Festivalbericht: Brutal Assault Open Air 2023 – Teil 2

11.08.2023 - 12.08.2023 Festung Josefov, Jaroměř (CZ)

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unter anderem mit HEAVEN SHALL BURN, MESHUGGAH und HEILUNG (Mittwoch), sowie SEPULTURA, IN FLAMES und WATAIN (Donnerstag).


Freitag, 11.08.2023

THE CALLOUS DAOBOYS beim Brutal Assault 2023Nach dem etwas mauen Mittagsprogramm des Vortags geht es am Freitag bereits früh in die Vollen: Nach einer ersten Portion Thrash Metal mit den Tages-Openern CATASTROFY können COFFIN FEEDER mit ihrem Deathcore bereits eine beeindruckend große Zahl Menschen vor der Bühne versammeln. Ganz so viel Aufmerksamkeit bekommen THE CALLOUS DAOBOYS nicht, was aber neben dem Newcomer-Status der Band und ihrem sehr speziellen Stil auch an der sengenden Mittagshitze im Infield liegen kann. Die Band lässt sich den Spaß davon nicht nehmen, und ballert ihren wilden Mathcore im Stil von The Dillinger Escape Plan, inklusive „Sweet Caroline“-Mitsingpart, von der Bühne. Im Publikum ist unter anderem Gandalf im Moshpit, Herzchengesten werden hochgehalten und der finale Moshpit mit der Ansage „Let me see how free your healthcare really is“ eingeleitet. Es spricht für die Band, bereits so früh für so viel Enthusiasmus zu sorgen – nächstes Mal hoffentlich zu einem späteren Slot. [BL]

INSANITY ALERT beim Brutal Assault 2023Deutlich gemächlicher geht es bei DEMONICAL weiter: Die 2006 gegründete Band um die ehemaligen Centinex-Mitglieder Martin Schulmann und Ronnie Bergerstål präsentiert unaufgeregt, aber auf höchstem Niveau und bei vorzüglichem Sound ihren wuchtigen Oldschool-Death – atmosphärisch wäre auf einem Late-Night-Slot aber natürlich mehr gegangen. Beim Party-Thrash von INSANITY ALERT hingegen kann die Sonne brennen, wie sie mag: Das österreichische Trio um Front-Blödler Heavy Kevy sorgt wie gewohnt mit einem Mix aus Humor und knackigem Thrash für gute Laune und einen nicht enden wollenden Circle Pit. Jung und dynamisch geht es auch bei CABAL weiter: Die Deathcore-Dänen sind erstmalig auf dem BRUTAL ASSAULT zu sehen – die große Zahl an CABAL-Shirts unter den Festival-Besuchern macht aber schon vorab klar, dass es dafür höchste Zeit war. Technisch mehr geboten ist aber fraglos bei ARCHSPIRE, die mit ihrem vertrackten Riffing genau das Gegenteil zum Death Metal der Brasilianer von KRISIUN abliefern – ganz getreu dem Motto „stumpf ist Trumpf“. [MG]

KNOCKED LOOSE passen im Anschluss daran wie die Faust aufs Auge, hat sich die Band aus Kentucky doch in den letzten Jahren den Ruf als einer der besten und härtesten Hardcore-/Beatdown-Livebands erspielt. Entsprechend explodiert das Publikum zu den ersten Tönen des Sets, Highkicks, wilde Moshpits, Circle Pits, Wall Of Deaths – Stillstand herrscht hier zu keiner Sekunde. Dabei werden sowohl alte Songs wie „Billy No Mates“ wie auch die aktuellen Singles brachial abgefeiert. Selbstverständlich darf auch „Counting Worms“ nicht fehlen, und das einstimmige „Arf Arf“ des Publikums hallt beeindruckend laut von den Festungsmauern wider. Ein 50-minütiger Abriss. [BL]

Impressionen Brutal Assault 2023

NILE müssen bei nach wie vor brütender Hitze auf die Bretter. Man kann das als Atmosphäre-Plus für die Hobby-Ägyptologen werten, doch in Wahrheit lebt der brutale Death Metal ja doch eher von vertrackt-verfrickelten Riffs bei unbarmherzig ballernden Drums (wer wollte, konnte sich im erweiterten Festival-Rahmenprogramm bei Schlagzeuger Dallas Toler-Wade in einer Drum Clinic auch persönlich Tipps für den Umgang mit der Schießbude geben lassen). Wer sich trotz der Temperaturen auf die Performance einlassen kann, wird nicht enttäuscht: NILE konzentrieren sich vor allem auf die technisch versierteren, weniger plump ballernden Songs der jüngeren Alben. Neben dem Titelsong des aktuellen 2019er Albums „Vile Nilotic Rites“ begeistern vor allem der im Liveset zumeist gesetzte „Lashed To The Slave Stick“ und, wie immer, das in seinen letzten Sekunden gewaltig doomig drückende „Black Seeds of Vengeance“. Die Songauswahl lässt darüber hinwegblicken, dass NILE ihren (ausgesprochen atmosphärischen) Über-Song „Unas Slayer Of The Gods“ heute nicht spielen. [MM]

