Interview mit Michael Ehré von Gamma Ray

Sie gehören zu den ganz großen des deutschen Power Metals – und zu den verplantesten. Die Rede ist natürlich von GAMMA RAY, mit denen vor einem Jahr unser Interview platzte, weil Kai Hansen im Stau stand und erst knapp vor seinem Auftritt die Location erreichte. Dieses Mal waren wir mit Henjo Richter verabredet, der aber spontan durch Michael Ehré ersetzt wurde. Michael erwies sich dann als freundlicher und informierter Gesprächspartner, sodass ihr jetzt Antworten auf unsere Fragen nach Touren, Coverversionen, Kais Stimmproblemen und natürlich die Planungsschwierigkeiten der Band lesen könnt.

Gamma Ray 2014

Michael, schön, dass du Zeit für uns hast! Wie läuft die Tour bisher?
Die Tour läuft prima. Wir hatten einige ausverkaufte Shows und viele, die wirklich sehr gut besucht waren. Von daher können wir uns wirklich nicht beklagen. Wir hatten ja sogar schon eine Woche bevor das aktuelle Album [„Empire Of The Undead“, Amn. d. Red.] herauskam begonnen und man hat deutlich gemerkt, dass die Tour noch geiler wurde, als die Leute das Album dann hatten und mit den Titeln vertrauter waren. Das ist natürlich immer cool.

Heute spielt ihr in Hamburg – wie ist das so für euch, Hamburg ist ja für viele eine alte Heimat. Oder macht es keinen Unterschied, ob Hamburg oder Helsinki?
Gamma Ray Photoshoot for "Empire Of The Undead"Nee, das ist schon ein Unterschied. Wenn du vor Freunden und Bekannten spielst, und auch deine Familiy da ist, dann ist das viel geiler. Andererseits ist es auch mehr Druck. Wir haben hier weniger Ruhe, du musst dich ja auch um die Leute kümmern, die dann da sind, dabei hast du eigentlich schon die ganze Zeit die Show im Hinterkopf. Du bist also mit der einen Hirnhälfte bei der Show, mit der anderen bei der Familiy – das ist etwas schwierig, aber nichtsdestotrotz freut man sich, wenn man vier Wochen unterwegs war und jetzt seine Leute wieder trifft.

Die heutige Show ist in den Docks, wie schon letztes Jahr. Gibt es so etwas wie Lieblingslocations für euch?
Es ist ja so, dass die Buchungen von der Konzertagentur gemacht werden. Da hatte ich jetzt nichts mit zu tun. Das Docks bietet sich schon von der Größe her an.
Hast du denn persönlich eine Lieblingslocation in Hamburg?
Docks ist schon geil. Ich mag aber auch die Freiheit und die Markthalle. Ich weiß, dass es dort mit dem Sound manchmal etwas schwieriger ist.
Da hatten wir bisher hier schlechtere Erfahrungen gemacht …
… Echt? Naja, mag sein. Letztendlich habe ich in meinem Leben zwar als Musiker schon ein paar Mal in Hamburg gespielt, aber ich war natürlich viel öfter als Gast hier. Ich habe alleine deshalb schon viele schöne Erinnerungen; so habe ich hier Black Sabbath gesehen und Priest, aber auch geile Konzerte in der Markthalle. Von daher ist der Nostalgiefaktor bei all diesen Locations da.

Überhaupt seid ihr ja in den letzten paar Jahren ziemlich viel auf Tour gewesen, alleine die Hellish Rock Tour mit Helloween war ja sehr umfassend. Ist das eher anstrengend oder eher bereichernd?
Sowohl als auch. Es ist natürlich sehr anstrengend, aber in gleichem Maße sehr cool und bereichernd. Bei der Hellish Rock Tour waren wir ja aber nur Special Guest, hatten also 65 Minuten. Jetzt spielen wir jeden Abend 90 – na ja, wir wollten eigentlich 90 Minuten spielen, toll, jetzt spielen wir doch 120 Minuten. Das merkst du nach anderthalb Wochen als Schlagzeuger deutlich, jeden Morgen wache ich auf, bin noch todmüde und erschöpft und denke mir, es ist nicht schlecht, wenn ich nächste Woche einen kleinen Break habe. Aber andererseits ist es auch geil, wenn du Headliner bist, weil alles auf dich abgestimmt ist. Es hat alles seine Vor- und Nachteile.

