Review Bad Wolves – Dear Monsters

BAD WOLVES ist eine jener Bands, die man hauptsächlich aufgrund diverser Skandale rund um (Ex-)Mitglieder kennt und weniger, weil die Mucke so geil ist. Der inzwischen ehemalige Sänger, Trump-Fanboy und Rassismus-Sympathisant Tommy Vext brachte die Band mt seinen Äußerungen und der Trennungs-Schlammschlacht wochenlang immer wieder in die Schlagzeilen. Die Truppe ließ sich davon aber nicht unterkriegen, beendete das Kapitel Tommy Vext und fand in Daniel Laskiewicz (The Acacia Strain) recht schnell einen neuen Frontmann. Die Zeichen stehen auf Aufbruch und nach den eher mittelmäßigen ersten Scheiben „Disobey“ und „N.A.T.I.O.N.“, soll es Album Nummer drei nun richten. Allerdings, so richtig knallen will auch „Dear Monsters“ nicht.

Dabei haben BAD WOLVES die Trademarks von Bands wie Five Finger Death Punch, Disturbed oder stellenweise auch Nickelback komplett verinnerlicht und verstehen es, daraus eingängige Songs zu basteln. Allerdings fehlt den Stücken auf „Dear Monsters“ jegliche Eigenständigkeit und Raffinesse. Stattdessen servieren die Amis die übliche Mischung aus catchy Hooklines, „Oh“-Mitsingparts und hin und wieder mal ein paar fette Riffs und Growl-Parts. Richtig Spaß macht das eigentlich nur bei Stücken wie „Never Be The Same“ oder „On The Case“, die es beide schaffen, die richtige Balance aus verspielter Poppigkeit und trotzdem ordentlich Dampf zu finden. „Lifeline“ und „Gone“ haben diese Balance definitiv nicht, sondern übergießen den Hörer mit tonnenweise Zuckerguss und Pathos. Songs wie diese funktionieren sicherlich bestens als Hintergrundbeschallung auf großen Mainstream-Festivals, mehr aber auch nicht. Den Vogel schießen BAD WOLVES schließlich mit „Wildfire“ und „Springfield Summer“ ab. Für letzteres Stand wohl „This Afternoon“ von Nickelback Pate, allerdings schaffen es die berühmt-berüchtigten Stadionrocker mit ihrer Nummer tatsächlich so etwas wie das Gefühl eines sonnigen Nachmittags mit Freunden im Park aufkommen zu lassen. BAD WOLVES hingegen klingen lediglich sehr bemüht. „Wildfire“ hingegen ist die Blaupause dafür, wie schnulzige Rockballaden klingen, die wohl nur betrunkene Pärchen Nachts um 3 wirklich gut finden.

Neuzugang Daniel am Mikro muss man außerdem attestieren, dass er auf „Dear Monsters“ über weite Strecken einen wirklich guten Job macht. Tatsächlich schafft er es bei „Comatose“ fast so etwas wie Queen-Feeling aufkommen zu lassen und ja, die Mischung aus Freddy-Mercury-Gesang und Modern Metal funktioniert tatsächlich ziemlich gut. Und dann stimmen auf den letzten Metern „Classical“ und „In The Middle“ doch nochmal etwas versöhnlicher. „Classical“ ist ein knallendes Djent-Brett, von dem man sich auf der Scheibe gerne noch ein paar mehr gewünscht hätte und „In The Middle“ lässt „Springfield Summer“ erst recht wie einen Totalausfall wirken. Das Album-Finale schafft es nämlich tatsächlich eine gewisse Sommer-und-Lagerfeuer-Stimmung aufkommen zu lassen.

BAD WOLVES machen auf „Dear Monsters“ auch mit neuem Sänger die gleichen Fehler, wie auf den Vorgängern. Oberstes Ziel der Amis ist es, möglichst charttaugliche Songs zu schreiben und das ist ihnen mit Sicherheit gelungen. Als Vorband für Genre-Größen der Marke Five Finger Death Punch dürften BAD WOLVES auch weiterhin perfekt funktionieren, für eigene Stadiontour-Ambitionen mangelt es aber einfach an Songwriting-Qualitäten.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wertung: 6 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.