Impressionen Brutal Assault 2023Die Entscheidung, BORKNAGAR direkt nach einer solchen Show auf die Bühne zu schicken, ist musikalisch gewagt. Dennoch ist es in den ersten Minuten nicht der erhabene, über den (nicht vorhandenen) Wolken schwebende Prog Metal der Norweger, der irritiert, sondern der bisweilen dröhnende Sound. Spätestens zu „The Rhymes Of The Mountain“ ist dieser dann ordentlich eingepegelt und das Publikum kann sich voll in die großartigen Melodien der im Vordergrund stehenden letzten beiden Alben „Winter Thrice“ (2016) und „True North“ (2019) fallen lassen. Die Band zeigt heute noch einmal mit Nachdruck, dass sie den Ausstieg von Andreas „Vintersorg“ Hedlund 2019 gut verkraftet hat: ICS Vortex bewegt sich sicher in seinen exaltierten Gesangsparts, zum wahren Highlight der Show gerät aber das sphärische, von Keyboarder Lars „Lazare“ Nedland gesungene „Voices“. Auch, wenn BORKNAGAR zweifellos zu den Bands gehören, die atmosphärisch von Dunkelheit profitiert hätten, können die Norweger das Publikum in ihren Bann ziehen eine starke Leistung. [MM]

 

  1. The Fire That Burns
  2. Frostrite
  3. The Rhymes Of The Mountain
  4. Up North
  5. Voices
  6. Colossus
  7. Ruins Of The Future
  8. Winter Thrice

KATAKLYSM beim Brutal Assault 2023Deutlich schnörkelloser geht es mit KATAKLYSM weiter: Maurizio Iacono und Konsorten feiern genau am heutigen Tag den Release ihres neuen Albums „Goliath“. Gefeiert wird das nicht nur mit einem Toast auf das Album, sondern auch mit einem neuen Song („Bringer of Vengeance“). Die Freude darüber und auch über den perfekten, druckvollen Sound bei ordentlicher Lautstärke wird leider etwas dadurch getrübt, dass KATAKLYSM deutlicher denn je auf Backing-Tracks bei der Gitarre setzen: Ökonomisch mag es sinnvoll sein, auf einen zusätzlichen Live-Gitarristen zu verzichten – wenn die Songs aber so klar für zwei Gitarren komponiert sind, dass sie sich live nur mit einer Gitarrenspur vom Band umsetzen lassen, bleibt leider ein fader Beigeschmack. Ansonsten liefern die Kanadier den Sound zum absoluten Abriss: Zu Hits wie „In Shadows & Dust“ tobt der Pit – und bei „As I Slither“ bekommen die Securites die Crowdsurfer von allen Seiten um die Ohren. Gratulation zum bestandenen „Security Stress Test“! [MG]

Impressionen Brutal Assault 2023

 

  1. Narcissist
  2. Thy Serpents Tongue
  3. At The Edge Of The World
  4. The Ambassador Of Pain
  5. Underneath The Scars
  6. Bringer Of Vengeance
  7. Soul Destroyer
  8. In Shadows & Dust
  9. Manipulator Of Souls
  10. Taking The World By Storm
  11. Outsider
  12. As I Slither
  13. Serenity In Fire
  14. The Black Sheep

ZEAL & ARDOR beim Brutal Assault 2023War es bei Kataklysm vor der Marshall-Stage schon proppenvoll, ist vor der Sea-Shepherd-Stage nun kein Durchkommen mehr: Mag der Mix aus Soul, Gospel und Post- sowie Black Metal, dem sich ZEAL & ARDOR verschrieben haben, auch sehr speziell sein – entgehen lassen will sich die wohl extravaganteste Show des diesjährigen Festivals offensichtlich trotzdem kaum jemand. Als Manuel Gagneux und seine Liveband dann, atmosphärisch perfekt vom warmen Licht des Sonnenuntergangs untermalt, ihre Show beginnen, lassen die Reaktionen des Publikums keinen Zweifel daran, dass ZEAL & ARDOR trotz ihres wilden Stilmixes zwischen zwei Death-Metal-Koryphäen gewachsen sind: Die Mischung aus alten und neuen Songs wird sehr gut aufgenommen, laut mitgesungen und betanzt – ein weiterer Beweis dafür, dass die Booker des BRUTAL ASSAULT wissen, was sie tun. [BL]

 

  1. Church Burns
  2. Götterdämmerung
  3. Ship On Fire
  4. Blood In The River
  5. Run
  6. Gravedigger’s Chant
  7. We Can’t Be Found
  8. Tuskegee
  9. Death To The Holy
  10. Trust No One
  11. Don’t You Dare
  12. Devil Is Fine
  13. Feed The Machine
  14. I Caught You
  15. Baphomet

