CD-Review: Aborted - The Necrotic Manifesto

Besetzung

Sven de Caluwé - Gesang
Danny Tunker - Gitarre
Mendel bij de Leij - Gitarre
JB van der Wal - Bass
Ken Bedene - Schlagzeug

Tracklist

01. Six Feet Of Foreplay
02. The Extirpation Agenda
03. Necrotic Manifesto
04. An Enumeration Of Cadavers
05. Your Entitlement Means Nothing
06. The Davidian Deceit
07. Coffin Upon Coffin
08. Chronicles Of Detruncation
09. Sade & Libertine Lunacy
10. Die Verzweiflung
11. Excremental Veracity
12. Purity Of Perversion
13. Of Dead Skin & Decay
14. Cenobites


Kauft sich der geneigte Death-Metal-Fan eine Platte der belgischen Institution ABORTED, weiß er, dass ihn textlich das erwartet, was das Genre Brutal Death Metal ausmacht, verquickt mit den komplexen wie progressiven Anleihen des Technical Death Metal. Auf dem neuesten und mittlerweile achten Streich namens „The Necrotic Manifesto“ geht das Quintett nicht anders zu Werke, was einen würdigen Nachfolger von „Global Flatline“ (2012) verspricht.

Eingeleitet mit einem pompösen wie beklemmenden Intro, prügeln ABORTED ihre Instrumente in den kommenden 42 Minuten durch 14 Tracks, deren kreative Spannbreite von (wenigen) schleppenden Parts („Die Verzweiflung“) über (mehrheitlich) Grindcore-lastiges Gebolze („Excremental Veracity“) bis hin zu melodischen Zwischenspielen („An Enumeration Of Cadavers“) reicht. Verfeinert wird der Großteil der Songs mit prägnanten Soli, deren Vielzahl Geschmackssache ist, sowie Sprach-Samples. Kombiniert mit dem Fakt, dass ABORTED nicht länger als eine halbe Minute einen Riff beibehalten, geschweige denn sich der Drummer auch nur für zehn Sekunden mit einem Takt zufrieden gibt, lebt „The Necrotic Manifesto“ von der Verspieltheit der Musiker und deren Können, Rhythmuswechsel so schnell wie akkurat zu verpacken.

Das finale „Cenobites“ ist der Übertrack dieses Albums: Die Verknüpfung vom melodiösen Intro, welches als Motiv immer wieder seinen Weg zurück in das Lied findet und den Hintergrund für ein Soli liefert, mit der typischen ABORTED-Härte, bildet den gelungenen Abschluss von „The Necrotic Manifesto“! Gleichzeitig offenbart es aber auch, dass die Belgier melodiöse Twin-Gitarren-Momente so gut beherrschen, dass es schade ist, dass diese bis auf wenige weitere Momente („Chronicles Of Detruncation“) nicht weiter Platz auf der Veröffentlichung fanden.

Wie hoch die Chance ist, dass ABORTED mit irgendeiner ihrer hoffentlich noch kommenden Platten enttäuschen werden? Nahezu ausgeschlossen. Die spielerische Raffinesse und das Talent jedes beteiligten Musikers um das Gründungsmitglied Sven de Caluwé schließen eine andere Antwort aus. Und somit servieren die fünf Herren mit „The Necrotic Manifesto“ erneut das, was man von ihnen erwartet: Schaurige Geschichten unterlegt mit brachialer Musik in feinster Qualität!

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Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

3 Kommentare zu “Aborted – The Necrotic Manifesto”

  1. Sarah Punke Beitragsautor

    Bei Aborted sollte man nicht mit der Erwartung herangehen, dass die Herren mit etwas Neuem, welcher Art auch immer, überraschen. Mein Fazit im letzten Satz wird höchstwahrscheinlich auch auf das kommende Album passen, denn das ist es, wofür die Belgier geschätzt werden. Wobei ich dich natürlich verstehe: Der Grad zwischen der Reproduzierung von altbekannten Strukturen und dem Teufel im Detail, mit dem Aborted meiner Meinung nach arbeiten, ist schmal.

    1. Pascal Stieler

      Also erstens geht aus deinem Kommentar nicht hervor, ob das jetzt was Gutes oder Schlechtes sein soll, zweitens spielen die halt seit 20 Jahren Brutal Death. Jeder denkende Mensch wird den Schluss ziehen, dass dann Album Nummer neun im Vergleich mit Album Nummer acht eher nicht überraschen wird. Mit dem Sound hat man die Fans schließlich auch gewonnen, wenn man zuviel verändert, wenden sich oft mehr Fans ab als dazukommen, ganz davon abgesehen, dass das (die Soundveränderung) in der Regel einfach nicht das ist, was den Musikern dann gefällt.

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