Interview mit Philipp "sG" Jonas von Crone

Mit CRONE wandelt Philipp „sG“ Jonas, Gitarrist und Sänger der deutschen Black-Metaller SECRETS OF THE MOON, auf felsigen Pfaden: Nicht nur das Albumcover der Mini-CD „Gehenna“ zeigt einen mächtigen Berg, auch musikalisch geht es ziemlich rockig zu. Im Interview erzählt er, wie das Projekt entstanden ist, was man sich vom Debüt-Album erwarten darf und lässt sich bezüglich der Zukunft von SEDRETS OF THE MOON in die Karten schauen.

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Mit CRONE hast du ein neues Projekt an den Start gebracht. Was hat dich zu dem Schritt bewogen und woher kennst du den zweiten Mann im Bunde, Markus Renzenbrink?
Markus und ich kommen aus der gleichen Stadt (Osnabrück) und kennen uns bereits seit mehr als 15 Jahren. Ich habe immer mal wieder bei Embedded für Live-Auftritte am Bass ausgeholfen als Not am Mann war. Wir wollten musikalisch schon immer mal etwas gemeinsam machen, aber die Zeit war einfach nie reif. Als ich für eine kurze Zeit zurück nach Osnabrück zog, schafften wir es dennoch und im Nu waren sechs Songs fertig.

Die CRONE-Songs klingen viel spontaner und intuitiver als die Stücke von SECRETS OF THE MOON. Würdest du das so unterschreiben und lässt sich dieser Eindruck durch eine unterschiedliche Herangehensweise ans Songwriting begründen?
Ich fand Songs von SECRETS OF THE MOON nie sonderlich vertrackt oder kopflastig. Ich weiß nicht, woher dieser Eindruck kommt. Aber es ist wohl einfach so, dass viele Leute unsere Musik als anspruchsvoll auffassen – wieso auch immer. Bei CRONE spielt natürlich der Einfluss von Markus eine große Rolle. Zudem sind die meisten Ideen auf „Gehenna“ auf einer Akustik-Gitarre entstanden. Natürlich spielt man hier eher mit traditionellen Akkorden als mit Power-Chords. Auch das wird einen Unterschied ausmachen. Aber wir haben uns trotzdem nie hingestellt und gesagt: „Hey lass uns doch besonders spontan klingen.“ Das gibt es nicht. Was immer in unseren Ohren für einen Song wichtig ist, wird integriert. Nie mehr.

Zwar verzichtet ihr auf den spirituellen Unterbau, den sich Okkult-Rock-Bands andichten, musikalisch ist „Gehenna“ aber von diesem Genre gar nicht so weit weg. Hat dich der Hype um dieses Genre und Bands wie The Devils Blood und Konsorten beeinflusst, was die musikalische Ausrichtung, vielleicht sogar die Gründung von CRONE betrifft?
Überhaupt nicht. Zwar gibt es in der „New Wave of Occult Rock“ ein paar interessante Bands, aber es ist nichts, was ich bewusst verfolge.


Mit Jarboe (ex-Swans) konntet ihr zudem eine prominente Gastsängerin gewinnen – wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Ich habe Jarboe auf unserer gemeinsamen Tour 2009 kennengelernt und sie besuchte uns auf unserer USA-Tour. Seitdem haben wir uns nicht aus den Augen verloren. Ich freue mich, dass sie nächstes Jahr zurück nach Deutschland kommt.

Ihr habt zum Song „House Of Gehenna“ ein Musik-Video veröffentlicht. Wie kam es dazu und warum ausgerechet dieser Song?
Das Video könnt ihr euch am Ende dieses Interviews ansehen!

Nach den guten Erfahrungen zum „Nyx“-Video (von SECRETS OF THE MOON, A.d.Red.) wollte ich sehr gerne auch für diese Veröffentlichung einen Clip. Es ist ein tolles Werkzeug, um eine Band viral bekannter zu machen. Welchen Song wir nehmen war von Anfang an klar. Vielleicht weil er am meisten Atmosphäre besitzt und im Kopf schnell Bilder entstehen.10400855_911580305534280_1236860104679811430_n

Wart ihr in die Entstehung des Drehbuchs eingebunden?
Nein, der Regisseur David Fitt hatte komplett freie Hand. Es ist seine eigene Interpretation des Songs. Meine Bilder im Kopf sehen anders aus, aber ich finde es sehr spannend, was andere Personen in den eigenen Lyrics sehen.