ORBITUARY beim Brutal Assault 2023Nach diesem faszinierenden musikalischen Experiment holen OBITUARY das zur Marshall-Stage umschwenkende Publikum auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Altmeister im Florida-Death-Metal gehen ihre Show gewohnt gelassen an und lassen erst einmal fünf Minuten Spielzeit mit dem Pat-Travers-Song „Snortin‘ Whiskey“ als Intro verstreichen, ehe sie sich mit „Redneck Stomp“ langsam eingrooven. Mit Überraschungen ist hier nicht zu rechnen: Am historischen Scheideweg zwischen Thrash und Death Metal liefern die Amerikaner fetten Mid-Tempo-Groove, aber eben auch pompöse Soli, wie sie auch im Heavy Metal nicht breitbeiniger aus der Gitarre fließen. Trotzdem: Über die kompletten 70 Minuten vermögen OBITUARY die Spannung heute nicht aufrecht zu erhalten: Angesichts einer bisweilen unpräzisen Performance verlieren die Songs doch viel ihrer Faszination und es wird deutlich, dass die Amerikaner eben auch nicht gerade für größten Abwechslungsreichtum stehen. [MM]

 

  1. Redneck Stomp
  2. Sentence Day
  3. A Lesson In Vengeance
  4. Visions In My Head
  5. The Wrong Time
  6. Barely Alive
  7. Slow Death
  8. Find The Arise
  9. Weaponize The Hate
  10. My Will To Live
  11. Chopped In Half / Turned Inside Out
  12. War
  13. Dying Of Everything
  14. I’m In Pain
  15. Slowly We Rot

Während Carpenter Brut am Vorabend das Programm als eine Art Late-Night-Special unterhaltsam abgerundet hatten, ist das Synthwave-Projekt PERTURBATOR inmitten des Death-Metal-Geballers des heutigen Tages auf dem 22:10-Uhr-Slot etwas merkwürdig platziert. Das hält die zwei Franzosen allerdings nicht davon ab, ihr Ding druchzuziehen und vor einem beträchtlich großen Publikum eine astreine Raveparty zu feiern. Vor einem eindrucksvollen LED-Aufbau inklusive umgedrehtem Pentagram liefert das Duo eine düstere EDM-/Gothic-Show, die bis in die letzten Reihen für tanzende Menschen sorgt und auch optisch mit einer beeindruckenden Lichtshow begeistert. [BL]

PERTUBATOR beim Brutal Assault 2023

Dass OVERKILL, die im Anschluss an dieses Elektro-Interlude den Metal zurück ins Infield hätten bringen sollen, krankheitsbedingt absagen mussten, ist schade – noch bedauerlicher jedoch ist, dass die Veranstalter als Ersatz ausgerechnet S.D.I. gebucht haben: Die Band aus Osnabrück war nach drei Alben Ende der 1980er-Jahre in der Versenkung verschwunden – und wäre dort besser auch geblieben. Stattdessen reformierte sich die Truppe 2014, legte 2020 mit „80s Metal Band“ ein völlig zu Recht weitestgehend unbeachtetes Album vor und liefert hier und heute – wie schon auf dem Mini-Brutal-Assault Josefstadt 2021 eine grauenhafte Show zwischen stumpfem Thrash und tumbem Sexismus hin: „Let’s talk about love! There was this girl and one question: I want to fuck you!“ Freilich, für einen so späten Slot so spontan noch einen adäquaten Ersatz aufzutreiben, ist nahezu unmöglich – aber diese Handynummer sollten die Veranstalter ganz schnell aus ihren Kontakten löschen. [MG]

GORGOROTH beim Brutal Assault 2023Nach diesem Reinfall geht es mit einem zumindest unterhaltsamen Fail weiter: Statt des eigentlichen, düsteren Intros für GORGOROTH jagt der Soundmann zunächst einen heiteren Jingle durch die PA – sein Glück, dass Bandchef Infernus heute aufgrund eines Krankenhausaufenthalts nicht mit von der Partie ist. Dass damit kein einziges festes Bandmitglied mehr auf der Bühne steht, da weder Drummer Tomas Asklund noch Sänger Atterigner teil der Liveband sind, wirkt zwar ebenso befremdlich wie die Tatsache, dass die Setlist von GORGOROTH seit nunmehr acht Jahren (!) auf den Song genau identisch ist. Sieht man darüber hinweg, liefert das Quartett unter Leitung von Live-Sänger Hoest aber eine mehr als ordentliche (Cover-)Show ab – nicht zuletzt, weil Live-Gitarrist Aindiachaí durch absolut tightes Spiel den Wegfall der zweiten Gitarre gut kompensieren kann. Ob man hier und heute wirklich GORGOROTH gesehen hat, darf diskutiert werden (zumal die Band nicht einmal ein Backdrop mitgebracht hat). Andererseits: Ein Ersatz á la S.D.I. reicht wirklich – insofern sollte man dankbar sein, dass GORGOROTH auch ohne Infernus angetreten sind. Zumal Black Metal auf dem BRUTAL ASSAULT XXVI ein rares Gut ist. [MG]GORGOROTH beim Brutal Assault 2023

 

 

  1. Bergtrollets Hevn
  2. Aneuthanasia
  3. Prayer
  4. Katharinas Bortgang
  5. Revelation Of Doom
  6. Forces Of Satan Storms
  7. Ødeleggelse Og Undergang
  8. Blood Stains The Circle
  9. Cleansing Fire
  10. Destroyer
  11. Incipit Satan
  12. Krig
  13. Kala Brahman
  14. Unchain My Heart!!!