Wo wir gerade bei Nachteilen sind: Ich habe im Tourblog gelesen, dass mit Kais Stimme etwas nicht stimmt – was ist da passiert?Gamma Ray Photoshoot for "Empire Of The Undead"
Ja, Kai hat sich eine dicke, fette Bronchitis eingefangen und striktes Sprechverbot vom Arzt bekommen. Letzte Woche, als wir wieder in Deutschland waren, hatten wir einen Tag frei und er ist zum Arzt gegangen und der hat gesagt „Fresse halten ist angesagt“. Das hat Kai natürlich nicht gemacht. Wir haben uns deshalb Gäste eingeladen, die ihn unterstützt haben und ihm Songs abnehmen. Es ist aber im Laufe der Woche schon deutlich besser geworden mit seiner Stimme. Dennoch haben wir immer noch sieben Gigs vor uns und das ist nicht wenig. Da muss Kai jetzt irgendwie durch, aber das kriegt er auch hin. Was wäre denn auch die Alternative? Absagen? Das ist doch auch scheiße.

Instrumentalset…
lacht Toll! Das ist auch nicht so geil. Von daher: Die Sache mit den Gastsängern war eine Nummer, die für uns absolut sinnvoll schien.

Wie schafft man das denn, von einem Tag auf den anderen gleich drei Ersatzsänger zu finden?
Ja, wir hatten Tobias Sammet, Fabio Lione, der ja eh dabei ist, und einen Kumpel von Dirk [Schlächter, Bass, gemeint ist Frank Becker; Anm. Red]. Dafür haben wir wie blöd telefoniert, ganz verschiedene Leute angerufen, aber das war für viele zu kurzfristig. Dirk kommt ja ursprünglich aus der Ecke von Aschaffenburg und kannte einige Leute, eben auch Frank Beck. Der ist sofort gekommen und er macht es wirklich gut, das hat er sich in kurzer Zeit alles raufgeschafft, wirklich cool.

Gut, das bringt uns gleich zur nächsten Frage: Wie gut ist denn eigentlich das Netzwerk der deutschen Power-Metal-Bands ausgeprägt? Wie gut kennt man sich, wie viele würde man auch als Freunde bezeichnen?
Freunde ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt. Viele sieht man nur alle Jubeljahre. „Kumpel“ trifft es aber, man sieht sich. Ich habe auch schon bei einer bekannten Band ausgeholfen und auch bei einer Hamburger Band. Sogar mein Einstieg bei GAMMA RAY war ja so, als ich für die Fanaufzeichnung in Berlin ausgeholfen habe. Das macht man einfach, das ist keine Frage – zumindest, wenn man keine anderen Verpflichtungen hat. Wer nicht da ist, ist nicht da. Aber wenn es sich einrichten lässt, ja. Das finde ich auch richtig cool, dass das so funktioniert.

Wo wir bei anderen Verpflichtungen sind: Kai wird ja jetzt bald wieder mit Unisonic arbeiten. Müssen wir uns da auf eine Auszeit bei GAMMA RAY einstellen? Und was macht der Rest von euch in so einer Zeit?
Ich denke, es wird schon eine Auszeit geben, wobei wir jetzt noch weitere Shows im Sommer auf dem Plan haben und an einer Japan-Tour arbeiten, die aber noch nicht ganz sicher bestätigt ist. Ich glaube, die zweite Jahreshälfte wird dann doch Unisonic gehören. Ich für meinen Teil habe noch genug andere Sachen zu tun, die ich machen kann, Dirk hat auch noch eine andere Band am Start – das geht schon irgendwie. Man muss es koordinieren.

gamma-ray-empire-undead-5830Sprechen wir doch noch mal über aktuelles Album, „Empire Of The Undead“ – das hat ein bisschen gedauert, bis das raus kam, nicht wahr? War das Album nicht ursprünglich schon zur letzten Tour gedacht und die damalige EP „Master Of Confusion“ eher eine Notlösung?
Ja, nee, nicht ganz. Dass das volle Album nicht zur Tour kommen würde, wussten wir schon vorher. Wir saßen am vollen Album, als das Angebot kam, die Hellish Rock Tour zu machen. Deshalb hatten wir überlegt, wie schaffen wir es, wenigstens ein Produkt zur Tour zu haben, dass wir dann auch bewerben können. So haben wir dann einfach die fertigen Songs aufgenommen und rausgebracht, als Vorab-EP für das kommende Album. Wenn wir dann Zeit hatten, zwischen der Tour in den Auszeiten, haben wir weiter am Album gearbeitet, also quasi parallel.

