Interview mit Samuel Nyman von Manimal

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Heavy Metal und Schweden – das gehört seit jeher zusammen. Vor allem im Power Metal hat das Land im Norden Europas und vor allem die Stadt Göteborg dank Bands wie Hammerfall oder Dream Evil seit Jahrzehnten die Nase vorn. Auch MANIMAL stammen aus ebenjenem Power-Metal-Ballungszentrum und feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Das geht kaum besser als mit einem neuen Album und so veröffentlicht die Truppe obendrein mit „Armageddon“ in Kürze ihr viertes volles Album. All das ist Grund, der Mannschaft auf den Zahn zu fühlen, weshalb wir Frontmann Samuel Nyman zum Interview baten.
Das Logo der Power-Metal-Band Manimal

Hallo, Samuel und vielen Dank für deine Zeit! Es liegen harte – und seltsame – 18 Monate hinter uns. Wie geht es dir?
Hi! Ja, die Zeiten waren für so ziemlich jeden schwierig, aber uns geht es gut – vielen Dank! Mit dem baldigen Erscheinen des neuen Albums surft die ganze Band gerade auf einer positiven Welle, obwohl die Auswirkungen der Pandemie natürlich noch immer spürbar sind.

Seit der Veröffentlichung eures letzten Albums „Purgatorio“ sind etwa drei Jahre vergangen. Was hat sich seither bei MANIMAL getan?
Wir sind seither ziemlich viel auf Tour gewesen und haben an neuen Songs gearbeitet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das Cover von "Armageddon" von ManimalMANIMAL feiern dieses Jahr ihren 20. Geburtstag. Wie fühlt sich das an?
Ich bin so stolz auf das, was wir in den letzten 20 Jahren erreicht haben! Wir haben vier Alben voller hochwertigen Heavy Metal veröffentlicht und sind nicht nur durch Europa, sondern auch durch die USA und sogar Russland getourt. Wer hätte das für möglich gehalten, als wir die Band vor 20 Jahren gegründet haben? Ich sicher nicht.

Im Dezember erscheint euer neuestes Album „Armageddon“. Was kannst du uns darüber erzählen?
Auf „Armageddon“ gibt es zehn Heavy-Metal-Songs, die alle Volltreffer sind – da ist kein einziger Füller dabei. Um ein altes Klischee zu bedienen: Das ist bisher unser bestes Album. Ich kann es einfach nicht anders beschreiben, denn alle vier Bandmitglieder sehen das genau gleich.

Wie würdest du sagen hat sich euer Sound seit „Purgatorio“ verändert?
Ich glaube, dass dieses Album genau an seinen Vorgänger anknüpft. Im Hinblick auf den Sound ist „Armageddon“ also der natürliche Nachfolger von „Purgatorio“. Wir haben das Songwritingt natürlich auf das nächste Level gehoben und ein paar neue Elemente hinzugefügt, aber davon abgesehen ist es ziemlich genau das Gleiche.

Wie lief das Songwriting zu „Armageddon“ ab? Musstet ihr eure Arbeitsweise aufgrund der Pandemie ändern?
Das Songwriting lief eigentlich genauso ab wie sonst auch. Henrik (Stenroos, Gitarre, Anm. d. Red.) und ich sind es gewohnt, über die Distanz in unseren jeweiligen Heimstudios zu arbeiten, also hat die Pandemie zumindest hierauf keinen Einfluss gehabt. Wir nehmen beide jeweils unsere Ideen auf und schicken sie uns dann gegenseitig zu. Als es dann an die eigentlichen Aufnahmen ging, konnten wir logischerweise nicht mehr verhindern, dass wir uns auch mal treffen würden – trotzdem haben wir aber immer versucht, unnötige Kontakte zu vermeiden. Zusammenfassend würde ich sagen, dass wir unsere gewohnte Arbeitsweise beibehalten konnten und nur kleinere Änderungen vornehmen mussten, um die Arbeit so sicher wie möglich zu gestalten.