Nebenbühnen-Exkurs (Freitag)

Eine weitere der wenigen skandinavischen Black-Metal-Bands im diesjährigen Billing steht mit SACRAMENTUM schon am Nachmittag auf der Obscure-Stage: Gegen die sengende Sonne kommt auch die kalte Atmosphäre der Songs nicht an. Allerdings muss man auch feststellen, dass es seine (musikalischen) Gründe hat, dass Dissection berühmt wurden und SACRAMENTUM nicht – beziehungsweise letztere erst seit ihrem Comeback 2019 und ohne allzu viel Konkurrenz etwas mehr Beachtung finden. Mehr als durchschnittlich sind leider weder das Songmaterial noch die Kunstblut-Watzerei von Nisse Karlén. [MG] Auch WIEGEDOOD haben ihre Songs wohl nicht für sonnige Nachmittage geschrieben – trotzdem holen die Belgier alles aus ihrem Slot auf der Obscure Stage: Ihre wütenden, rasenden Black-Metal-Brecher donnern kristallklar aus den Boxen, auf Ansagen oder Lichtshow hingegen wird verzichtet. Eigentlich passt also alles – gegen die Sonne kommen WIEGEDOOD heute atmosphärisch leider trotzdem nicht an. Bedeutend leichter haben es NORDJEVEL, die bei Nacht und mit massig Pyrotechnik ausgestattet zumindst in angemessenem Setting auftreten können. Dass die Norweger heute mit nur einem Gitarristen auftreten, macht sich aber leider stark im Sound bemerkbar: Die schnittigen Riffs und rasanten Melodien, die den Sound der Band auf Album ausmachen, gehen leider komplett im Schlagzeuggewitter unter. Immerhin: Mit Dominator (ehemals Dark Funeral) haben NORDJEVEL einen Drummer, dem man ohne Weiteres auch mal eine Stunde beim Trommeln zuhören kann. [MG]

NORDJEVEL beim Brutal Assault 2023Zu ihrem heuteigen Heimspiel haben THE CULT OF FIRE nicht nur eine beachtliche Crowd, sondern auch ihren großen Bühnenaufbau mitgebracht: Mit diversen Bannern, einem Altar mit allerlei Kerzen und Kelchen sowie zwei wuchtigen Kobra-Skulpturen ist die Bühne durchaus gelungen zu einem indisch anmutenden Tempel umgestaltet – Batushka (Batushiva?) lassen grüßen. Zu diesem vielversprechenden Look will die Performance leider so gar nicht passen: Als indisch inspirierter Atmospheric Black Metal angekündigt, schallt nur anstrengend stumpfes Geschraddel aus den Boxen, in dem orientalische Skalen höchstens in homöopathischer Dosierung zu erahnen sind. Ratlos macht auch die Performance: Sänger Vojtěch Holub steht, gewandet in eine weite Kutte und mit Büffelhörern gekrönt, die komplette Show über am Altar und gibt sich bedeutungsschwanger zeremoniell. Den Gitarristen hingegen wünscht man, ausreichend Yoga praktiziert und genug Sitzfleisch mitgebracht zu haben, denn sie verbringen die komplette Show im Schneidersitz unter den Kobras. Auf der Bühne passiert also genauso wie in der Musik: nichts. Mag der Auftritt mit allem Brimborium für Fans ob seines Seltenheitswerts etwas Besonderes sein – unvoreingenommen betrachtet bleiben THE CULT OF FIRE aber leider weit hinter den Erwartungen zurück. [MM]

CULT OF FIRE beim Brutal Assault 2023Weit nach Mitternacht und nach technischen Problemen wird die Obscure Stage plötzlich in blaues Licht getaucht und BELL WITCH starten ohne atmosphärischen Aufbau in ihr Set. Der mächtige, hochmelodische Funeral Doom aus Bass und Schlagzeug vibriert fett aus den Boxen und massiert den Anwesenden noch einmal die Magengrube – nach einem heißen Tag und vielen Bands ist das durchzustehen allerdings schon rein körperlich ein Kampf. So atmosphärisch richtig der späte Slot und die Dunkelheit für die Musik sind, so schwer fällt es, bei diesem Sound zur späten Stunde wach zu bleiben. Respekt allen, die es noch bis zur MISÞYRMING-Show um 2:00 Uhr auf den Beinen hält. [BL]