Wie stehst du denn generell zu dem Medium Video im Musikbereich?
Es ist spannend. Wir sind noch sehr unerfahren auf diesem Gebiet. Ich arbeite zur Zeit an einem Konzept für ein neues SECRETS-OF-THE-MOON-Video. Der Song dazu heißt „Man Behind The Sun“. Dieses Mal habe ich das große Bedürfnis, meine eigenen Bilder zu realisieren und ich hoffe, dass das möglich ist. Es ist großartig, dass Musikvideos dank Youtube & Co. wieder an Bedeutung gewonnen haben und Bands es schaffen, mit diesem Medium eine visuelle „Welt“ zu öffnen.

Crone - GehennaAuf die Mini-CD soll bald ein Album folgen – wie weit sind die Arbeiten hier fortgeschritten?
Wir stecken mitten im Songwritingprozess und haben uns erste Gedanken über die Wahl eines Studios gemacht, in dem wir aufnehmen wollen. Mehr ist bisher nicht passiert. Ich hoffe, dass wir in der ersten Jahreshälfte 2015 aufnehmen können. Ich freue mich sehr darauf. Es wird gut.

Was darf man sich von dem Album erwarten? Ist „Gehenna“ diesbezüglich aussagekräftig, oder wird das Album anders klingen?
Ich denke, es wird etwas anders klingen. Noch basischer als „Gehenna“. Aber wer weiß das schon. Im Studio kriegen Ideen oftmals lange Beine und laufen in Richtungen, die man nicht vorhersehen kann. Aber genau dieser Umstand macht lebendige Musik so spannend.

Werdet ihr auch für das Album Gastmusiker mit ins Boot holen?
Bestimmt werden wir das, aber da gibt es bisher keine konkreten Überlegungen. Ich würde gerne wieder ein paar Lyrics von anderen Musikern vertonen. Hier ist aber auch noch keine Idee spruchreif.

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Plant ihr, CRONE auch auf die Bühne zu bringen, und wenn ja: Gibt es für eine Live-Umsetzung schon ein vollständiges Lineup?
Es ist nichts geplant, aber auch das kann sich schnell ändern, wenn das richtige Angebot ins Haus flattert. Ich möchte aber nichts überstürzen, weil ich andere Prioritäten setze als live zu spielen. Das habe ich mit SECRETS OF THE MOON genug getan. Demnach gibt es bisher auch kein Live-Line-Up. Aber ich wüsste, wen ich frage, wenn es denn so weit kommen würde.

Apropos Lineup: Bei Secrets Of The Moon gab es mit dem Ausstieg von Thelemnar einen sehr einschneidenden Lineupwechsel. Kannst du uns zu den Gründen hierfür genaueres verraten?
Das gehört hier nicht hin.

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Wie geht es bei SOTM nun weiter – arbeitet ihr trotzdem bereits an einem neuen Album?
Ja, wir haben ein neues Album aufgenommen. Es bekommt in diesen Tage den Feinschliff.

Die letzten Worte gehören dir – gibt es noch etwas, was du unseren Lesern mitteilen möchtest?
Unterstützt kleine Bands und kauft Musik, damit eure Lieblingskünstler auch in Zukunft noch Qualität abliefern können. Das wird zu oft als selbstverständlich hingenommen …

Ich bedanke mich für deine Zeit!
Vielen Dank für die interessanten Fragen, Moritz.

Wenn du nichts dagegen hast, würde ich das Interview an dieser Stelle gern mit dem traditionellen Metal1.info-Brainstorming beenden. Was fällt dir spontan zu folgenden Begriffen ein:
Prophecy Productions:
Seit 10 Jahren ein toller Partner für meinen musikalischen Werdegang.
Selim Lemouchi:
Ich kannte ihn nicht gut, aber ich erinnere mich gerne an einige verrückte Momente mit ihm zurück. Ein großer Musiker, der bestimmt noch viel zu sagen gehabt hätte.
Dein Lieblingsalbum 2014:
Ganz spontan: „Midnight Sun“ von GOASTT und „Crush Songs“ von Karen O.
Swans:
Eine spannende Band – früher und im Jetzt. Für Interessierte: Bitte auch Michael Giras Angels Of Light anchecken.
Black Metal:
Damit kenne ich mich sehr wenig aus. Ich liebe alten Black Metal aus den 80ern und frühen 90ern. Hin und wieder höre ich mir neue Sachen an, aber es gibt selten Bands, die mich berühren.
Ampelfrauen:
Falls du auf Gleichberechtigung anspielst. Ja! Frauen sind die besseren Menschen.

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