Architects w/ Stick To Your Guns, Bury Tomorrow

  • Stuttgart, LKA
  • 28. Oktober 2016

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ARCHTIECTS ist die momentan wohl tragischste Band im Metalzirkus. Erst veröffentlicht die Truppe mit „All Of Our Gods Have Abandoned Us“ ihr wohl stärkstes Album, das ihnen eine rosige Zukunft verheißt, nur um postwendend mit dem Tod ihres Gitarristen und Hauptkomponisten Tom Searle konfrontiert zu werden. Totzdem begaben sich die Briten auf die geplante Tour zum aktuellen Album, auf der sie von STICK TO YOUR GUNS und BURY TOMORROW begleitet werden.

bury-tomorrow-2016-1Letztere eröffnen den Abend mit einer halben Stunde geballter Kraft. Der Metalcore von BURY TOMORROW ist immer wieder von brutalen Deathcore-Elementen durchsetzt, die von grandiosen Melodien ausbalanciert werden. Zudem werden die Growls und Screams durch starken Klargesang ergänzt. Mit ihrem aktuellen Album „Earthbound“ im Gepäck, begeistert die Band das Stuttgarter Publikum, welches wiederum zu Songs wie „Cemetary“, „Memories“ oder „Last Light“ amtlich abgeht. Den letzten Song „Earthbound“ begleitet dann noch ein sich fröhlich drehender Circle Pit – starker Auftritt einer unheimlich sympathischen und positiven Band.

stick-to-your-guns-2016-1Zwischen den beiden britischen Bands des Abends sind STICK TO YOUR GUNS klar die Alterspräsidenten der Tour, doch sind die Herren aus Orange County ganz offensichtlich noch kein bisschen müde. Kracher wie „Nothing You Can Do To Me“ oder „Against Them All“ sind schlicht unantastbar und vereinen harte Riffs und krachende Breaks mit klassischem Hardcoregesang und melodiösen Vocallines, die gemeinsam mit melodischen Leads den Sound der Band auflockern und durchgehend spannend halten. Das sehen die Anwesenden auch so und singen dementsprechend enthusiastisch und lautstark mit. Dabei fällt allerdings auf, dass die Ansagen von Sänger Jesse Barnett nicht nur recht lang, sondern auch recht konvertierender Natur sind – Hardcore alter Schule eben.

architects-2016-1Mit dem Ende des Sets von STICK TO YOUR GUNS wird der Blick auf die Bühne von einem hellen Tuch versperrt, auf welchem die Worte „All Of Our Gods Have Abandoned Us“ zu lesen sind. Dieser Vorhang fällt dann erwartungsgemäß mit den ersten Tönen von „Nihilist“, um dem frenetischen Publikum freie Sicht auf ARCHITECTS zu ermöglichen. Diese geben im rappelvollen und ausverkauften LKA Vollgas und erhalten schon bei Song Nummer fünf („Early Grave“) eine Rückmeldung in Form einer knallharten Wall Of Death. Insgesamt ist der Bewegungsfaktor während der Show der Briten enorm hoch, was bei Abrissbirnen wie „Downfall“ oder dem Fanfavourite „Broken Cross“ auch wenig verwundert. Neben der Widmung von „The Devil Is Near“ für Sea Sheperd hält man sich mit programmatischen Ansagen zurück, Sänger Sam Carter bedankt sich allerdings mehrfach für die tolle Unterstützung, sowohl live als auch durch den Kauf des Albums. Mit „Naysayer“ endet das reguläre Set mit einem echten Kracher, ehe die obligatorische Forderung nach Zugaben mit „Match Made In Heaven“ und „Gone With The Wind“ erfüllt und der Abend sauber abgerundet wird.

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Zwei junge Bands und ein paar alte Hasen, die sich allesamt in Topform präsentieren – was will man mehr? BURY TOMORROW dürfte eine tolle Zukunft bevorstehen, in der sie hoffentlich noch oft die Bühne mit Bands der alten Garde teilen können, um von den Besten zu lernen – wie heute von STICK TO YOUR GUNS. Was die Zukunft für ARCHITECTS bereit hält, steht jenseits dieser Tour in den Sternen, doch mag man sich eine Zukunft ohne die Briten, gerade nach dem heutigen Auftritt, eigentlich nicht vorstellen.

2 Kommentare zu “Architects w/ Stick To Your Guns, Bury Tomorrow”

  1. Xabraskas

    Oh weia..Bury Tomorrow und „Brutale Deathcorelemente“?
    Bury Tomorrow spielen so ziemlich DEN klassischen Metalcore.
    Und nebenbei, Stick to your Guns sind aus dem Orange County in Kalifornien, nicht aus New York City.

  2. Christoph Emmrich Post Author

    Bei der Herkunft von Stick To Your Guns liegst du natürlich vollkommen richtig – das wurde geändert.

    Bei Bury Tomorrow muss ich dir jedoch widersprechen. Die Breakdowns und Songstrukturen weisen eindeutlige Parallelen zum Deatchcore auf und nicht zum „klassischen“ Metalcore. Denn da reden wir ja dann von Bands wie Integrity oder Visions Of Disorder (und nicht von der LEgion an Killsitcvh-Engage-Clonen), mit denen Bury Tomorrow so arg viel nicht gemein haben.

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