Samstag, 12.08.2023

Samstag, Tag vier – und bereits am frühen Morgen herrscht auf der Area brütende Hitze. Dass die frühen Bands, angefangen mit OBSIDIOUS und SKY über I BUILT THE SKY, ITHACA, CALIGULA’S HORSE und die Death-Metal-Newcomer GATECREEPER bis hin zu den renommierten Melo-Deathern OMNIUM GATHERUM vor weit weniger Publikum auftreten müssen als unter anderen Bedingungen, ist da wenig überraschend. Mit DOWNSET steht um 15:10 Uhr dann eine weitere Hardcore-Legende auf dem Spielplan – sowohl der Hitze als auch der leider recht lust- und kraftlosen Performance von Sänger Rey Anthony Oropeza wegen kann der Crossover der New Yorker heute leider nicht wirklich zünden und sorgt vor der Bühne maximal für etwas Kopfnicken. [BL]

Impressionen Brutal Assault 2023Ganz anders verhält es sich bei INFECTED RAIN: Die 2008 gegründete Nu-Metal-Band aus der Republik Moldau hat zwar nicht den selben Hype erlebt wie die durchaus vergleichbaren Jinjer – die Performance der Truppe um Fronterin Lena Scissorhands steht ihren ukrainischen Labelkollegen aber in nichts nach: Wer auf modernen Metal steht, ist bei der sympathischen Truppe gut aufgehoben – am Publikum gemessen, scheinen das hier und heute so einige zu sein. [MG]

ANAAL NATHRAKH beim Brutal Assault 2023Erstaunlicherweise hält sich das Interesse der Festivalbesucher:innen an ANAAL NATHRAKH eher in Grenzen. Allerdings haben diese heute auch in jeder Hinsicht Pech: Dave Hunts Gags gehen allesamt am Publikum vorbei, die Sonne killt jedwede düstere Atmosphäre und der Soundtechniker scheint in seinem Container einen Sonnenstich erlitten zu haben: Anders ist das phonetische Desaster nicht zu erklären. Hunt ist nur in kurzen Momenten zu hören, von den Gitarren blitzt nur gelegentlich die Leadgitarre auf und das Schlagzeug klingt, als bestünde es einzig aus einer gigantischen Snare-Drum. Ein recht spontan wirkender Gastauftritt von Ingested-Sänger Jason Evans, der kurzerhand aus dem Publikum auf die Bühne geholt wird, hilft da auch nicht weiter. Nach einer mitreißenden Late-Night-Performance an gleicher Stelle 2019 ist der heutige Auftritt leider ein kompletter Reinfall. [MG]

 

  1. Unleash
  2. Libidinous (A Pig With Cocks In Its Eyes)
  3. Hold Your Children Close And Pray For Oblivion
  4. Between Shit And Piss We Are Born
  5. Obscene As Cancer
  6. Submission Is For The Weak
  7. In the Constellation Of Rhe Black Widow
  8. Forging Towards The Sunset
  9. Forward!
  10. Endarkenment

Im Anschluss an diesen Exkurs in moderne Gefilde geht es mit einem Traditions-Trio weiter: Als letzte der Hardcore-Legenden – allerdings dieses Mal aus Los Angeles und nicht von der Ostküste – sind die „Keepers Of The Faith“, TERROR, an der Reihe. Dass die Band live eine Macht ist, ist kein Geheimnis. Trotz technischer Probleme übertrifft sich die Band heute jedoch selbst und legt ein Set hin, das quasi als Blaupause für jede Hardcore-Show stehen könnte. Allerdings nur fast, wie auch Sänger Scott Vogel mehrmals feststellt: der Bühnengraben ist im Weg. Das Publikum kommt den eingeforderten „Reverse Stagedives“ alledings zahlreich nach, und bis an den Rand der Area sind tanzende und moshenden Fans sowie gen Himmel gereckte Fäuste zu sehen. [BL]

Impressionen Brutal Assault 2023Die zweite Legende am heutigen Nachmittag ist DEICIDE. Nachdem die Amerikaner in den letzten Jahren wieder und wieder für das BRUTAL ASSAULT bestätigt wurde, nur um dann mehr oder minder spontan abzusagen, herrscht bei vielen Fans bis zur letzten Minute vor Showbeginn berechtigte Skepsis, ob Glen Benton und Konsorten diesmal auftauchen. Doch heute geht alles gut: Der Meister des Gutturalgesangs führt seine Mannen ins Feld, und für 60 Minuten gibt es Florida-Death-Metal satt. Im Mittelpunkt der Show steht das 1992er-Album „Legion“, dessen 30-jähriges Jubiläum (leicht verspätet) gefeiert wird: Zwar spielen DEICIDE das Album nicht in der Tracklist-Reihenfolge – aber zumindest finden alle acht Songs ihren Platz im Set. Garniert wird dieser Leckerbissen mit je drei Songs von „Deicide“ (1990) und „Once Upon The Cross“ (1995) sowie zwei „neueren“ Stücken aus den frühen 2000ern … mehr Oldschool geht kaum. Dass DEICIDE gute zehn Minuten kürzer spielen, als angekündigt, ist schade – ändert aber nichts am Fazit: Das jahrelange Warten auf dieses Szene-Urgestein hat sich gelohnt! [MG]

 

