Review Aborted – Retrogore

In meiner Review zum letzten ABORTED-Album „The Necrotic Manifesto“ wagte ich es die wenig mutige These aufzustellen, dass die Tech-Deather um Sven de Caluwé mit dem nachfolgenden Output erneut hohe Wellen der Begeisterung auslösen werden. Knapp zwei Jahre später gilt es nun dies zu beweisen, denn die Belgier haben mit „Retrogore“ ihre neunte Platte auf den Markt gebracht. Wenn der ABORTED-Motor einmal läuft, läuft er wie geschmiert und beglückt die Fans mit neuen Alben in einem Abstand von lediglich zwei Jahren. Hingegen das bei manchen Bands in einem Ausschlachten weniger Ideen endet, powern die Belgier durchweg auf hohem Niveau – und apropos Schlachten, ABORTED bleiben sich natürlich auch mit dem Inhalt ihrer besungenen Themen treu.

Wie bereits bei den letzten Scheiben „The Necrotic Manifesto“ und „Global Flatline“ wurde auch das Erscheinen von „Retrogore“ mit einer EP angekündigt, auf der sich unter anderem bereits der Albumtrack „Termination Redux“ befindet. Wem die zwölf neuen Songs auf „Retrogore“ nicht genügen, kann sich die Platte als Boxset inklusive der genannten EP kaufen – und bereits Vorfreude darüber entwickeln, dass ABORTED in zwei Jahren erneut eine druckfrische EP plus Full-Length auf den Markt bringen werden.

Böse Zungen werden behaupten, dass die Musik der Brutal-Tech-Deather ebenso vorhersehbar sein wird wie ihre Veröffentlichungszeiträume, wohlgesonnene Hörer hingegen könnten das erstaunliche Talent der Band hervorheben, ihrem Niveau mit jedem Output treu zu bleiben. Zu bedenken gilt es allerdings, dass sich ABORTED regelmäßig eine Erfrischungskur in Form eines neuen Bandmitgliedes gönnen, prinzipiell sehr gerne (und auch bei „Retrogore“ der Fall) betrifft dies die Verstärkung am Sechssaiter; der Mitte zwanzigjährige Jekelis, ehemals Abigail Williams und Abysmal Dawn, kann nur die Daumen drücken, dass er auch auf dem kommenden Silberling im Lineup Erwähnung finden wird.

Musikalisch liefern ABORTED mit „Retrogore“ erneut das Brett ab, welches sich die Fans erhofften, dennoch bedienen die Belgier nicht die Vorahnung der bösen Zungen, sondern dem Quintett gelang es tatsächlich, sich vom Vorgänger „The Necrotic Manifesto“ abzuheben; im Kontext einer ABORTED-Scheibe sind die folgenden Worte irritierend, aber „Retrogore“ überrascht mit einem vermehrten Augenmerk auf Melodik und Entschleunigung. Sei es beim regelrecht ins Ohr gehenden Titeltrack, dem getragenen Ausgang von „Coven Of Ignorance“ oder dem mit einem nahezu epischen Riff ausgestatteten „Forged For Decrepitude“, die Dichte an Variation begeistert und überrascht gleichermaßen! Somit schlagen die fünf Herren nicht nur den Kritikern ein Schnippchen, sondern sie beweisen einmal mehr, weswegen ABORTED nach wie vor eine feste Instanz auf ihrem Gebiet sind – nicht nur wegen der hohen Outputrate, sondern gerade wegen ihrer Qualität.

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Wertung: 8.5 / 10

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5 Kommentare zu “Aborted – Retrogore

  1. Ah, ein Frischling quasi. :D Umso besser, dass du mit dieser Platte eingestiegen bist. Wobei… The Necrotic Manifesto ist ein Stückchen gelungener. Der letzte Track, Cenobite – Hammer!

  2. Eher gar nichts. Ich habe mich bisher nicht mit der Band befasst, sie dieses Jahr dann zum ersten Mal live auf dem Brutal Assault gesehen und war da sehr beeindruckt, sodass ich mir dann doch mal das Album anhören musste. ;)

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