Interview mit Martin, Sane, Nik und Laui von Nachtgeschrei

NACHTGESCHREI fühlen sich selbst stark wie nie. 2015 soll ihr neues Album „Staub und Schatten“ gleichzeitig erst der Startschuss für neue Höhenflüge sein. Im Herbst gehen die Musiker zusammen mit Saltatio Mortis auf Tour, bevor sie 2016 selbst die Clubs unsicher machen und die erneut die großen Festivalbühnen erobern wollen. Wie sich die Band und ihre Musik durch Martin am Gesang und dessen Orchesterelemente entwickelt hat und welche Elemente Neu-Mitglied Laui beisteuert, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Interview mit direkt vier Musikern.

 

Hi Jungs, hi Laui! Vielen Dank für eure Zeit. Wie geht’s es euch rund um den Release von „Staub und Schatten„?
Martin: Prächtig, ich für meinen Teil habe dieses Mal eine hohe Erwartungshaltung. Eigentlich hat man die mit jedem Album, das man auf die Welt loslässt, und natürlich ist es immer mit einer gewissen Portion Zweifel verbunden: Hat man da alles richtig gemacht? Hätte man nicht besser bei dem Lied noch was verändert? Aber dazu ist es nun zu spät und man lehnt sich zurück und schaut zu, wie das Publikum auf die Songs reagiert. Es ist manchmal echt spannend, dass gerade die Lieder, an denen man selbst gezweifelt hat, bei manchen Hörern am besten ankommen.

Ihr habt auf den Release vergleichsweise lange gewartet, seid nun bei SPV unter Vertrag. Ändert die lange Vorlaufzeit zwischen Studio und Veröffentlichung sowie ein neues Label im Hintergrund etwas an eurer Erwartungshaltung?
Sane: Ja absolut! Wie du ja weißt, sind wir nicht gerade soetwas wie „Label-Switcher“, im Grunde haben wir, als Nachtgeschrei, schon immer mit Massacre zusammengearbeitet und sind deshalb natürlich umso neugieriger wie die Zukunft mit SPV Oblivion aussehen wird. Natürlich wurde, ich sage mal, „das Übliche“ bezüglich des „Staub und Schatten“-Releases vorab besprochen und recht detailliert geplant, es bleibt aber dennoch viel Raum für Dinge, die man jetzt erst auf sich zukommen lässt. Ich möchte da noch nicht allzu viel verraten, aber wir haben noch das ein oder andere Schmankerl in der Hinterhand. Für uns gilt jetzt: Nach dem Release ist vor dem Release und wir sind bereit, unseren neuen Partnern hoffentlich schon sehr bald neues Material ankündigen zu können. Ich denke so motiviert und produktiv waren wir tatsächlich noch nie.

Nachtgeschrei 1

Kannst du uns verraten, wann und wie die Arbeiten an „Staub und Schatten“ begonnen haben und wie ihr auf den Titel gekommen seid?
Martin: Angefangen, zumindest für mich, hat das schon im Herbst 2013, als ich die ersten Takte von „Verloren“ und „Monster“ geschrieben habe. Aber ab dann war das ein stetig stattfindender Prozess. Es ist nicht so, dass wir da sitzen und auf Teufel komm raus alles fertig geschrieben hatten. Es kamen nach und nach Songs von allen, die Ideen hatten dazu, und von da an arbeitet jeder so ein bisschen an den Songs weiter. Da werden Themen verändert, Stellen gestrichen, manchmal mit schon älteren Ideen verbunden und voilà, so entsteht am Ende ein Album. Der Name kam tatsächlich erst später zustande, als „Staub und Schatten“ fertig war bzw. als wir wussten, wir hatten einen Song mit diesem Titel, waren wir uns einig, dass der Name super für ein Album geeignet ist. Man bemerke, bei diesem Album waren wir uns erschreckend oft sehr schnell einig.