  1. Satan Spawn, The Caco-Daemon
  2. Dead But Dreaming
  3. Repent To Die
  4. Trifixion
  5. Behead The Prophet (No Lord Shall Live)
  6. Holy Deception
  7. In Hell I Burn
  8. Revocate The Agitator
  9. Once Upon The Cross
  10. When Satan Rules His World
  11. They Are The Children Of The Underworld
  12. Scars Of The Crucifix
  13. Oblivious To Evil
  14. Dead By Dawn
  15. Sacrificial Suicide
  16. Homage For Satan

Impressionen Brutal Assault 2023

Ohne großen Firlefanz betreten als dritte Szene-Koryphäe des Nachmittags NAPALM DEATH die Bühne. Die Vorstellung des für Shane Embury eingesprungenen Ersatzbassisten Adam wird von einem Wackelkontakt im Mirko zwar so gut wie vollständig verschluckt und auch der Sound während der ersten Songs ist mehr Krachen als Musik. Sobald diese Probleme allerdings behoben sind, wird das Publikum mit einer gewohnt großartigen NAPALM-DEATH-Show belohnt. Der Fokus liegt auf neuerem Material des aktuellen Albums, Fronter Barney gibt sich mit seinen starken, politisch klar links positionierten Ansagen so nahbar wie immer – und mit einigen älteren Songs wie dem obligatorischen „You Suffer“ kommen alle Fans von Grindcore und punkigem Death Metal auf ihre Kosten. [BL]

  1. Narcissus
  2. Backlash Just Because
  3. Fuck The Factoid
  4. Contagion
  5. Lucid Fairytale
  6. Everyday Pox
  7. Invigorating Clutch
  8. Scum
  9. Throes Of Joy In The Jaws Of Defeatism
  10. Amoral
  11. The Kill
  12. Suffer The Children
  13. Mass Appeal Madness
  14. Don’t Need It (Bad-Brains-Cover)
  15. The Infiltraitor
  16. You Suffer
  17. Smash A Single Digit
  18. Deceiver
  19. Dead
  20. Nazi Punks Fuck Off (Dead-Kennedys-Cover)
  21. Siege Of Power

TRIVIUM beim Brutal Assault 2023Nach den stets auf Krawall gebürsteten Napalm Death liefern TRIVIUM auf der Marshall-Stage eine wahrlich headlinerwürdige Show. Seit jeher leben die US-Amerikaner von ihrer einzigartigen Kombination aus Thrash und Heavy Metal mit der vollen Wucht einer Metalcore-Band. Dabei können Matt Heafy und seine Mitstreiter aber auch auf massig starkes Material zurückgreifen – es sei nur an die drei jüngsten Alben „The Sin And The Sentence“ (2017), „What The Dead Men Say“ (2020) und „In The Court Of The Dragon“ (2021) erinnert, die allesamt gezeigt haben, dass sich TRIVIUM seit längerem auf einem Hoch an Kreativität und Spielfreude befinden. Dies macht auch die energiegeladene Show mehr als deutlich, die sofort auf frenetische Fan-Reaktionen stößt. Besonders erfreulich: Nachdem sich Bassist Paolo Gregoletto wegen einer Notoperation (Leistenbruch) unter anderem auf Wacken vertreten lassen musste, ist er heute schon wieder mit von der Partie. Dass er gerade erst im Krankenhaus entlassen wurde, lässt sich Gregoletto allerdings nicht anmerken – sieht man davon ab, dass er seinen Bass in einen Instrumentenhalter eingespannt statt über die Schulter gehängt hat. Respekt für so viel Hingabe! [MM]TRIVIUM beim Brutal Assault 2023

  1. In The Court Of The Dragon
  2. Down From The Sky
  3. The Sin And The Sentence
  4. Becoming The Dragon
  5. Strife
  6. Feast Of Fire
  7. Amongst The Shadows & the Stones
  8. Catastrophist
  9. The Heart From Your Hate
  10. A Gunshot To The Head Of Trepidation
  11. In Waves

HYPOCRISY beim Brutal Assault 2023Wer statt Trivium den Durchmarsch von Benediction auf der Obscure-Stage miterlebt hat (mehr dazu im Nebenbühnen-Exkurs), bekommt bei HYPOCRISY das komplette Kontrastprogramm: Die Band um Mastermind Peter Tägtgren liefert eine rundum stimmige, aber in allen Belangen routinierte Show ab. Das sorgt zwar dafür, dass man all die Hits in der buntgemischten Setlist in perfekter Liveversion mit perfektem Licht und auch perfektem Sound zu hören bekommt – die Darbietung lässt jedoch jedwede Spontaneität und damit jedes Lebenszeichen vermissen. Weicht Tägtgren mal vom Skript ab, wirkt es eher befremdlich als lässig – etwa als er ein völlig sinnloses „Shut up“ in Richtung Soundcheck der Nebenbühne blafft, als sei es sein erster Festival-Gig. Hinsichtlich der Performance wie auch der Inszenierung in Licht und Ton ein großartiger Gig – leider aber auch völlig blutleer. [MG]

