Show „instagrammable“ aussehen lässt, hat verloren. Wie beides geht, zeigt aktuell das Math-Rock-Duo ANGINE DE POITRINE eindrucksvoll: Mit Musik, die – bei aller technischen Brillanz – live auch leben darf. Und mit Kostümen, die einen Social-Media-Hype befeuert haben und trotzdem nicht krampfhaft eine perfektionistische Inszenierung darstellen sollen.
Ein guter Check – vielleicht sogar für die Bands selbst – ist die Frage: Was wäre, wenn nicht? Wenn die Kostüme nicht da wären oder der Backingtrack nicht funktionieren würde? Würde (könnte) die Band trotzdem spielen – oder würde (müsste) sie absagen? Funktioniert die Show auch in Jeans und Hoodie – wie bei BEHEMOTH, die 2014 auf dem Motocultor Festival ohne ihre Outfits antraten, da die Airline das Gepäck verloren hatte –, ist es völlig legitim, sie durch Kostüme und Konzept aufzuwerten. Wenn Musik aber nur über die Inszenierung funktioniert, sollte man sich fragen, ob das noch Metal ist, oder das Reenactment eines angestaubten Witzes: Kommen ein Priester, eine Mumie und eine indische Gottheit in eine Bar …





’nen Abend.
War selbst einige Jahre beim PSOA Crew-Mitglied. Dort sind die meisten Band in Schwarz und wenn sein musste mit Corpspaint auf die Bühne. Spartanisch ein paar Flammen dazu, Feierabend. Also Rock’n’Roll pur. Die Musik sollte immer im Vordergrund stehen. Wer mehr Attraktionen fürs Auge möchte, kann ja in den Zirkus. Nur meine Meinung. Grüße aus Thüringen.
Ich muss sagen, dass mir das nicht gefällt mit diesen komischen Kostümen und häufig kitschiger Bühnendeko (ua da ich manchmal als Stagehand arbeite und ich den ganzen Quatsch dann auf- und abbauen muss^^) und dieses Durchchoreografierte. Ansagen finde ich generell oft unnötig (Seid ihr gut drauf? blabla). Aber klar, Leute die gute Musik schreiben, gut musizieren, sind nicht immer gut in sowas.
Eine meiner Lieblingslivebands ist Cytotoxin. Die haben schon ein paar Atomfässer auf der Bühne stehen, tragen am Anfang alle Gasmasken. Aber das ist so nebensächlich. Die Musik und der Spaß daran stehen im Vordergrund. Dazu haben die nen wirklich symphatischen Fronter – der keinen Unsinn redet, sondern gutgelaunt die Menge animiert, ohne dabei peinlich oder aufdringlich zu sein.
Generell würde ich sagen, ist das auch eine Frage von Genre. Bei post-genres ist häufig ne andere Art Show mit weniger Fokus auf die Musiker:innen. Auch im Stoner/Doom Bereich ist das häufig nicht so übertrieben.
AmenRa fällt mir da ein. Die haben schon ne Show – aber das ist nicht so ein komischer Zirkus. Da gehts wirklich darum, komplett eingesogen zu werden.
So. Das meine ungeordneten Gedanken dazu.
Senf dazu: Metal ist Inszenierung, schon immer gewesen; geht auf einer Bühne, mit Licht, Raum und Corpsepaint (oder eben nicht angemalt) gar nicht anders. Manche mehr, manche weniger. Einige Künstler (C. Taylor, Grima, A. Cooper…) haben in Interviews mal gesagt, dass sie diese Rolle/Transformation brauchen, um selbst in die Stimmung für ihre Musik zu kommen. Moritz Artikel versucht natürlich schon zu kitzeln, dass man sich da mal Gedanken drüber machen kann. Ich persönlich werde mir die großen Shows – z. B. Powerwolf – nicht mehr geben, weil es mich eher an ein Kasperltheater erinnert und es ehrlich gesagt, gemessen an den Möglichkeiten, zu oft „schlecht“ gemacht ist. Das finde ich dann auch ist das Ärgerlichste, denn aus dem Wollen wird noch keine Kunst, geschweige denn eine überzeugende Show. Tatsächlich hat mich zuletzt Bloodywood am meisten abgeholt und das war vor allem der Nahbarkeit, den Ansagen, der Interaktion, den Zugaben geschuldet, gar nicht so sehr dem technischen Können oder den „indischen“ Outfits. Insofern bin ich da schon auch irgendwie bei Moritz…
Versteh mich bitte nicht falsch, gegen eine Inszenierung ist gar nichts einzuwenden – jeder Mensch auf einer Bühne vor Publikum inszeniert sich auf eine Art und Weise. Aber BLOODYWOOD sind ein sehr gutes Beispiel – die Band verstellt sich dabei nicht, sondern nimmt die Fans mit. Auch bei MACHINE HEAD habe ich genau das Gegenteil solcher Inszenierungen erlebt: Rob hat minutenlang über/mit einzelnen Fans in der ersten Reihe gesprochen – das macht eine Show individuell und persönlich. Genau sowas fehlt mir bei diesen Reißbrett-Performances einfach. Da degradiert sich der Musiker zum Statisten in seiner eigenen Show, das finde ich schade.
