Interview mit Sonia Anubis von Crypta

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Interviews werden in der Regel in der Promophase zu einem Album oder einer Tour geführt – und dann über diese Themen. Doch Alben und Shows gäbe es nicht, wären die Gesprächspartner nicht so begeisterte Instrumentalisten. In unserer Serie „Saitengespräche“ wollen wir dem Rechnung tragen – mit Interviews, die sich ganz um Instrumente, Verstärker, Effekte und andere Technik drehen. Von Gear-Nerds für Gear-Nerds – und solche, die es werden wollen.

In Teil 19 der Serie unterhalten wir uns mit Sonia Anubis, Gitarristin von CRYPTA und COBRA SPELL sowie ehemals BURNING WITCHES.

Hallo und Danke für das Interview! Wie geht es dir?
Hallo! Vielen Dank, für euer Interesse! Mir geht es zurzeit gut, ich hatte in letzter Zeit viel zu tun. Ich gebe viel Gitarrenunterricht, habe gerade die erste EP von COBRA SPELL mit dem Titel „Love Venom“ veröffentlicht und arbeite auch viel an dem Debüt von CRYPTA.

Wann hast du angefangen, Gitarre zu spielen?
Meine erste Gitarre bekam ich im Alter von 15 Jahren. Ich hatte es anfangs nicht wirklich ernst genommen, weil ich mehr Bass gespielt hatte. Als ich 18 Jahre alt war, habe ich angefangen, die Gitarre ernster zu nehmen.

Was hat dich damals dazu gebracht, Gitarre lernen zu wollen?
Zunächst einmal war ich als Bassistin sehr inspiriert von Gene Simmons von KISS. Als Gitarristin war ich sehr inspiriert von Marty Friedman und Dave Mustaine von Megadeth.

Hast du schon einmal ein anderes Instrument erlernt (oder erlernen müssen)?
Ja, ich habe Querflöte gespielt, ein bisschen Akustikgitarre, und als ich klein war, habe ich in einem Chor gesungen.

Erinnerst du dich, welches Modell deine erste Gitarre war?
Meine erste E-Gitarre war eine Epiphone Flying V. Ich habe sie heimlich gekauft, da mir mein Vater nicht erlaubt hat, eine Gitarre zu haben. Als er es herausfand, musste ich sie verkaufen … Aber später bekam ich eine Schecter Omen-6 Extreme von meiner Großmutter.

Wie viele Gitarren besitzt du?
Ich glaube 13.

Haben die Instrumente für dich unterschiedliche Einsatzbereiche, also hast du etwa verschiedene für unterschiedliche Bands oder Anlässe, etwa Studio, Liveauftritte und den Urlaub?
Ja! Sehr sogar. Ich habe zwei Gitarren für jede Stimmung, die ich brauche. Zum Beispiel C# für CRYPTA, Eb für COBRA SPELL und E-Standard für meinen Gitarrenunterricht. Die Sache ist die, dass ich immer Gitarren mit einem Floyd-Rose-System spiele, und es ist schwierig und zeitraubend, diese auf verschiedene Stimmungen zu stimmen.

Worauf legst du aus technischer Sicht besonderen Wert, welche Kriterien muss ein Instrument für dich erfüllen, damit du damit zufrieden bist?
Es muss eine Jackson Warrior sein, mit EMG-Tonabnehmern, einem guten Floyd-Rose-System und sechs Saiten.

Man hört ja oft von Musikern, die eine spezielle Verbindung zu ihrem Instrument zu haben scheinen. Empfindest du das auch so? Hast du ein Lieblingsinstrument?
Ich habe definitiv eine ganz besondere Verbindung zu meinen Gitarren! Ich gebe ihnen auch individuelle Namen. Mein Favorit ist meine erste Jackson Warrior WRXMG namens The Raven Warrior. Es ist die einzige Gitarre, mit der ich bisher aufgetreten bin.

Hast du an deinen Gitarren spezielle Modifikationen vorgenommen oder handelt es sich sowieso um Custom-Modelle? Kannst du uns hier die technischen Details nennen?
Nicht bei dieser Gitarre, nein.

Gibt es ein Modell, etwa das Instrument eines großen Vorbilds, das du gerne einmal spielen würdest?
Ich möchte nur USA Jackson WR1s spielen! Hoffentlich irgendwann mal ein Custom-Modell.

Welche Plektren spielst du und warum genau diese?
Ich verwende Standard-Plektren von InTune Guitar Picks in der Stärke 1mm.

Für Touren werden Verstärker ja oft geleast – ist das für dich in Ordnung oder hast du deinen eigenen Amp dabei? Welches Modell spielst du?
In der Vergangenheit habe ich Verstärker geleast, aber die Verstärker, die ich am liebsten verwende, sind EVH5150 III und Kemper Profiler.

Neben dem Instrument und dem Verstärker haben Soundeffekte einen wichtigen Anteil am Klang. Setzt du auf einzelne Tretminen, ein Multieffektboard oder eine Kombination?
Derzeit verwende ich einen BOSS GT1000 und die In-Built-Effekte des Kemper.

Lass uns ins Detail gehen: Erkläre uns doch bitte die Elemente deiner Effektschleife. Welche Geräte nutzt du, in welcher Reihenfolge geschaltet und warum?
Delay und Reverb.

Gedankenspiel: Du darfst nur einen Einzel(!)effekt mit auf die Bühne nehmen – für welchen entscheidest du dich? Welches Effektpedal macht deinen Sound aus?
Reverb.

Hast du einen Effekt, den du ganz anders nutzt als eigentlich vorgesehen oder den du vielleicht sogar selbst (um)gebaut hast?
Nicht wirklich, ehrlich gesagt. Ich bin ganz einfach, wenn es um den Ton geht. Ich brauche nur meine Overdrive, mein Delay, meinen Hall und schon bin ich zufrieden.

Du benutzt ein Noise-Gate – warum?
Nicht wenn ich übe, nur live.

Ist dein Effektboard „fertig“ oder in stetem Wandel?
Ich denke, im Moment ist es fast fertig. Aber das ändert sich gelegentlich.

Hast du zum Abschluss noch einen Tipp für angehende Musiker?
Gib niemals auf, wenn dir etwas zu schwer zu spielen scheint oder wenn man dir etwas Negatives erzählt. Spiel immer so lange weiter, wie es dich glücklich macht. Jam auch mit anderen Musikern und spiel im Stehen, so viel du kannst! Wenn du die Möglichkeit hast, ein Konzert zu spielen, dann nutze sie! Vergiss nie, den Augenblick zu genießen.


Im nächsten Teil der Serie kommt Emmanuel Dalle (Benighted) zu Wort!


Die bisherigen Teile der Serie findest du hier:

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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