Interview mit A. von Terra Tenebrosa

Mit „Tunnels“ veröffentlichten die mysteriösen TERRA TENEBROSA ein durchaus interessantes Werk irgendwo zwischen Black, Dark und Ambient Metal. So geheimniskrämerisch man sich auf der CD gibt, indem man keine Besetzungsliste veröffentlicht, keine Texte abdruckt und die Gesichter hinter Masken verbirgt, so wenig auskunftsfreudig gibt sich A. im Interview: Wer der drei Involvierten Musiker The Cuckoo, Hibernal und Risperdal hinter den Aussagen steckt, bleibt also ebenso ein Geheimnis, wie was der/die/das “Maninkari” nun wirklich ist. Doch lest selbst…

Hey! Danke für deine Zeit! Wie geht es dir?
Mir geht’s gut, danke.

Ihr habt euer Debüt mit TERRA TENEBROSA vor einem guten Monat veröffentlicht. Habt ihr schon Reaktionen darauf erhalten?
Mehr, als wir gedacht hätten sogar: Ich habe eine Menge guter Reviews gelesen und das Schwedische Fernsehen hat einen kurzen Bericht darüber gebracht. Abgesehen davon gibt es im Internet natürlich diverse Kommentare… das ist alles ganz schön soweit.

Interessieren dich denn Reviews und dergleichen?
Wir mögen das Album, und wenn andere es auch mögen, ist das natürlich eine schöne Sache. Natürlich freust du dich über ein gutes Review, aber über ein schlechtes rege ich mich nicht auf. Wenn du das Album nicht magst, auch gut… wir mögen es.

Es ist ja wie gesagt das Debüt von TERRA TENEBROSA. Habt ihr selbst davor schon Platten rausgebracht, oder ist das auch euer persönliches Debüt?
Oh, wir haben in verschiedendsten Konstellationen gespielt und haben damit in den letzten 15 Jahren diverse Aufnahmen veröffentlicht…

Wie fühlt es sich an, “Tunnels” in Händen zu halten?
Bis ich nicht die Vinyl-Version in Händen gehalten habe, kann ich dazu noch nichts sagen. Vorher ist es einfach noch nicht richtig real, zumindest für mich. Aber es fühlt sich natürlich auch gut an, unsere harte Arbeit auf CD gebannt zu wissen.

Was würdest du jemandem erzählen, der dich fragt, welche Art von Musik TERRA TENEBROSA spielen? Hat das etwas mit Black Metal zu tun?
Wir haben nie behauptet, etwas mit Black Metal zu tun zu haben. Es ist düster und Metal, aber wir machen keinen Black Metal. Ich würde es vielleiht düsteren Ambient Metal nennen.

Könntest du eure Musik denn in einem Satz beschreiben?
Düsterer Ambient Metal?

Soweit ich weiß, gibt es kein bekanntes Lineup von TERRA TENEBROSA – Warum?
Doch, gibt es. Wir sind The Cuckoo, Hibernal & Risperdal. Wenn du dich darauf beziehst, dass wir uns hinter Masken verstecken, so machen wir das, weil wir etwas machen wollten, das visuell mit der Atmosphäre der Musik korrespondiert. Und wenn wir unsere Masken auf haben, benutzen wir unsere echten Namen. Das ist alles Teil dessen, was wir auszudrücken versuchen.

Welchen Teil tragen die Masken dabei zum Konzept bei?
Für mich repräsentieren die Masken, was von uns unterdrückt ist und von der Gesellschaft gemieden. Etwas Vergessenes, das in der Dunkelheit in dir drinnen lauert, die animalischen Züge des Menschen und etwas tief in der Natur verwurzeltes.

Könntest du uns noch ein wenig mehr über das Konzept von TERRA TENEBROSA verraten? Worum geht es euch insgesamt?
Abgesehen von dem, was ich bereits über die Masken gesagt habe, beziehen sich die Namen, die wir uns gewäht haben, auf den Zwang der Gesellschaft, alles zu unterdrücken, was anders ist oder freidenkerisch. Wenn du nicht konform gehst und dich wie jeder andere verhälst und aufführst, wirst du, im schlimmsten Fall, eingesperrt und unter harte Drogen gesetzt, weil man dich für psychisch krank erklärt. Ich habe viel über religiöse Glaubensideen in verscheidenen Kulturen gelesen und bin dabei über den Schamanismus gestolpert. Diese heiligen Männer und Frauen haben, wenn sie erleuchetet werden, die gleichen Symptome wie ein Mensch mit einer Psychose in unserer Welt sie haben würde. Ich will damit nicht sagen, dass es soetwas wie Psychosen nicht gibt, aber verstehst du, worauf ich hinaus will? Es gibt keinen Raum für Spiritualität mehr. Und TERRA TENEBROSA, die “Dunkle Erde”, ist, denke ich selbsterklärend. Wir leben in düsteren Zeiten, und es wird minütlich schlimmer…

Das Coverartwork schaut ja entsprechend ungewöhnlich aus. Was wolltet ihr mit dem Photo zum Ausdruck bringen?
Vielleicht ist es ein Kerl mit einer Maske, der ein Horn in der Hand hält und den Geist der Natur herbeiruft. Vielleicht ist es aber auch nur ein Mann mit einer Maske, der ein Horn in der Hand hält.

Die Texte zu euren Songs liegen mir leider nicht vor. Worum geht es darin?
Es geht um die Seele, unsere Welt, die Menschheit und das Leben ganz allgemein.

Einer eurer Songs heißt „Through The Eyes Of The Maninkari“. Wer oder was ist der Maninkari?
Es ist der Geist der Natur, oder das Wesen der Natur als solcher. Übersetzt heißt es “die Verborgenen”. Es gibt Völker, die ein spezielles, halluzinogenes Getränk brauen, um mit dem Maninkari zu kommunizieren, welchen sie für den wahren Gott halten. Andere sagen, der Maninkari wäre die DNA… wenn du also das Gebräu trinkst, kommunizierst du mit dir selbst auf einem extrem tiefgründigen Level. Wie auch immer, was der Maninkari auch immer sein mag… ich glaube, es schaut auf uns Menschen mit Verachtung nieder.

Ist TERRA TENEBROSA nur ein Studio-Projekt, oder probt ihr regelmäßig als Band?
Ja, wir proben auch, aber so wenig als irgend möglich, weil ich proben wirklich hassse. Geduld ist keine meiner Stärken, und der Ort, an dem wir proben, ist alles andere als ein gesunder Ort, um sich dort aufzuhalten, voller Schimmel und toter Ratten.

Wie entsteht dann ein typischer TERRA TENEBROSA-Song?
Für gewöhnlich habe ich ein recht klares Bild davon, was ich mir vom Endergebnis erwarte, aber die Gitarre ist dabei mein Hauptinstrument. Ich habe einen Einfall, während ich Gitarrespiele und orchestriere es dann im Kopf. Manchmal fällt mir aber auch eine Melodie ein, oder ich versuche, eine bestimmte Stimmung auf die Gitarre zu übertragen.

Könntet ihr euch vorstellen, live zu spielen?
Aber sicher, wir werden live spielen. Ich weiß noch nicht, wo oder wann… wir müssen dafür auch noch Leute mit ins Boot holen, aber ich denke, wir sollten im Herbst in der Lage sein, live aufzutreten.

Ok, das war meine letzte Frage, danke, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast. Wenn du noch etwas loswerden willst, hast du dazu jetzt noch die Gelegenheit:
Danke für das Interesse!

Für das Metal1.info-Brainstorming stand A. leider nicht zur Verfügung.

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