Wenn du „Empire Of The Undead“ mit dem Vorgänger „To The Metal“ von 2010 vergleichst – was ist für dich der wesentliche Unterschied?
Die sind schon soundmäßig unterschiedlich. „Empire“ wurde von Eike Freese gemischt, wohingegen „To The Metal“ von Kai und Dirk gemischt wurde. Das sorgt zwangsläufig für einen Unterschied, egal jetzt ob das eine besser oder schlechter ist. Ich glaube, wir haben es geschafft, auf „Empire“ frischer zu klingen. Es klingt für mich wirklich frisch, ohne dass ich dir sagen könnte, wie wir das gemacht haben. Wenn man einen Plan für so etwas hätte, könnte man es ja immer machen, aber hier ist es einfach gelungen. Das ist ein wesentlicher Aspekt für mich und der sorgt meiner Meinung nach auch dafür, dass das Album zur Zeit so gut ankommt. Ich meine – wir haben fast durchweg gute Kritiken bekommen, und alle fragen uns immer: „Warum ist das Album so, wie es ist?“ Wenn wir das wüssten, würden wir die nächsten 20 Jahre so weitermachen! Aber es ist nun mal einfach so geworden, wie es geworden ist. Es gibt da keine Formel für.

Also setzt ihr euch auch nicht hin und sagt: „Wir wollen mal wieder rockiger“ klingen? Das wäre für mich ein wesentlicher Unterschied gewesen.
Also – was Kai als erstes gesagt hat, daran kann ich mich gut erinnern, weil er von der Unisonic-Tour wiederkam und die ja eher Hard Rock spielen: Jetzt muss es mal wieder mehr auf die Glocke geben. Das war also die Prämisse. Das ist uns ganz gut gelungen, glaube ich. Die rockige Attitüde kommt vielleicht von der Frische des Albums. Manchmal passt einfach alles. Als das Album fertig war, hätten wir nicht einmal gedacht, dass es so gut ankommt. Man ist da immer so im gesamten Prozess gefangen, dass man sich gar nicht so viele Gedanken über den Erfolg macht. Man hört es am Ende und denkt: „Ja, das ist irgendwie cool“, aber dass du in den beiden größten Magazinen – Rock Hard und Metal Hammer – auf Platz eins landet, auf Platz 13 in den deutschen Albencharts einsteigst, was wir vorher noch nie geschafft haben – hätte mir das irgendwer vorher gesagt, hätte ich geantwortet: „Das ist jetzt doch etwas hoch gegriffen.“

Ihr habt diesmal auf dem Album gar keine Coverversion. Die gibt es ja sonst durchaus öfter, auch zuletzt auf der EP. Klar eine EP braucht ja so ein bisschen…
…Füllmaterial!

Kann man denn sagen, wenn GAMMA RAY einen Song covern, das er von einem musikalischen Vorbild kommt? Oder manchmal auch Kontrastprogramm?0208610ERE_Gamma-Ray_Master-Of-Confusion_Booklet-16s_RZ.indd
So wie ich das kennengelernt habe – ich bin noch nicht allzu lange dabei [seit 2012, Anm. d. Red] – aber die beiden Coverversionen auf der EP, einmal The Sweet, damit hatte ich noch nichts zu tun, das hat Daniel getrommelt, da weiß ich aber, dass das ein Vorbild für die Band ist. Man muss sich nur mal die Chöre auf anderen Alben von GAMMA RAY anhören, da hört man: Da ist The Sweet, die auch für ihre hohen Chöre bekannt sind und definitiv ein Einfluss waren. Die andere Coverversion, „Death or Glory“, hat Kai angeschleppt, weil er die Band so geil findet. Ich glaube schon, wenn man Sachen covert, dass das Sachen sein sollen, die man selber gut findet. Macht ja keinen Sinn, sich irgendwas rauszupicken und zu sagen, das machen wir jetzt mal gut. Man sollte das schon im Vorfeld geil finden.

