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Dead Cross w/ Zeus & Support

Als DEAD CROSS 2017 ihr Debütalbum ankündigten, klappten die Kinnladen Fans härterer Musik gesammelt nach unten: Mike Patton am Gesang, Dave Lombardo am Schlagzeug, Justin Pearson am Bass und Michael Crain an der Gitarre versprachen eine gesalzene Ladung abgefahrener Musik. Ihr schwindelerregendes Debütalbum lief dann allerdings – zu Unrecht – etwas unter dem Radar. Während eine Überraschungsshow der vier Musiker in London sich innerhalb einer Stunde ausverkaufte, ist der Zuspruch in München offenbar geringer: Vom Backstage Werk wurde das Konzert schließlich ins deutlich kleinere Strom verlegt. Eine intensive Atmosphäre ist somit garantiert.

Nur 15 Minuten, nachdem sich die Türen des Strom für die Konzertbesucher geöffnet haben, beginnt auch schon die Musik. Oder besser gesagt: der Sound. Denn als Musik ist der Noise, den JÉRÔME NOETINGER und ANTHONY PATERAS, im wahrsten Sinne des Wortes, fabrizieren, nur schwer zu bezeichnen. Zwar dauert es zunächst einen Moment, ehe das Publikum realisiert, dass die industriellen Klänge live hergestellt werden, da das französisch-australische Duo sein Instrumentarium nicht auf der Bühne, sondern beim Mischpult aufgebaut haben. Dann schart sich allerdings zumindest ein Kreis interessierter Zuhörer um das mitunter skurrile, analoge Equipment der beiden Soundbastler. Ein anstrengender, in seiner Art aber faszinierender Einstieg.

Etwas konservativer geht es anschließend bei ZEUS zu: Zwar handelt es sich hier ebenfalls um ein Duo, allerdings in der instrumentellen Besetzung Bass plus Schlagzeug. So ist der Noise-Rock der Italiener mit viel Rhythmus und – trotz starker Verzerrung des Fünfsaiters – mit etwas Melodie deutlich eingängiger als das zuvor gehörte. Direkt einprägsam oder leicht zugänglich sind die Songs der beiden aber auch nicht: Auf beeindruckendem technischen Niveau bieten die beiden Musiker vertrackte Rhythmik, die bisweilen (auch des Sounds wegen) an Meshuggah erinnert. Mangelnden Abwechslungsreichtum kompensieren ZEUS dabei mit viel Spielfreude und beeindruckender Präzision, so dass der Auftritt auch über 45 Minuten hin nicht langweilig wird. Zum ersten Mal richtig Stimmung kommt auf, als Dead-Cross-Bassist (und The-Locust-Sänger) Justin Pearson bei einem kurzen Gastauftritt als Sänger direkt einen wilden Moshpit anzettelt: In diesem Moment lässt sich erahnen, worauf der Abend zusteuert. (MG)

Obwohl der Abend mit einer überschaubaren Zuschauerzahl begann, ist das Strom nach einer weiteren Umbaupause um 22:15 Uhr schließlich doch sehr anständig gefüllt. Ohne großes Brimborium betreten DEAD CROSS zu lautem Jubel die Bühne und bereits zu den ersten Takten des Openers „Seizure And Desist“ nimmt Mike Patton direkt das erste Bad in der Menge. Die schiere musikalische Urgewalt, die über die Münchner hereinbricht, ist zunächst noch etwas arg schwammig abgemischt, weswegen der Gesang des Ausnahmekünstlers stellenweise etwas untergeht. Den Sound dominiert eher das treibende, extrem präzise Schlagzeugspiel von Dave Lombardo: In der Folge sprühen DEAD CROSS nur so vor Energie, was direkt auf das wild feiernde Publikum abfärbt.