Ihr habt insgesamt 12 Stücke auf die CD gebannt, keines davon instrumental und mit „Kerberos“ auch „nur“ die Hinleitung zu „Eden“. Wie würdet ihr den Aufbau vom Anfang bis zum Ende beschreiben?
Martin: Die Reihenfolge ist immer ein Diskussionthema. Jeder hat so seine eigene Vorstellung davon, wie er gerne das Album zusammengestellt hätte. Aber als Faustregel sollte immer gelten, dass es für den Hörer stimmig und nicht langatmig werden soll. Wenn man zum Beispiel alle ruhigeren Nummern an den Anfang stellt, macht das keinen wirklichen Sinn. Wenn der Opener stimmt, ergibt sich der Rest der Zusammenstellung früher oder später von selbst. Gerade, dass das „Monster“ einen direkt packt, ein bisschen durchschüttelt und man direkt drauf eingestellt ist, dass man hier mit etwas mehr Action rechnen muss, war uns schnell klar. Und genauso wichtig war uns, dass „Schlaflos“ den Hörer entlassen wird. Also hatten wir den Anfang und das Ende schon fertig und danach wurde einfach geschaut, wo kommt was hin, damit es sich gut anfühlt. Wir hatten viel ausprobiert, man macht sich verschiedene Zusammenstellungen auf CDs, fürs Auto, für den iPod oder sonstwas und schaut, wie es wirkt. Im Prinzip soll es eine runde Sache sein und ich glaube, dass wir das geschafft haben.
Laui: Es wird laut, es wird sanft, es wird episch. Bunt gemischt und trotzdem schwarz wie wir eben so sind. Ich würde sagen, das Album kommt anfangs mit „Monster“, „Das Nichts“ und „Die Wilde Jagd“ sehr laut und direkt auf den Hörer zu. Der Titelsong „Staub und Schatten“, mein persönliches Lieblingslied, und unser Epos „Eden“ schlagen die Brücke zu sanfteren Klängen. Lieder wie „Lunas Lied“ und „Schlaflos“ kommen etwas düsterer daher als die Anfangsstücke der Platte, tiefgreifender vielleicht. Wir haben uns bemüht, ein vielseitiges Gesamtbild zu schaffen.

Nachtgeschrei 2

Wo seht ihr Anknüpfungspunkte oder auch Unterschiede zum Vorgänger „Aus Schwärzester Nacht„?
Sane: Das liegt vielleicht im Auge des Betrachters. Ich sehe es so, dass alles was wir machen, bricht es von der Grundidee noch so sehr aus dem „gewohnten“ Rahmen, im Endeffekt doch wie Nachtgeschrei klingt – das galt bisher für jedes unserer Alben und dennoch hört man einen großen Unterschied zwischen den fünf Platten und bemerkt ständige Veränderung. Für uns alle war die neue Scheibe, so wie sie geworden ist, eher eine logische Weiterentwicklung zum Vorgänger. Wir haben aus den Erfahrungen mit „Aus Schwärzester Nacht“ gelernt und zum Beispiel Martins Orchesterfähigkeiten gezielter genutzt, um einen Anknüpfungspunkt zu nennen. Ein deutlicher Unterschied dürfte der sparsamere Einsatz von Akustikgitarren sein, was allerdings eher Zufall als Vorsatz ist.
Laui: Lieder wie „Monster“ oder „Die Wilde Jagd“ machen genau da weiter, wo wir mit „Aus Schwärzester Nacht“ aufgehört haben: Sie sind laut, direkt und gehen geradewegs auf den Hörer zu. „Aus Schwärzester Nacht“ war eine Platte, die wir durch und durch live auf die Bühne bringen wollten und konnten, auch deshalb um viel Material mit Martin ans Publikum heranzutragen. „Staub und Schatten“ nimmt diesen Gedanken wieder auf, kommt aber auch etwas epischer und vielleicht an manchen Stellen tiefgreifender rüber als sein Voränger. Die Balladen sind schmerzerfüllter, wir haben viele orchestrale Einflüsse aufgenommen, vor allem beim Eden-Intro „Kerberos“. Das Ergebnis ist insofern vielleicht auch etwas vielseitiger und zeigt noch mehr Facetten von uns.

„Aus Schwärzester Nacht“ war euer erstes Album mit Martin am Mikro zusammen, nun folgt mit „Staub und Schatten“ der Nachfolger. Welche neuen Elemente konnte er dieses Mal beisteuern? Generell: Wie hat er sich in den Entstehungsprozess eingebracht?
Laui: „Eingebracht“ ist in diesem Fall vielleicht sogar etwas schwach ausgedrückt. Martin ist ein wahnsinnig begabter Musiker, er ist unsere Stimme und schon längst nicht mehr nur „der Neue“ bei Nachtgeschrei. Er schreibt und liebt Filmmusik, daher verdankt „Staub und Schatten“ vornehmlich ihm durch die Orchestereinflüsse den epischen Touch  Und wie das so ist, wenn man einen guten Sänger hat, ist er auch dafür verantwortlich, dass die Lieder so viele verschiedene Stimmfarben tragen.