Hallo Moritz, ich finde Deinen Gedankengang zu Nile und Ahab sehr interessant. Und das ist tatsächlich eine gute Frage. :)
Ich bin da etwas hin- und hergerissen.
Persönlich bin ich mittlerweile eher Typ „kleine und authentische Show“. Keine überteuerten Tickets, Schweiß, Spielfehler … also alles was dazugehört, damit es sich so echt wie möglich anfühlt. Beispiel Anfang diesen Monats waren Hellripper im Junkyard in Dortmund. Keine 30€ für einen geilen Abend. Vier Bands die alle spielfreudig waren, echte Dankbarkeit gezeigt haben und das alles in der ersten Reihe (auch an diesem Abend waren viele der auftretenden Künstler am eigenen Merch-Stand, haben beim Verkauf geholfen und sich Zeit für Fotos und Smalltalk genommen).
Man ist nah dran, die Jungs haben alle Bock und es wirkt nicht bis zum Ende durchgerechnet und geplant.
Riesige Konzerthallen und große Shows mit Kostümwechseln, wo gefühlt wirklich alles nur steril nach Plan läuft … das schreckt mich eher ab. Gibt aber offenbar genug Leute, die das toll finden und die dann auch das Geld dafür ausgeben. Das ist okay – mich zwingt ja keiner.
Es gibt ja auch die gesunden Mittelwege. Eine Band kann sich „kostümieren“ und trotzdem fannahe, authentische Shows spielen.
Am Ende des Tages hat das sicher irgendwo alles seine Daseinsberechtigung. Manchmal ertappe ich mich selbst noch, wie ich irgendwie „elitistisch“ denke, dann fällt mir aber wieder ein, dass ich früher auch selbst empfänglicher für sowas war. Und mir ist es lieber, eine Band wie Sabaton, Powerwolf, Amon Amarth o.ä. füllt die Hallen, als irgendwelche 0815 random-Deutschpopkünstler, deren Musik halt wirklich zu 90% vom Band kommt und (für mich) keinen Mehrwert hat.
Letztlich aber alles Geschmackssache und wer sind wir, dass wir darüber urteilen … :)
Fangen wir ganz hinten an: Ich finde, man darf sich schon herausnehmen, darüber zu urteilen – solange man daraus keinen Anspruch auf die einzig richtige Sichtweise ableitet ;) Ansonsten bin ich in der Sache bei dir – nur glaube ich, und auch aus dieser „Angst“ kam dieser Artikel, dass das eben ein Trend ist, dem man sich als Band immer schwerer erwehren kann – sei es, weil die Vorbilder (mittlerweile) immer mehr so sind, oder eben weil der Konkurrenzdruck es erforderlich macht. Die eklatante Häufung dieser Bands – auch im Underground – ist ja kein Zufall, sondern Trend und gleichermaßen ein Beweis, dass es „funktioniert“ (wenn man von einer insgesamt gleichbleibenden Zahl an Nachwuchsbands ausgeht, und eben festststellt, dass von denen, die „größer“ werden, immer mehr ein elaboriertes Konzept haben).