Die Frage ist ja aber: Ist das ein richtiges Vorbild, wir haben den Einfluss daher, oder ist es eher: Das finde ich geil, es ist komplett andere Musik als unserer Kram …
Ich glaube, das kann beides sein. Es sind zwei verschiedene Ansätze, aber es kann ja sein, dass sich die beiden Ansätze irgendwann mal treffen. Kann aber auch sein, dass du sagst: Die Band ist ein Vorbild, und die andere Band ist nicht gerade ein Vorbild, aber den Song finden wir halt geil, deswegen machen wir das.

Kommen wir mal zu einem speziellen Song, und zwar „Time for Deliverance“. Uns beiden ist da irgendwie gleich Queen eingefallen…
schmunzelnd Wie kann denn das sein?

Habt ihr offenbar schon mal gehört. War das in irgendeiner Form bewusst?
Der Song ist von Dirk, der hat ihn geschrieben.

Im Idealfall sprecht ihr ja aber darüber.
Schon klar, ich muss nur ein wenig ausholen. Ich weiß nicht, ob sich Dirk hinsetzt und sagt, ich möchte jetzt einen Song machen, der wie Queen klingt. Ich glaube, das ist nicht der Fall. Aber ich kann mir vorstellen, dass unbewusst Bands auf dich Einfluss nehmen, ob du willst oder nicht. Und ich weiß auch, dass Kai der Ober-Queen-Fan ist.

Gamma Ray Photoshoot for "Empire Of The Undead"Wann habt ihr denn gemerkt: Wow, das ist voll „We are the Champions“-mäßig?
Irgendwann haben wir das gemerkt. Und dann ist es schon so, dass man die Chöre oder die Gitarre, die da so klingen, bewusst einsetzt. Aber es ist nicht so, dass man sagt: Wir nehmen das und klauen es. Das ist eher eine Art Hommage, wir finden das geil. Ich finde, das ist voll legitim. Da sollte man auch zu stehen.

Aber es ist so, wie du durchscheinen lässt, dass ihr das noch vor dem Aufnahmeprozess gemerkt habt, sodass ihr beispielsweise bewusst die Arrangements gelegt habt?
Das Arrangement stand im Wesentlichen schon. Es ist mehr eine Soundfrage. Es war nicht so, dass wir gesagt hätten: Wir brauchen eine Ballade, die nach „We are the Champions“ klingt. Das hat sich so entwickelt.

Songs entwickeln sich ja hin und wieder spontan…wie genau bildet denn „Master of Confusion“ wirklich GAMMA RAY ab? In der Promotion damals hieß es, so sei die Band halt.
Du sprichst auf den Text an. Ja, das ist 1:1 Gamma Ray. Das ist ganz schlimm! lacht Du machst dir kein Bild, wie konfus, ja, wie schlimm das manchmal ist. Es ist wirklich autobiografisch, mehr kann ich dazu nicht sagen. Wir haben es ganz oft, dass wir Deadlines nicht einhalten.

War es für dich ein Kulturschock, da hineinzugeraten?
Na ja, ich bin vorgewarnt worden. Und ich habe im Vorfeld einiges über die Band gehört, und merke jetzt: Es ist alles wahr. Es ist wirklich alles wahr. Da habe ich mir im Vorfeld Gedanken gemacht: Tust du dir das an? Aber es klingt dann doch alles viel schlimmer, als es ist. Die Jungs sind alle so liebenswert, die machen das nicht, um dich zu ärgern oder um dir wehzutun oder um irgendetwas durcheinander zu bringen. Die sind einfach so. Und – das habe ich mir abgeschminkt – du wirst sie nicht mehr ändern.

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Vor einem Jahr ist dieses Interview geplatzt, weil Kai im Stau stand. Das hängt ja vielleicht auch mit Timing zusammen.
Das hängt auch mit Timing zusammen, ja. Da sind schon so viele Dinger gelaufen, wo du dir nur an den Kopf fasst. Aber im Umkehrschluss: Die Jungs nehmen einem auch selbst nichts übel, wenn mal irgendetwas ist. Von daher ist da schon alles cool, alles gut.