HYPOCRISY beim Brutal Assault 2023

 

  1. Fractured Millennium
  2. Adjusting The Sun
  3. Eraser
  4. Impotent God
  5. Chemical Whore
  6. Until The End
  7. Don’t Judge Me
  8. Children Of The Gray
  9. Inferior Devoties
  10. Fire In The Sky
  11. War-Path
  12. The Final Chapter
  13. Roswell 47

CULT OF LUNA beim Brutal Assault 2023Irgendwie auch steril, aber das im besten Sinne präsentieren sich CULT OF LUNA: Die Schweden, deren wuchtiger Sound durch zwei Drummer geprägt ist und stets von einer imposanten Lightshow aus hartem, kaltem Licht begleitet wird, liefern nach ihrem Auftritt 2019 auch in diesem Jahr wieder eine imposante Darbietung. Dass die Fans selbst direkt vor der Bühne relativ luftig stehen und ein technisches Problem für eine kurze Verzögerung sorgt, kann diese brachiale Show nicht aufhalten – für die Fans in den hinteren Reihen schade ist allerdings, dass die Videoleinwand die gesamte Show über nur eine Einstellung der Bühne zeigt. [MG]CULT OF LUNA beim Brutal Assault 2023

 

  1. Cold Burn
  2. Nightwalkers
  3. The Silver Arc
  4. I: The Weapon
  5. Owlwood
  6. The Silent Man
  7. Blood Upon Stone

MARDUK beim Brutal Assault 2023Wir bleiben in Schweden: Nach Hypocrisy und Cult Of Luna obliegt es nun MARDUK, das Hauptprogramm des BRUTAL ASSAULT XXVI zu beschließen. Während zunächst katastrophale Soundbedingungen befürchten lassen, dass dieser Festival-Abschluss ein Desaster werden könnte, wendet sich nach etwa einem Drittel des Sets alles zum Guten: Bei dann (endlich!) gut eingepegeltem Sound und einer unerwartet hellen Lichtshow liefern MARDUK endlich die Black-Metal-Show, auf die man das ganze BRUTAL ASSAULT lang gewartet hat: Neben dem neuen Song „Blood Of The Funeral“ gibt es diverse Klassiker – und nach dem eigentlich finalen „Wolves“ gibt es mit „Panzer Division Marduk“ sogar noch eine Dreingabe. Rabiater und kompromissloser hätte man dieses Festival nicht beschließen können. [MG]

MARDUK beim Brutal Assault 2023

 

  1. On Darkened Wings
  2. Viktoria
  3. The Blond Beast
  4. Beyond The Grace Of God
  5. Wartheland
  6. Blood Of The Funeral
  7. Of Hell’s Fire
  8. Werwolf
  9. With Satan And Victorious Weapons
  10. Baptism By Fire
  11. Throne Of Rats
  12. Wolves
  13. Panzer Division Marduk

Nebenbühnen-Exkurs (Samstag)

Ein wiederkehrendes Thema an diesem Samstag: die Hitze. Auf der Obscure Stage ist kurz vor 16 Uhr nur direkt vor der Bühne sowie entlang der Festungsmauer Schatten zu finden. Entsprechend steht das Publikum bei MAYBESHEWILL in L-Form vor der Bühne. Die 2020 wiedervereinigte Band wirkt damit zwar nicht wirklich glücklich, spielt aber dennoch ein tolles Post-Rock-Set, das sich vornehmlich auf ältere Songs stützt. Für etwas mehr Atmosphäre bittet die Band die Fans für die letzten Songs doch noch in die Sonne zu kommen. Dass die Fans dem trotz der Temperaturen nachkommen, sagt alles über die Darbietung der Briten. [BL]

THE OCEAN beim Brutal Assault 2023Nach einem kurzen Abstecher in den Thrash mit SUICIDAL ANGELS geht es auf der Nebenbühne mit THE OCEAN zurück zum Post-Metal. Während die Band indoor stark auf ihre Licht- und oft auch Videoshow setzt, sind die Musiker bei Tageslicht ganz auf sich gestellt. Als dann auch noch ein technisches Problem eine längere Pause erzwingt, ist von Sänger Loïc Rossetti Improvisationstalent gefordert. Als er vor lauter Ratlosigkeit anfängt, die Fans in der ersten Reihe einzeln nach ihrem Namen zu fragen, geht es zum Glück weiter – und das bockstark. Für THE OCEAN sicher keine leichte Show, aber aller Widrigkeiten zum Trotz eine starke Performance! [MG] Im Octagon legen derweil BIRDS IN ROW ein starkes Post-Hardcore-Set hin, das den Fokus auf ihr aktuelles Album „Gris Klein“ legt. Dass im Publikum auch zu den ruhigeren Passagen Grappling-Kämpfe ausgetragen werden und einige betrunkene Fans dabei deutlich über die Stränge schlagen, ist ebenso schade wie die Überschneidung mit The Ocean. Dennoch: Die Show der drei Franzosen ist definitiv weit vorne diese Woche. [BL]