Ganz pragmatisch: Ich brauchs nicht, mich störts aber auch nicht. Bei der letzten Rage-Tour spielte die Band wie üblich in Alltagsklamotten, außer einem Banner hinter der Bühne gabs nichts an Gimmicks, da spricht auch die Musik für sich. Powerwolf hingegen bauen eine riesige Show mit Feuer, LEDs, Leinwänden und natürlich auch deren Kostümen und Rollen, war auch cool. Ich kann beides genießen, wenn die Musik weiterhin live gespielt wird. Wobei mich bei letztgenannten eher der Ticketpreis abschreckt. Wenn man ohne die ganzen Gimmicks den Ticketpreis drücken könnte – wovon ich aber nicht ausgehe, das sind wohl nicht großen Ausgaben, die Bands heute mit einer Tour haben – könnte ich auch völlig drauf verzichten. Gibt aber wirklich andere Dinge, die mich an Konzerten sehr viel mehr stören, als Bühnenbild, Kostüme, Inszenierung oder Rollen-/Schauspiel. Allen voran Themen wie Extrakosten für First-Row, die Pre- und Fansale-Scheiße, Experience-Pakete und Ähnliches, mit denen man die Fans melken möchte…
Zu den von dir genannten Themen haben wir über die letzten Jahre auch die eine oder andere Kolumne veröffentlicht. :) Schau gern mal rein: https://www.metal1.info/special-art/kolumne/
Ist mir bekannt, hab auch da bei einigen kommentiert :)
Wenn ich Show will, will ich Show und guck eine Showband an. Ob die das ohne Kostüme auch können, ist mir dann egal. Wenn ich schwitzende Metaller in Bandshirts sehen will, schau ich mir halt das an. Da gibt’s auch genügend und auch da hab ich selbst die Wahl. Dass Gimmicks gut ankommen, ist doch auch völlig in Ordnung, war früher schon so und ist halt in der aktuellen Zeit, wo jeder ein bisschen dem Eskapismus frönt, nichts ungewöhnliches. Dass manche Dinge dann vom Band kommen, ist halt einfach so, das geht mit der Show nicht anders und dem kann ich mir ja bewusst sein. Dass Bands auf sowas setzen (müssen) ist bei der Menge an Bands auch kein Wunder, wenn man nicht völlig untergehen will oder ewig Underground bleiben möchte. Da braucht es eben Image, Inszenierung, Alleinstellungsmerkmale und dann kommen eben Projekte wie Draugveil und Këkht Aräkh mit einer ganz anderen, neuen Art der Inszenierung ums Eck. Und das ist auch gut so. Wir wollen Vielfalt und bekommen sie! Ich sehe da keinerlei Nachteile. Selbst Darkthrone inszenieren sich aktuell immer wieder etwas anders, auch wenn sie meilenweit von einer Gimmick-Band entfernt sind. Aber gerade bei einer Band wie oben gezeigten Antrisch halte ich mit dem Album ein Gesamtkunstwerk in der Hand, nicht nur Musik, sondern Erzählung und Artwork, was auf der Bühne letztendlich seinen letzten Schliff bekommt. Kohärenz ist da das Stichwort und mir persönlich gibt das bedeutend mehr, als die ewig gleiche Kopie einer Kopie. Dadurch weiß ich aber auch, dass ich mir Kanonenfieber nicht geben muss, da ich mit der Inszenierung einer „Kriegs-Show“ nichts anfangen kann.
Letztendlich ist doch alles Show mit mehr oder weniger Hilfsmitteln und selbst der Jazzer inszeniert sich und sein Spiel auf gewisse Art und Weise. Gregory Porter müsste seinen Kappe ja auch nicht aufsetzen, tut es aber.
Deswegen ist das Gedankenspiel sicherlich was, was man Mal durchspielen kann, aber viel Mehrwert habe ich am Ende dabei nicht, finde ich. Eher sogar das Gefühl, dass es doch gut so ist, wie es ist.
Danke für deinen ausführlichen Kommentar – ich gebe dir mit sehr vielem davon Recht bzw widerspreche ja gar nicht. Selbst dieses Zwingede, dass das eben so sein muss, nicht anders geht, etc. aus technischen Gründen und wegen Social Media etc. habe ich im Text ja bereits selbst angesprochen. Das alles ändert aber ja nichts daran, dass man die Entwicklung im Ganzen kritisch sehen kann, weil es sich eben weit von dem entfernt, was Rock-Konzerte mal waren (sein wollten). Und dabei geht es natürlich nicht um das Schuljungenoutfit von Angus Young, sondern um die Situation, dass die gesamte Show von der ersten bis zur letzten Minute dem Konzept untergeordnet wird. Wenn nichtmal am Ende noch eine Ansage kommt, weil das mit dem Konzept brechen würde, und davor 60 min 0,0 authentische (nicht-choreografierte) Interaktion mit dem Publikum, fehlt mir etwas.