Mit Laui habt ihr nach Joes Abgang die erste Dame in euren Reihen aufgenommen. Wie hat sich dies auf euer Bandgefüge und die einzelnen Lieder ausgewirkt? Vom Timing erging es ihr ja ähnlich wie Martin beim Album zuvor…
Nik: Laui hat uns vom ersten Treffen an mit ihrer Kreativität, ihrem Talent, ihrer unerschütterlichen guten Laune und einem wahnsinnigen Engagement umgehauen. Sie hat sich nicht nur innerhalb kürzester Zeit das komplette Liveprogramm draufgeschafft, sondern ist auch in kreativen Prozessen nicht mehr wegzudenken. Vor allem aber hat es persönlich sofort „Klick“ gemacht – wir sind wieder eine Band, eine Gang, ein Team. Und Laui hat innerhalb kürzester Zeit diese Band zu „ihrer“ gemacht. Das ist mehr als ein frischer Wind – das ist ein kommender Sturm, verlass dich drauf!

Laui, du bist gleichzeitig bei einigen anderen Kapellen wie Des Teufels Lockvögel und Fiolka tätig. Bringst du auch bestimmte musikalische Einflüsse aus diesen Projekten mit?
Laui: Was ich vor allem aus anderen Projekten mitbringe, sind Fleiß, Erfahrung und Herzblut. Ich bin ein Folker, aber Rock steckt mir im Blut und damit bin ich bei Nachtgeschrei bestens aufgehoben. Grundsätzlich versuche ich, vielseitig Musik zu machen und mich weiterzuentwickeln. Ich will immer etwas lernen und das kann ich bei jedem meiner Projekte auf eine andere Weise. Nachtgeschrei ist DIE Band für mich, meine Familie, alles was ich je machen wollte.

Live habt ihr bereits in einer speziellen Version von „Fernweh“ mit einem männlich-weiblichen Duett von Martin und Laui experimentiert. Welche Rückschlüsse habt ihr daraus gezogen?
Nik: Hey, Rückschlüsse ziehen können Manager in ihren Glaspalästen – wir machen Musik. Alles, was uns berührt, ist richtig, gut und schön. Wir folgen immer unserem eigenen Kompass und tun, was wir wollen. Und wir wollen mehr Stimmen. Mehr Klangfarben. Mehr Emotionen, größere Gefühle und noch mehr Vielfalt. Einmal ein Stück akustisch aufzumöbeln, ist wunderschön – auch dank Lauis ausdrucksvoller Stimme – aber dieser Weg hat gerade erst begonnen…

Seit jeher sind bei euch verschiedene Texter am Werk. Wie erschafft ihr aus den unterschiedlichen Quellen und Themen ein möglichst stimmiges Gesamtbild?
Martin: Das ist recht einfach. Da Sane seinen ganz eigenen Textstil hat und auch jemand ist, der seine Songs auf seine Texte schreibt und das Gesamtpaket schon fast fertig abliefert, kommen wir da eher selten zu Diskussionen – mal über ein Wort und natürlich, ob ich das genau so singe, wie er es sich vorgestellt hat. Nik und ich schwimmen textlich sehr oft auf einer Wellenlänge. Ich weiß meistens, wo Nik mit seinen Texten hin möchte und oft fügen sich unsere Ideen nahtlos ineinander. Manchmal fange ich einen Text an, weiß wohin ich möchte, stecke aber dann irgendwie bei der 2. Strophe fest, dann kommt Nik und präsentiert mir aus dem Nichts eine 2. Strophe, die mich aus den Socken haut, so wie die 2. Hälfte von „Eden“ zum Beispiel. Generell aber mögen wir die Sprache sehr und es gibt eine bestimmte Art von deutschen Texten, die wir alle bevorzugen, und auch Arten, die wir alle ablehnen.