Ein Highlight der ganz anderen Art erwartet die Fans um 20:50 Uhr auf der Obscure-Stage: Dass BENEDICTION überhaupt auf der kleinen Bühne ran müssen, wirkt zwar etwas befremdlich, und dass sich die Show aufgrund technischer Probleme fast eine Viertelstunde nach hinten verschiebt (wovon nur fünf „nachgeholt“ werden können), ist schade – die Spielfreude und Energie, die die Briten in den verbliebenen 40 Minuten an den Tag legen, sucht jedoch ihresgleichen. Dass für „Subconscious Terror“ noch Ex-Sänger und Anaal-Nathrakh-Fronter Dave Hunt auf die Bühne kommt, ist die sprichwörtliche Kirsche auf der Torte. Selbst ohne dieses Extra wäre diese Show aber fraglos die beste Death-Metal-Performance des Festivals gewesen. [MG] Wer dachte, dass Pensées Nocturnes den diesjährigen Exotenpreis gewinnen, wird kurz vor Abschluss des Festivals eines Besseren belehrt: Ganz in Weiß gekleidet spielen CHURCH OF THE COSMIC SKULL im Octagon eine wild bejubelte ’70s-Rock-Show mit Psychedelic- und Okkult-Elementen, die noch lange nach Ende der Darbietung für Applaus und Jubel sorgt. [BL]

Impressionen Brutal Assault 2023

Fazit

Mit viel Glück, was das Wetter angeht, erweist sich das BRUTAL ASSAULT auch 2023 als Premium-Festival für Musik-Liebhaber. Wer vornehmlich für die Party auf Festivals fährt, ist hier nach wie vor komplett falsch – selbst gegen vergleichsweise leise Musik gehen die Campingplatz-Aufseher des Nachts riguros vor. Und das ist auch gut so, anders wären die vier von vormittags bis spät in die Nacht enorm hochkarätig besetzten Konzerttage auch nicht durchzuhalten.

Wer familiäres Flair, ein ganz besonderes Ambiente und viel Liebe zum Detail zu schätzen weiß, ist auf dem BRUTAL ASSAULT hingegen nach wie vor goldrichtig: In der Festungsanlage Josefov angesiedelt, bietet das BRUTAL ASSAULT seinen Besuchern eine malerische Kulisse. Ob zum Entspannen in einer der unzähligen Bars in den ebenso zahllosen Festungs-Höfen der weitläufigen Anlage, zum relaxten Genießen von Shows (und Sonnenuntergang) von der Naturtribüne aus, oder direkt im Pit zwischen den gewaltigen Festungsmauern – Atmosphäre wird auf dem BRUTAL ASSAULT großgeschrieben.

Impressionen Brutal Assault 2023

Zwar kostet das Ticket mittlerweile ebenfalls knapp 200€, dazu sind diverse Extras zubuchbar (und anzuraten) – wie das bewachte Camping und Parken, Zugang zur Naturtribüne oder Locker mit Strom-Anschluss. Dafür bekommt man neben den Konzerten selbst ein rundum gut organisiertes Festival geboten, das auf allen Ebenen Spaß macht: Für das leibliche Wohl sorgen so viele Essensstände (von traditionell Tschechisch bis orientalisch-vegan), dass dagegen so manches Foodtruck-Festival blass aussieht. Bier wiederum ist nicht nur Mittel zum Zweck – vielmehr lädt die Vielzahl verschiedener Biersorten (inklusive eigens gebrautem Craftbeer) zu erschwinglichen Preisen zu einer (oder vielen) Verkostungsrunde(n) über die Area ein. Mit zwei Trinkwasser-Tanks gibt es 2023 zudem erstmalig kostenloses Trinkwasser auf dem Gelände (allerdings zum „Preis“ langer Schlangen) – und auf der ganzen Area sowie beim VIP-Camping sind neben den obligatorischen Dixis auch reichlich WC-Container verteilt.

Musikalisch reiht sich auch 2023 Highlight an Highlight – nicht zuletzt, weil neben der Künstlerauswahl und den Performances selbst auch die Rahmenbedinungen passen: Sound und Licht wissen bei nahezu allen Shows zu begeistern. Auch das ist leider längst kein Festival-Standard. Allenfalls am Genre-Mix ließe sich 2023 eventuell Kritik festmachen: Black Metal findet sich im Billing nur durch einige wenige (dafür sehr namhafte) Bands vertreten, dafür ist eine leichte Verschiebung hin zu mehr Death Metal, vor allem aber Core-Genres feststellbar. Das dürften die Veranstalter 2024 gerne wieder etwas ausbalancieren – ansonsten: einfach weitermachen! [MG]

Impressionen Brutal Assault 2023

Publiziert am von , und Marius Mutz

Ein Kommentar zu “Brutal Assault Open Air 2023 – Teil 2

  1. Der Bericht macht schon Lust auf das BA… Vielleicht fahr ich auch mal wieder hin! Schade um Anaal Nathrakh, die könnens normalerweise schon.

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