Für „Armageddon“ habt ihr ein wirklich starkes Artwork gewählt. Wer hat es realisiert?
Der Mann hinter dem Albumcover sowie den Single-Artworks ist der überaus talentierte Stan W. Decker. Er wurde uns von unserer Booking-Agentur empfohlen, die bereits in der Vergangenheit mit ihm gearbeitet hatte. Wir sind absolut begeistert von dem, was er für uns erschaffen hat. Wir haben ihm unsere grobe Vorstellung für das Cover vermittelt und er hat das dann zu Papier gebracht. Das Ergebnis hat unsere Erwartungen bei Weitem übertroffen!

Worum geht es in den Texten auf eurem neuen Album?
Die Themen, die alle Texte von „Armageddon“ gemeinsam haben, sind Dunkelheit, Hass, das Böse und Wahnsinn, also ziemlich düsteres Zeug. Ungeachtet dessen war es aber nicht unser Ziel, der Welt noch mehr Trauer und Depression zu vermitteln – ganz im Gegenteil: Wir hoffen, dass unsere Hörer in unserer Musik Stärke und Hoffnung finden werden. Es kann durchaus befreiend sein, zum Refrain des Openers „Burn In Hell“ zu brüllen. Probiert es doch mal aus!

Ein Foto der Band ManimalSchweden und vor allem Göteborg haben im Laufe der Jahrzehnte viele einflussreiche Metalbands hervorgebracht. Wie beurteilst du die schwedische, aber auch die internationale Metalszene heute?
Ich glaube, die Szene ist sowohl in Schweden als auch im Rest der Welt stärker als jemals zuvor. Es gibt heute so viele tolle Bands und jeden Tag wird so viel gute Musik veröffentlicht, dass es sogar schwer ist, den Überblick zu behalten.

Schmiedet ihr schon Tourpläne für die Zeit, in der Konzerte wieder regulär möglich sind?
Auf jeden Fall! Zusammen mit unserer Booking-Agentur loten wir gerade verschiedenen Tourmöglichkeiten für das kommenden Jahr aus. Da ist sowohl etwas nach dem Sommer als auch schon für Winter bzw. Frühjahr dabei. Zudem werden wir nächstes Jahr neben regulären Touren auch auf Festivals spielen. Dabei freuen wir uns besonders auf das „Bang Your Head!!!“ in Balingen.

Wie bewertest du die Möglichkeit von Eingangsbeschränkungen für Konzerte in Form von Impfnachweisen, PCR-Tests etc.?
Wenn es das ist, was wir brauchen, um die Unterhaltungsbranche wieder in Gang zu bekommen, dann sollte man es so machen. Ich würde das aber gerne als letzte Möglichkeit betrachten, die man nur umsetzen sollte, wenn Konzerte andernfalls überhaupt nicht mehr stattfinden könnten.

Vielen Dank für dieses Interview! Lass uns abschließend noch etwas Brainstorming betreiben. Was fällt dir spontan zu den folgenden Begriffen ein?
Lockdown: Langweilig.
W.A.S.P.: Tolle Live-Auftritte.
Pay To Play: Ist scheiße, aber so läuft es heutzutage eben.
Göteborg-Sound: Fredrik „Studio Fredman“ Nordström
Tourbus: Muffig (lacht).
MANIMAL in zehn Jahren: Noch immer aktiv. Wir veröffentlichen nach wie vor Alben von höchster Qualität und touren um die Welt, wo wir in Stadien spielen.

Noch einmal vielen Dank für deine Zeit! Die letzten Worte sollen dir gehören – möchtest du unseren Lesern noch etwas mitteilen?
Ich weiß, dass das Album als Format den meisten Konsumenten von Musik heute nicht mehr heilig ist. Die überwiegende Mehrheit fügt einfach einzelne Songs zu den Playlists diverser Streaming-Dienste hinzu. Aber wenn ihr auf Metal steht, dann tut euch selbst einen Gefallen und hört euch unser neues Album „Armageddon“ an – und zwar das ganze Album! Ich verspreche euch, dass ihr es nicht bereuen werdet. Wahrscheinlich werdet ihr eher MANIMALIZED! Danke für dieses Interview!

Ein Foto der Power-Metal-Band Manimal

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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