Ehrlich gesagt ist es mir sogar ganz Recht, wenn die Typen auf der Bühne ihren Mund halten. Gerade im Black Metal geht mir da viel Mystik verloren, wenn dann der Besoffene Assi auf der Bühne irgendwas schwadroniert, was ich null ernst nehmen kann. Aber BM live kann ich eh nicht so viel mehr abgewinnen. Das ist also eher ein me-Problem :D
Es gibt einfach so Gimmick-Bands (ohne das jetzt werten zu wollen), die nur mit Kostümierung funktionieren. Batushka sind live mit dem ganzen Mummenschanz einfach wahnsinnig atmosphärisch. Kanonenfieber bräuchten das meiner Meinung allerdings nicht zwangsläufig, bei denen empfinde ich das eher als reißerisches Theaterelement. Ist echt spannend, sich darum Gedanken zu machen, aber ich vermute, die meisten Bands wären ohne Kostüme genauso cool. Als Dr. phil. in Theaterwissenschaft (ja ich weiß, irgendwie sinnlos, aber jetzt ist es auch zu spät, sich darüber aufzuregen) hab ich da noch mal einen etwas anderen Blick, was Kostümierung, Maske, Rolle und die Differenz und gleichzeitig Gemeinsamkeit zwischen den Menschen auf und vor der Bühne betrifft. Aber das interessiert vermutlich die wenigsten und führt sehr weit xD
Schade, das wäre jetzt genau der Kommentar gewesen, der mich neugierig auf mehr gemacht hätte :D
Ich empfehle auf jeden Fall einmal von Deena Weinstein den Band „Heavy Metal. A Cultural Sociology“. Da untersucht sie viel zu Transgresssion und wie sozusagen Heavy Metal Musiker ikonografische Figuren für die Menschen im Publikum übernehmen. Sozusagen wie bei einem Art Passionsspiel. Ultra Spannend. :)
Selten so viel Schmarrn auf einmal gelesen … Der Journalist scheint wohl nicht auf vielen Konzerten zu sein oder nur auf bestimmten und eindeutig zu wenigen. Bei den wenigsten Metal Genres werden Kostüme getragen. Eine „Show“ gibt’s nur bei den bekannteren Bands und größeren Veranstaltungsorten. Da wird dann auch das Publikum involviert und dazwischen geredet, mal mehr – mal weniger. Für eine Show braucht es Geld. Kleine Bands können oder wollen sich das nicht leisten. Die Musik steht sehr wohl im Vordergrund bzw. Hauptgrund, egal ob kleine oder große Band. Aber Unterschiede muss es geben. Was aber ident bleiben muss bei einer durchgehenden Tour mit mehreren Shows hintereinander in mehreren Ländern: Dieselbe Anzahl an Liedern sowie die gleichen. Anders wärs nicht fair den Fans gegenüber und auch enttäuschend. Das geht nicht, man muss sich schon dasselbe erwarten dürfen.
Also auf zu wenigen Konzerten halte ich bei einem Jahresmittel von 50 Shows + Festivals eher für unwahrscheinlich – eher auf zu vielen :D Ansonsten fände ich spannend, woher du deine Expertise ziehst, nachdem ich mich ja, auch ohne Namen zu nennen, auf unzählige Bands berufe, die mir dieses Gefühl vermittelt haben. Davon abgesehen gibt es natürlich weiterhin die ganz normalen Undergroundshows, das stellt ja niemand in Abrede. Und last but not least: Du musst gar nichts erwarten dürfen – am Ende entscheidet schon die Band, was sie spielt. Und es gibt genug Bands (wie zB. aktuell Machine Head) die die Setlist zwischen den Shows variieren.
Nein, also naja klar will ne Band ja auch eine gewisse Atmosphäre erzeugen, grad wenn es sich intern um ein gewisses Konzept handelt welchem man sich verschieben hat und da gehört das Drumherum ja schon dazu, außerdem ists doch Kunst und Kunst lebt davon gewaltig, im leisen wie in lauten Sinne, zu sein, zu bedrucken und zu begeistern, der Fan entscheidet ja am Ende ob ihm das Maß zusagt oder nicht, ob man nun sein Wohl in Rock, im NWOBHW, PowerMetal oder bis BlackMetal findet, ists doch Wurst Bild dir selbst deine Meinung drüber, genieß die Show, die Bands, den Moment und gut ist. schlussendlich entscheidet sich ja auch jeder selbst ob er auf dies oder das Konzert geht und mit welcher Erfahrung er,sie nach Hause geht