Wo seht ihr texthematisch den Fokus bei „Staub und Schatten“ und wie würdet ihr eure Lyrik im Verhältnis zur Musik gewichten?
Sane: Die indirekte Frage nach dem Konzept =)
Einen wirklichen Fokus auf eine Themengruppe sehe ich bei „Staub und Schatten“ nicht. Wie sonst auch, beinhalten die Texte sehr viel persönlichen Bezug, entspringen also eigenen Erfahrungen und da auf der CD erneut drei Texter zugange sind, also Martin, Nik und ich, kommt dieser persönliche Bezug mal direkter, mal abstrakter durch. An dieser Stelle bietet es sich an zu erwähnen, dass unsere „neue“ Laui auf dem Album nach „Staub und Schatten“ ebenfalls zur Texter-Riege gezählt werden darf, da sind jetzt schon sehr vielversprechende Dinge im Kommen! Ich verrate mal, dass sie eine kleine Schwarzmalerin ist – mal sehen ob Du, Sigi, das nachvollziehen kannst, wenn du unsere sechste durchgehört haben wirst ;-)
Zu deiner zweiten Frage bezüglich der Gewichtung unserer Texte zur Musik möchte ich sagen, dass es so etwas in unserer Wahrnehmung eigentlich nicht gibt. Ich denke, es kommt nichts dabei raus, wenn man den Text über die Musik stellt (ok, vielleicht Hip Hop, aber sowas machen wir nicht) oder andersrum. Ein Text muss einfach inhaltlich stark sein, also auch etwas transportieren, berühren, ein Bild malen – idealerweise kann er ganz alleine stehend schon etwas bewirken. Für die Musik gilt das gleiche. Wenn beides sich trifft, sollte dabei doch etwas Brauchbares rauskommen.

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Ihr habt vorab „Das Nichts“ im Liveprogramm und als Lyrik-Video präsentiert sowie ein waschechtes Musikvideo zu „Monster“ gedreht. Erachtet ihr diese Songs als besonders stellvertretend für euren jetzigen Stil oder warum fiel die Wahl auf jene Nummern?
Martin: Als wir beschlossen hatten, einen neuen Song schon ins Live-Set zu übernehmen, fiel die Wahl auf das Lied, bei dem wir die wenigsten Schwierigkeiten hatten, es live umzusetzen, welches aber dennoch ein gutes Live-Lied mit ordentlich Drive und Action ist. “Das Nichts” war zu dem damaligen Zeitpunkt am ehesten ohne Backings oder Sonstigem vom Sampler umzusetzen und hat im Proberaum direkt gut funktioniert. Außerdem wollten wir weder den neuen Live-Opener noch die Video-Single vorwegnehmen. Da wir “Das Nichts” auch im Live-Set hatten, war es irgendwie natürlich, dass wir auch genau den Song als erstes vom Album online veröffentlichen.
Die Wahl “Monster” als Video zu machen, war auch schnell getroffen. Ob das jetzt unseren Stil repräsentiert, kann ich noch nichtmal wirklich sagen. Es ist ebenso, wie die Wahl den Song als Opener zu verwenden, eher die Wirkung, die wir dem Lied zuschreiben. Es rockt halt auf monströse Weise ;-)

„Lunas Lied“ ist hingegen der erste Walzer in eurer Diskografie. Wie habt ihr die Brücke vom Folkrock zum klassischen Tanz geschlagen?
Martin: “Glut in euren Augen”, “Ardeo”, “Ungebrochen”. Alles 6/8. Also stimmt das nicht so ganz. Es ist wie bei allen Liedern, manchmal ergibt sich ein Takt oder ein Song und passiert. “Lunas Lied” entstand während einer unserer berüchtigten “Schwarzwald Songwriting Wochenenden” in meinem Kopf und ich hab mir Oli geschnappt und ihn gezwungen, mir die Gitarre einzuspielen, die mir gerade durch den Hirnlappen ging. Wir hatten sogar eine Diskussion darüber, ob wir schon wieder so einen 6/8 machen sollen und ich weiß, dass nicht jeder überzeugt war von dem Stück. Aber mir war der Song unglaublich wichtig und da kann ich echt eine ziemliche Nervensäge sein. Also hab ich so lange genervt, bis er eingespielt war. Übrigens gibt es im “klassischen” Folk sehr viele seltsame Takte. 6/8 oder 3/4 Takte sind da eher noch die Standards. Aber wer weiß, wir haben da bestimmt noch die ein oder andere Takt-Überraschung in petto für das nächste Album.

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Im Herbst seid ihr mit Saltatio Mortis auf Tour. Könnt ihr schon verraten, welche Songs im ins Liveprogramm aufgenommen werden und wie die Balance zwischen Altbekanntem und ersten Feuertaufen aussehen soll?
Laui: Alles wollen wir noch nicht verraten ;-)
Sicherlich spielen wir vor allem die Kracher der neuen Platte, die sich zuvor beim Publikum auf den Festivals bewährt haben. Unsere Single „Monster“ wird bestimmt nicht fehlen und unser Intro aus „Kerberos“ und „Eden“ wird sicherlich die Show gebührend einleiten.
Altbekanntes wird aber auch dabei sein. Wir wollen ein lautes Set spielen und die Leute von vorne bis hinten abholen. Wir haben hier eine Riesenchance und die wollen wir vor allem nutzen, um den Leuten unser neues Album näherzubringen, aber natürlich auch um alle Facetten von Nachtgeschrei zu zeigen.