Nun zu einem eher traurigen Kapitel: Das Studio, von dem Kai und Dirk ja Miteigentümer waren, ist zerstört worden. Wie habt ihr davon erfahren? Ihr wart doch auf Tour zu dem Zeitpunkt …
Ja, wir sind in Südamerika angekommen und saßen morgens beim Frühstück, als Kai seine Mailbox abhörte, so war das glaube ich. Da war die Message von Eike Freese [Miteigentümer Hammer Studios, Amn. d. Red.], dass er ihn unbedingt zurückrufen muss, weil das Studio gerade brennt. Das ist kein Witz, hat er noch dazu gesagt. So haben wir das erfahren, noch am ersten Tag.
Dass wir auf Tour waren, war Segen und Fluch gleichzeitig. Einerseits war man abgelenkt, andererseits hat man natürlich immer gedacht: Was geht da gerade vor sich? Und man hat recherchiert im Internet, nach Bildern gesucht, irgendwelche Aufnahmen, wo man sehen konnte, wie weit das Feuer fortgeschritten war. Und man hatte eine Aufgabe und musste jeden Abend spielen. Wenn wir hier gewesen wären, hätten wir doch auch nichts machen können. Was denn auch? Mit Wasserpistolen hinfahren und spritzen? Das ist alles Blödsinn. Wie gesagt, Segen und Fluch gleichzeitig.
Aber unterm Strich war es echt scheiße. Die Proberäume sind alle weg, das ganze Equipment der anderen Bands, das ist alles futsch.

Gamma Ray, 2013

Auch eures?
Nee, wir hatten Glück. Das Gebäude war ein langer Schlauch, unser Studiokomplex ganz am Ende des Schlauches. Das Feuer ging am Anfang los und hat sich nach hinten durchgearbeitet. Die Feuerwehr konnte unser Studio nicht retten, aber das Gröbste verhindern. Die haben Wände eingeschlagen, um prophylaktisch die ganzen Räume einzusprühen.
Ich konnte große Teile meines Schlagzeugs daraus retten. Das Witzige war – das glaubt uns keiner, aber war tatsächlich so: Wir haben die Sachen rausholen lassen von Freunden, da wir in Südamerika nichts machen konnten, und haben von ihnen die Sachen unterstellen lassen. Und als wir angefangen haben, an dem Album weiterzuarbeiten, also als wir wieder zurück waren, haben wir mit dem Schlagzeug den Rest aufgenommen, ohne überhaupt die Felle zu wechseln. Das muss man sich mal vorstellen. Es klang immer noch geil. Wenn man die Bilder im Internet gesehen hat, wo das Schlagzeug so zusammengefallen ist, kann man sich das nicht vorstellen. Aber es waren auch Sachen verschwunden, eine Fußmaschine war weg, meine Beckentasche war futsch, da waren mit Sicherheit Plünderer unterwegs.

Wie habt ihr denn die Rückmeldungen und die Solidarität in der Stadt erlebt? Hattet ihr schon das Gefühl: Hamburg gibt seinen Musik Schaffenden etwas zurück?
Voll, absolut. Wir konnten in den Chameleon Studios in Hamburg weiterarbeiten, die Solidarität war echt riesig.

Seit einigen Monaten haben wir ja ein angespanntes politisches Klima in der Stadt, wie die international wahrgenommen Debatte um die Gefahrengebiete. Wie sehr nimmt man das wahr, wenn man als Band hier unterwegs ist, und kann das auch eine Inspiration für Gamma Ray sein?
Ich komme ja nun nicht aus Hamburg, das wäre mehr eine Frage für einen der Hamburger. Ich wohne in Nordenham bei Bremerhaven da oben. Ich kriege sooo viel unmittelbar davon nicht mit. Ich könnte nicht sagen, dass uns das in irgendeiner Form beeinflusst hat. Nein, glaube ich nicht.

Gamma Ray Photoshoot for "Empire Of The Undead"

Okay. 25 Jahre Gamma Ray nun – ein Blick in die Zukunft? Was erwartet uns als Nächstes?
Wenn ich das wüsste. lacht Ich habe keine Ahnung. Jetzt machen wir erst mal die Tour zu Ende, gucken, wie Japan und die Festivals laufen, dann Unisonic abwarten und das geht das Ganze schon wieder von vorne los.

Wir haben es ja auch mit den „Masters of Confusion“ zu tun.
DAS kommt noch erschwerend hinzu!

 

Publiziert am von Marc Lengowski

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