Auf eine Rückfrage von Mike Patton an das Publikum, welche Songs sie gerne hören würden, ertönt nach einer knappen halben Stunde lediglich ein lauter Schrei, was die Band direkt aufgreift: „We’re kind of doing that already, but don’t worry, you’ll get more!“. Von ähnlich kurzen Ansagen unterbrochen ballern sich DEAD CROSS durch ihr Debütalbum und Songs ihrer EP, sodass die Zeit nahezu wie im Flug vergeht. Mike Patton stellt seine Bandmitglieder schließlich als „Arschloch“, „Schweinehund“ und „Senor Kinderficker“ vor, bevor das Set mit „Church Of The Motherfuckers“ sein Ende findet. Als Zugabe feuern DEAD CROSS noch den Dead-Kennedys-Klassiker „Nazi Punks Fuck Off“ ab, bevor Dave Lombardo einen bei Slayer-Fans legendären Rhythmus anklingen lässt, zu dem sich Mike Patton mit skurrilen Geräuschen über den Boden rollt. Als schließlich die ersten Töne von „Raining Blood“ erklingen und das Publikum kurz vorm Ausrasten steht, zeigen DEAD CROSS ihre eigene Version des Rickrollings: Der Refrain von Faith No More’s „Epic“ erklingt und mit der Textzeile „You want it all but you can’t have it“ findet die Show nach 45 Minuten ein Ende. (BL)

Setlist DEAD CROSS

  1. Seizure And Desist
  2. Idiopathic
  3. Obedience School
  4. Shillelagh
  5. Skin Of A Redneck
  6. Bela Lugosi's Dead (Bauhaus-Cover)
  7. Divine Filth
  8. Grave Slave
  9. The Future Has Been Cancelled
  10. My Perfect Prisoner
  11. Gag Reflex
  12. Church Of The Motherfuckers
  13. ------
  14. Nazi Punks Fuck Off (Dead-Kennedy-Cover)
  15. Raining Blood / Epic (Slayer- / Faith-No-More-Cover)


Ein Abend voll von experimenteller, anstrengender Musik in ihren verschiedenen Facetten. Während zunächst noch interessiertes Zusehen das Geschehen bestimmte und schließlich vertrackte Rhythmen für erste nickende Köpfe sorgten, konnte DEAD CROSS mit ihrem vertonten Wahnsinn für ein schweißtreibendes, begeisterndes und kurzweiliges Konzert sorgen. Die intime Atmosphäre im Strom trug sicher ihren Teil zur ausgelassenen Stimmung bei – und der abschließende Ausruf „See you next time“ lässt hoffen, dass diese Supergroup nicht gleich wieder Geschichte ist.

Rockavaria 2018 (Sonntag)

Der „Rock-Tag“ des ROCKAVARIA 2018 stand bereits im Vorfeld unter keinem guten Stern: Aus gesundheitlichen Gründen mussten DIE TOTEN HOSEN ihre Headlinershow zwei Tage vor dem Event absagen. Doch mag es auch viele Gründe für Kritik an der Veranstaltung gegeben haben – das Kompensationsangebot für den Ausfall ist vorbildlich: Tagestickets können gegen Erstattung des vollen Preises zurückgegeben werden, wer mit Tagesticket trotzdem kommt, bekommt 30 € und zwei Getränkegutscheine. Zwei-Tages-Ticket-Besitzer können wahlweise daheim bleiben und sich 72,50 € retournieren lassen oder für 30 € Rabatt den um den Headliner beschnittenen Festival-Tag mitnehmen.

Von dem Rückgabeangebot scheinen nicht wenige Fans gebraucht gemacht zu haben – zum Glück, möchte man fast sagen. Sonst wäre das Chaos am Einlass wohl ähnlich fatal ausgefallen wie am Vortag.