2016 geht ihr wiederum selbst auf ausgedehnte Clubtour. Inwiefern werden sich diese Shows abseits der Länge eures Sets von den Supportshows unterscheiden?
Martin: Na, das wird dann unsere eigene kleine Tour, auf der wir mit Sicherheit sehr viele „Staub und Schatten“-Songs präsentieren, aber auch alte Songs spielen werden. Es sind logischerweise auch kleinere Venues, aber dadurch auch etwas familiärer. Wir sind schon tierisch gespannt drauf.

Wie wichtig ist es euch, in der jetzigen Besetzung weiterzumachen? Ich kann mir vorstellen, dass jeder Wechsel gewisse Chancen und Risiken mit sich bringt…
Nik: Jede Besetzung sollte die wichtigste auf der Welt sein. Immerhin sind wir doch eine Band – und nicht bloß sieben Leute, die zufällig den gleichen Proberaum haben. Tatsächlich bin ich fest überzeugt, dass wir 2015 so stark sind wie nie: Wir haben ein Feuer, eine Leidenschaft und einen unbändigen Tatendrang wie in unseren Anfangstagen. Und da trägt jeder dazu bei – Nachtgeschrei war und ist immer ein Gemeinschaftsprojekt. Ein Bild, bei dem jeder Einzelne seine Farbtupfer beisteuert. Von daher: Ja, ich will. Ich will unbedingt mit diesen sechs wunderbaren Querköpfen Musik machen dürfen, so lange ich einen Dudelsack halten kann. Nachtgeschrei 2015 ist für mich das beste Nachtgeschrei aller Zeiten und zu allen Schandtaten bereit.

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Wie blickt ihr in die Zukunft von Nachtgeschrei?
Sane: Mit großen Augen und voller Erwartungen. Gefühlt befinden wir uns gerade auf dem Weg zu unserem zweiten Zenit, haben viel dazugelernt und sind hungriger denn je. Ich möchte uns wirklich nicht selbst feiern, aber bedenke, dass die Leute, die Nachtgeschrei betreiben, allesamt „nebenher“ normalen Jobs nachgehen, die teilweise sogar sehr anspruchsvoll sind – wenn wir also von etwas zu wenig haben, dann ist es Zeit. Deswegen gibt es bei unseren CDs quasi keine Ausschussware und so war es schon immer. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie schön es wäre, mehr Zeit zum gemeinsamen Musikschreiben zu haben, aber andererseits ist es auch ein erfüllendes Gefühl zu wissen, dass jeder Song zu dem man ansetzt, zumindest einen gewissen Weg vor sich hat und in den allerallerallermeisten Fällen auch tatsächlich auf einer CD landet und von anderen gehört wird. Danke an dieser Stelle an eben jene, die eben das gerne tun!

Vielen Dank für das Interview – zum Abschluss ein kurzes Brainstorming:
Hoffnungsschimmer – Laui: Wohnt in uns, solange wir Musik machen und war daher der perfekte Titel für die erste Platte
Crowdfunding – Martin: Krähendfindung
Unplugged – Laui: Wäre mal eine Hammer Idee für eine Tour…
Facebook – Nik: Mal notwendig, mal übel, aber nicht mehr wegzudenken. Wir genießen den direkten Kontakt sehr, man sollte nur das Persönliche nicht zu sehr vernachlässigen…
Kommerz – Nik: Ist, wenn man glaubt Menschen zu besitzen und sie wie Gegenstände behandelt
Metal1.info – Sane: Ihr wart nicht sofort von uns angetan, was es umso cooler macht, dass ihr es inzwischen vielleicht doch seid. Zumindest ein bisschen? ;-)

Die letzten Worte gehören dir…
Sane: „Staub und Schatten“ ist ein neues Nachtgeschrei-Kapitel, doch wir werden immer wir sein! Und unsere Höher sind ein Teil von uns. Jeder, der unsere Konzerte besucht, unsere Lieder hört oder etwas in unserer Musik findet, ist ein Stück Wir. Wir sind wahnsinnig dankbar für diese unfassbare Reise. Das hier ist erst der Anfang.