CD-Review: Crone - Gehenna (MCD)

  • Veröffentlichung: 2014
  • Label: Prophecy, Ván
  • Spielart: Rock
Besetzung

Philipp Jonas – Gesang, Gitarre
Markus Renzenbrink – Gitarre, Schlagzeug

Gastmusiker:
Jarboe – Gesang (Track 04)

Tracklist

01. Houses Of Gehenna
02. Your Skull-Sized Kingdom
03. Escher's Stairs
04. Dead Man


Dass Musiker ungeachtet ihres angestammten Genres irgendwann die Liebe zur Rockmusik packt, ist nichts ungewöhnliches – die Liste daraus resultierender Nebenprojekte wie I, Chrome Division etc.pp. ist entsprechend lang. Mit CRONE folgt nun auch Secrets-Of-The-Moon-Mastermind sG alias Philipp Jonas diesem Ruf – das Resultat jedoch mehr als nur eine weitere, austauschbare Rock-Band.

Denn statt einen auf dicke Hose zu machen, widmet sich sG gemeinsam mit Schlagzeuger und Gitarrist Markus Renzenbrink (Embedded) einer extrem ruhigen, tiefgründigen Spielart des Rock: Ohne auf den gefeierten Okkult-Rock-Zug aufzuspringen, liefert das Duo vier Nummern ab, die gerade durch den Verzicht auf ein pseudo-düsteres Image viel tiefgründiger wirkt als so manche Okkult-Rock-Band. Lässige Gitrarren in Clean- und Crunch-Sound, minimalistisches Schlagzeug und Gesang, der immer mal wieder auf sympathische Art und Weise knapp an der Melodie vorbeischrammt, verleihen dem Mini-Debüt-Album „Gehenna“ dabei einen absolut authentischen Charakter: Hier versucht niemand, zu sein, was er nicht ist – weder der große Rockstar, noch ein lupenreiner Sänger – stattdessen hört man zwei Männer, die ihr Faible für rockig Klänge ausleben. Das Resultat sind vier sehr lebendige, gefühlvolle und vor allem ehrliche Tracks, die im besten Sinne eher nach Proberaum denn nach Studio klingen. Mit diesem ungekünstelten Stil konnten die beiden Musiker sogar Jarboe (ex-Swans) so sehr beeindrucken, dass sie das Werk mit einem Gesangsbeitrag beim abschließenden Stück „Dead Man“ veredelt – definitiv aber nur einer unter erfreulich vielen Höhepunkten auf dieser vergleichsweise kurzen Veröffentlichung.

Mit „Gehenna“ legen CRONE eine erste Veröffentlichung vor, die Lust auf mehr macht – das Album-Debüt kann also mit Spannung erwartet werden. Bleibt nur zu hoffen, dass das Duo seinem noch jungen Stil treu bleibt und auf voller Länge nichts von seiner Authentizität einbüßt.

Keine Wertung

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