>> Lies hier den Bericht von Tag 1 …


Denn während auf dem Gelände bei strahlendem Sonnenschein DRUNKEN SWALLOWS spielen, wird auf Seiten der Veranstalter ernsthaft diskutiert, ob das ROCKAVARIA wegen einer ominösen Unwetterwarnung abgebrochen werden muss. So weit kommt es dann natürlich nicht – die vollkommen überzogene Vorsicht sorgt allerdings einmal mehr für massiven Verzögerungen am Einlass: Eine gute Stunde lang werden nämlich keine Fans mehr auf das Gelände gelassen. (MG)

Eine halbe Stunde verspätet starten dann auch TURBOBIER ihren Auftritt. Die Wiener Punk-Rocker treffen mit mehr oder weniger elaborierten Texten wie „A Fuaßboiplotz ohne Bier, is wie a Heisl ohne Tia, Is wie a Schwimmbad ohne Wasser, Is wie a Nonne ohne Kloster“ (aus: „Fuaßboiplatz“) sicherlich nicht jedermanns Geschmack, bieten aber zumindest Feierpotential speziell für all diejenigen, die dem reichlichen Alkoholgenuss am frühen Sonntagnachmittag nicht abgeneigt sind. Songs wie „Verliebt in einen Kiwara“ oder „Der Albtraum jeder Schwiegermutter“ werden sicher nicht wegen ihrer Komplexität oder Tiefgründigkeit in die Analen eingehen, doch für ein bisschen Spaß zum Auftauen ist der charmant präsentierte Austro-Import für einige Festivalgäste durchaus geeignet. (SM)

THERAPY? auf der Greenstage starten ebenfalls mit einer guten halben Stunde Verspätung in ihr knapp einstündiges Set. Was die dennoch schon recht zahlreichen Fans hinter der Glyptothek geboten bekommen, ist allerdings eine Medaille mit zwei Seiten: Auf der einen sind da vier Herren in gesetzterem Alter, die mächtig Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen und dem Publikum einzuheizen. Auf der anderen Seite ist das musikalische Niveau (zum Sound der Greenstage braucht man wohl keine weiteren Worte verlieren), das THERAPY? zu bieten haben, offen gestanden mäßig. Vor allem Fronter Andy Cairns enttäuscht einmal mehr stimmlich auf ganzer Linie: Für so schiefen Gesang ist selbst diese Bühne noch zu groß. Ihrem Status werden die Nordiren heute jedenfalls trotz hohem Sympathiewert nicht gerecht. (MG)

Wenn die „Heavy Metal Marching Band“ BLAAS OF GLORY, die an beiden Tagen auf dem Gelände unterwegs ist, so etwas wie einen Status hat, dann bestenfalls den des Nervtöters: Was bei den Wacken Firefighters vor 18 Jahren noch witzig war, ist auf dem ROCKAVARIA spätestens beim fünften Durchlauf von Europes „Final Countdown“ in der Blaskapellen-Version nur noch peinlich.

Direkt vom Greenfield kommen DOG EAT DOG zum Rockavaria. Seit 1991 sind die US-amerikanischen Crossover-Musiker aus New Jersey mit ihrer Mischung aus Punk, Metal und Hip Hop unterwegs, mit aktuellen Veröffentlichungen halten sie sich aber seit vielen Jahren zurück. In Sachen stilübergreifende Arrangements zählen DOG EAT DOG sicherlich zu den Pionieren und auch in München geben sich die sechs Musiker große Mühe, mit Songs wie „ISMS“, „Rocky“ oder „No Front“ mehr als nur ihre Fans in den ersten Reihen zu begeistern. So richtig gelingen will das nicht, doch die Jungs sind lange genug im Geschäft, um sich davon nichts anmerken zu lassen. Insofern ziehen sie ihre Show bis zum Ende routiniert durch und lassen zumindest all jene, für die DOG EAT DOG ein Grund zum Ticketkauf gewesen ist, diese Entscheidung nicht bereuen. (SM)

Nichts weniger als eine Rock-Legende steht derweil auf der Greenstage: Seit 1976 sind ROSE TATTOO aktiv – und entsprechend ihrem Koryphäenstatus aus der Hard-Rock-Szene nicht wegzudenken. Im Mittelpunkt der Show steht – wie könnte es auch anders sein – Fronter und einziges verbliebenes Gründungsmitglied Gary „Angry“ Anderson, der mit seiner markanten, bluesigen Stimme, die so gar nicht zu dem zierlichen Männlein passen will, zu begeistern weiß. Zwar ist musikalisch nach zwei bis drei Songs alles gesagt – an hochwertiger Rockmusik hört man sich trotzdem nicht so schnell satt, so dass der Auftritt auch über eine Stunde hinweg unterhaltsam bleibt. Vor allem als Hintergrundmusik zu einer gediegenen Unterhaltung im Schatten eignet sich die Show bestens – was allerdings weniger an ROSE TATTOO denn an der für ein Festival immernoch lächerlich geringen Lautstärke liegt. (MG)

So etwas wie die Lokalmatadore des ROCKAVARIA 2018 sind die EMIL BULLS: Vor 23 Jahren in München gegründet, erfreuen sich die Alternative-Metaller nach wie vor großer Beliebtheit – nicht nur beim heimischen Publikum. Doch wie schon bei den anderen Shows des Tages zu beobachten, schlägt sich die merklich geringere Zuschauerzahl am heutigen, zweiten ROCKAVARIA-Tag auch auf das Interesse an der Show der BULLS nieder: Während sich die Fans direkt vor der Bühne über Hits wie „The Jaws Of Oblivion“ oder „The Age Of Revolution“ vom nach wie vor aktuellen Album „Sacrifice To Venus“ freuen und über die Ansagen von Fronter Christoph von Freydorf lachen können, herrscht hinter dem Wellenbrecher beim spärlich, vor allem in den Schattenzonen sitzenden Publikum eher Desinteresse am Auftritt des Quintetts vor. (MG)

Das kann bei ROYAL REPUBLIC hingegen wahrlich niemand behaupten. Im Gegensatz zu allen Bands auf der Hauptbühne nebenan erspielen sich die Schweden ihr Publikum: Durch erstklassige Songs gepaart mit viel Charisma gewinnen die ROYALS schließlich den gesamten Platz für sich. Was mit „When I See You Dance With Another“ oder auch „Underwear“ aus den Anfangsjahren verhältnismäßig unspektakulär beginnt, steigert sich spätestens nach dem ersten Drittel zu einer fulminanten Rockshow. Sänger und Sprachrohr Adam brilliert sowohl mit seiner wandelbaren Stimme als auch mit seinem Charme. Nur einmal erntet er kurze Buh-Rufe, als er von einem Freund berichtet, der ihm ein Rezept gegeben hat, um 3000 Münchner gegen sich aufzubringen, und anschließend kurz die FC-Bayern-Hymne „Stern des Südens“ anstimmt. Wie dick die Eier der ROYALS wirklich sind, beweisen sie wenig später mit einem erstklassigen Cover von Iron Maidens „Fear Of The Dark“ und einem Remake des The-Police-Klassikers „Roxanne“, gesungen von Schlagzeuger Per, mit Adam an der Gitarre und Gitarrist Hannes am Schlagzeug. Nach Metallicas „Battery“ wildern ROYAL REPUBLIC wieder in ihren eigenen Gefilden und krönen ihre Supershow mit „Full Steam Spacemachine“ sowie zwei lautstark eingeforderten Zugaben, nach denen Adam am Mikro noch einige warme Worte für das Publikum und Campino findet. Der Vorverkauf für die nächste Show der Schweden in München dürfte von diesem Auftritt spürbar profitieren. (SM)

Wie die Jungfrau zum Kinde kommen die DONOTS durch die Absage der Toten Hosen an den Slot des Co-Headliners des zweiten ROCKAVARIA-Tages. Am „Füllstand“ des Geländes hat sich nicht mehr viel geändert: Der Königsplatz (Fassungsvermögen: 22.000 Fans) ist bestenfalls zu einem Drittel gefüllt. Wie schon bei den Emil Bulls finden sich aktiv am Konzert teilnehmende Fans ausschließlich vor dem zweiten Wellenbrecher – dahinter wird höchstens halbherzig mit- oft aber auch im Schatten eingenickt. Das hindert die Alternative-Rocker aus Ibbenbüren allerdings nicht daran, vorne mächtig auf die Tube zu drücken: Da wird „Opelgang“ von den Hosen gecovert, der Twisted-Sisters-Klassiker „We’re not gonna take it“ spontan zur Anti-Nazi-Hymne umdeklariert und zu „Alles muss kaputt sein“ ein riesiger Circlepit um den ins Publikum hinabgestiegenen Sänger Ingo angezettelt, der im Tumult eines seiner In-Ears verliert. Nach fast anderthalb Stunden gibt es mit dem im Original mit Frank Turner aufgenommenen „So Long“ noch einen würdigen Abschluss. Zumindest Alternative-Rocker mit einem Herz für Punk kommen hier auf ihre Kosten – vielleicht ein kleiner Trost für den schmerzlichen Ausfall des Headliners. (MG)

Wie schmerzlich dieser vermisst wird, zeigt sich ab 21:30 Uhr, als LIMP BIZKIT in der ihnen zwangsläufig zugefallenen Funktion als Headliner des ROCKAVARIA 2018 die Bühne betreten. Was mit „Hot Dog“ und dem Klassiker „Rollin'“ nebst kollektiver Ekstase im ersten Wellenbrecher vielversprechend beginnt, verwandelt sich schnell in eine lieblos hingerotzte Cover-Party im Mash-Up-Mixtape-Style, für den die Jungs um Fred Durst bekannt sind und von ihren Hardcore-Fans auch immer noch gefeiert werden. Viele Nostalgiker müssen aber schnell erkennen, dass die großen Jahre der Band längst vorbei sind: Die Urväter des Nu Metal setzen bei der Songauswahl mehr auf Skits und Samples von DJ Lethal als auf vollständige Versionen ihrer eigenen Songs. Den Vogel schießen LIMP BIZKIT aber mit ihren Cover-Versionen von „Killing In The Name Of“ und „Smells Like Teen Spirit“ ab. Während ersteres – genau wie das eigene „Eat You Alive“ – beinahe unendlich gestreckt wird, ist die Hommage an Nirvana ein ganz böser Griff ins Klo. So dümpelt der Auftritt, bei dem Fred Durst mal die erste Reihe, mal seine riesige Entourage an Groupies am Bühnenrand besucht, irgendwann nur noch vor sich hin. Bei „Nookie“ überrascht Fred Durst noch einmal positiv, indem er Julia aus dem Publikum als Duettpartnerin auf die Bühne holt, und bei den verbliebenen Klassikern „Break Stuff“ und „Take A Look Around“ schalten LIMP BIZKIT tatsächlich noch einmal in den Eskalationsmodus der ersten Minuten hoch: Borland robbt sich in seinem schwarzen Anzug gitarrespielenderweise auf dem Rücken über die Bühne, ehe er das legendäre Riff des Mission-Impossible-Soundtracks anstimmt. Ohne weitere Zugabe endet der zweite Tag des ROCKAVARIA so mit einem unter dem Strich unwürdigen Headliner, der seine 80 Minuten Spielzeit nicht einmal zur Hälfte netto mit eigenem Material zu füllen vermochte. (SM)

Setlist LIMP BIZKIT

  1. Hot Dog
  2. Thieves (Ministry-Cover)
  3. Rollin' (Air Raid Vehicle)
  4. Faith (Georg-Michael-Cover)
  5. My Generation
  6. Livin' It Up
  7. Eat You Alive
  8. Smells Like Teen Spirit (Nirvana-Cover)
  9. My Way
  10. Re-Arranged
  11. Killing In The Name (Rage-Against-The-Machine-Cover)
  12. Nookie
  13. Break Stuff
  14. Take A Look Around


Auch sonst bleibt der Konzerttag blass: Sieht man von Royal Republic ab, die mit ihrer packenden Show klar den Tagessieg einfahren konnten, bekommen die Besucher auf dem zur Primetime bestenfalls zu einem Drittel gefüllten Königsplatz nur wenig Eindrucksvolles geboten. Zwar macht der unerwartete Ausfall des gebuchten Headliners eine faire Bewertung des zweiten ROCKAVARIA-Tages fast unmöglich – aber auch für die nach Abzug der Rückerstattung verbliebenen 60 € ist die Ausbeute an bleibenden Eindrücken mager. Addiert man die neuerlich mäßige Organisation, die vom Einlass bis zur Toilettensituation Probleme bereitet, kann am Ende auch Tag zwei nicht überzeugen. 

Das ROCKAVARIA 2018 geht damit als die definitiv schwächste seiner bislang drei Ausgaben in die Geschichte einschlicht und ergreifend, weil in diesem Jahr die Fans erstmals die Misswirtschaft der Veranstalter direkt zu spüren bekommen. Billing, Location, Organisation: 2018 wurde wo immer möglich brutal gespart. Die finanzielle Bilanz der Veranstaltung mag das für dieses Mal noch gerettet habenden Ruf des ROCKAVARIA sicher nicht.

Doch gerade bei den absolut loyalen Fans im Rock- und Metal könnte sich so wenig Respekt vor dem zahlenden Gast schneller rächen als jede rote Zahl in der Abrechnung. Man darf gespannt sein, wie es mit dem ROCKAVARIA weitergeht.


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Rock am Ring / Rock im Park mit erstem Headliner für 2019

Die Festivals 2018 waren noch gar nicht vorbei, da gaben die Veranstalter schon den ersten Headliner für das nächste Jahr bekannt. Niemand anderes als Die Ärzte werden 2019 ROCK AM RING und ROCK IM PARK headlinen. Diese Auftritte werden die einzigen beiden Deutschlandkonzerte der Band nach sechs Jahren Pause sein. Ab Dienstag, den 05.06.2018 ab 12 Uhr können bereits die ersten Frühbucherkarten gekauft werden.

Cro-Mags: Ex-Sänger verklagt Band wegen Namensrechten

Der ehemalige Sänger der New-York-Hardcore-Legenden CRO-MAGS hat vor einem Bundesgericht in Manhatton Klage gegen die aktuellen Bandmitglieder eingereicht, da sie angeblich den Bandnamen ohne seine Erlaubnis benutzten und daher sein geistiges Eigentum verletzten.

Nach eigenen Aussagen hat er den Bandnamen 2009, 2010 und 2017 als Marke für Aufnahmen und für Merchandise auf seinen Namen registrieren lassen.

Die CRO-MAGS werden im Juni einige Konzerte in Deutschland spielen. Wir halten euch über die Entwicklung des Rechtsstreits auf dem Laufenden.

The Adicts veröffentlichen Musik-Video zu „Fucked Up World“

Die britische Punk-Band THE ADICTS hat ein neues Video zu „Fucked Up World“ veröffentlicht. Der Song entstammt dem im letzten November über Arising Empire erschienenen, elften Studio-Album der Band „And It Was So!“.

 

Beatsteaks w/ Turbostaat

Mit ihrem neuen Album „Yours“ haben sich die BEATSTEAKS nach einer kurzen Pause so abwechslungsreich wie nie zuvor zurückgemeldet. Anklänge an ihre Punkvergangenheit werden dabei mit elektronischen, poppigen und experimentellen Elementen gemischt. Ihre Clubtour 2017 war ein voller Erfolg, weswegen im Frühjahr 2018 die großen Hallen der Republik bespielt werden. In München ist dabei niemand geringeres als Turbostaat Support, die unter anderem mit einem Push der Beatsteaks vor einigen Jahren einen Bekanntheitsschub erlangt haben.

Zu lauten Drone Tönen betreten TURBOSTAAT pünktlich um 20 Uhr die Bühne. Da erst dieses Jahr ein neues Album der Flensburger ansteht, spielen sie sich munter durch bekannte und weniger bekannte Lieder ihrer Diskographie. Scheinbar erinnern sich nicht mehr allzu viele Beatsteaks-Fans an den sympathischen Fünfer aus dem Norden; das wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass das Münchner Publikum seinem Ruf mal wieder alle Ehre macht und bis auf wenige Ausnahmen wie die Ölgötzen auf der Stelle verharrt. Die nach eigener Aussage „älteste Newcomerband der Welt“ kommt im Laufe ihrer halben Stunde immer besser in Schwung und beendet ihre Show mit dem obligatorischen und mitreißenden „Schwan“. Der laute Jubel am Ende des Konzerts und einige Zugaberufe zeugen davon, dass TURBOSTAAT ein zunächst skeptisches Publikum mit ihren Qualitäten überzeugen konnten. Hoffentlich sind die Flensburger bald mit einem neuen Album wieder in einem kleinen Club zu sehen.

Setlist TURBOSTAAT

  1. Ruperts Grün
  2. Tut es doch weh
  3. Insel
  4. Harm Rochel
  5. Alles bleibt konfus
  6. Abalonia
  7. Vormann Leiss
  8. Schwan


Auch wenn das sowohl stilistisch als auch alterstechnisch bunt gemischte Publikum in der Umbaupause stärker gen Bühne pilgert, ist es auch weiter vorne nicht heillos überfüllt. Beeindruckend laut ist dafür der Jubel, als pünktlich um 21 Uhr das Licht erlischt. Zunächst entert allerdings ein DJ die Bühne. Nach einer kurzen Turntable-Einlage kommen die BEATSTEAKS mit „Yours“ auf die Bühne. Nach diesem groovenden Beginn verwandelt das anschließende „Hello Joe“ das Zenith in einen schwitzenden, tanzenden und springenden Hexenkessel. Unterstützt von Turntables und Percussion feuern die fünf Berliner einen Hit nach dem anderen ab. Als Sänger Arnim während „Automatic“ sehr früh im Set darum bittet, die Handys wegzustecken, folgen die MünchnerInnen dieser Aufforderung brav – den Rest der Show sind nur noch selten vereinzelte Smartphones zu sehen.

Dass mit „Schlecht“ und „Shiny Shoes“ auch frühe Nummern den Weg ins Set finden, passt zur ausgelassenen Stimmung. Sympathische Ansagen und eine, besonders für das Zenith, druckvolle Abmischung, tun ihr übriges. Mit „Badfish“ von Sublime und „I Want To Break Free“ bauen die BEATSTEAKS stimmig Coverversionen in ihr Set ein. Neben dem Auftritt von Jan Windmeier von Turbostaat beim Fu-Manchu-Cover „Frieda und die Bomben“ folgt die größte Überraschung zur ersten Zugabe nach ein eindreiviertel Stunden: Niemand Geringeres als Deichkind entern die Bühne. Gemeinsam liefern die Hamburger mit den BEATSTEAKS „L auf der Stirn“ und „So ‘ne Musik“ ab, bevor nach zwei Stunden mit „I Don’t Care Aa Long As You Sing“ ein großartiges Konzert sein Ende findet. Zumindest vorläufig: Als krönender Abschluss kommt die Band noch einmal zurück und liefert eine knallende Version von „Sabotage“ von den Beastie Boys ab.

Mit insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden Rockmusik kann sich an diesem Abend wirklich niemand beschweren. Turbostaat konnten beweisen, dass sie auch auf einer großen Bühne zu Hause sind und die Livequalitäten der Beatsteaks sind nach wie vor nahezu unerreicht groß. Mit einer gesunden Mischung aller Alben und etlichen Überraschungen liegt beim Heimweg ein breites Grinsen auf dem Gesicht.

Sink The Ship veröffentlichen Musikvideo zu „Second Chances“

Die aus Cleveland, Ohio stammenden Pop-Punk-Newcomer SINK THE SHIP haben ein neues Musikvideo zu „Second Chances“ veröffentlicht. Der Song stammt vom Debütalbum „Persevere“, das am 27. April via SharpTone Records erscheint und ab jetzt vorbestellt werden kann.