CD-Review: Bad Wolves - Disobey

Besetzung

Tommy Vext - Gesang
Doc Coyle - Gitarre
Chris Cain - Gitarre
Kyle Kinkier - Bass
John Boecklin - Schlagzeug

Tracklist

01. Officer Down
02. Learn To Live
03. No Masters
04. Zombie
05. Run For Your Life
06. Remember When
07. Better The Devil
08. Jesus Slaves
09. Hear Me Now
10. Truth Or Dare
11. The Conversation
12. Shape Shifter
13. Toast To The Ghost


Haben sich Fiver Finger Death Punch etwa umbenannt und ein neues Album rausgebracht? Nein, aber auf den Gedanken kommt man nur allzu leicht beim Hören des BAD WOLVES-Debüts „Disobey“. Sowohl in Sachen Songwriting als auch im Bezug auf die Stimme von Sänger Tommy Vext sind doch recht große Parallelen zu den Modern-Metallern um Ivan Moody fassbar. Dabei kommen die Musiker von BAD WOLVES eigentlich aus ganz anderen Ecken des Metal.

Schlagzeuger John Boecklin saß bei Devildriver an den Kesseln, Sänger Tommy Vext ist eigentlich bei Divine Heresy am Mikro, Gitarrist Doc Coyle war mal bei God Forbid, Chris Cain bei Bury Your Dead und und Bassist Kyle Kinkier spielte schon bei In This Moment. Somit sind BAD WOLVES wohl so eine Art Super Group, wobei sie selbst diesen Terminus nicht mögen. Musikalische Einflüsse der Haupt- bzw. Ex-Bands der Musiker gibt es kaum, stattdessen regiert eine Mischung aus Metalcore-Riffs und Alternative Rock.

Sänger Tommy Vext ist wohl das deutlichste Alleinstellungsmerkmal der Band. Neben derben Growls liefert er auf „Disobey“ auch gerappte Vocals im Stil von Phil Bozeman („Officer Down“, „Better The Devil“) und Klargesang der stellenweiße stark an Ivan Moody erinnert ab („No Masters“). Die Musiker hingegen können sich wohl nicht so recht entscheiden, welche Art von Musik sie jetzt eigentlich spielen wollen. Bestes Beispiel dafür ist wohl der Song „Jesus Slaves“. Das Intro und die Strophen sind sehr technisch und hart, derbe Djent-Riffs ballern aus den Boxen und Tommy Vext brüllt herrlich agressiv. Doch dann driftet der Song im Refrain plötzlich in aaglatten Radio-Rock ab und lässt den Hörer doch etwas verwirrt zurück. Leider ist diese krude Mischung aus hart und belanglos glatt keine Ausnahme, egal ob in „No Masters“ oder „Remember When“, die Verschmelzung der verschiedenen Stile gelingt der Band eher nur bedingt.

Aber „Disobey“ hat auch wirklich gute Momente. „Run For Your Life“ zum Beispiel wartet mit einem fetten Groove und einer ordentlichen Portion Härte auf. Man merkt der Band richtig an, wie viel Bock sie auf diesen Song hat und kriegt selbst ein dickes Grinsen im Gesicht. Trotz allem Hype um den Song ist auch das Cover des The Cranberries Überhits „Zombie“ durchaus gelungen. Vor allem auch die Änderungen im Text in Anpassung auf die heutige Zeit hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

BAD WOLVES haben mit „Disobey“ also keinen Totalausfall veröffentlicht. Zwar sind die Alternative-Teile doch etwas zu nah am typischen Ami-Radio-Rock, doch wissen die derberen Passagen auf jeden Fall zu überzeugen. Für den Fluss des Albums wäre eine geradlinigere Ausrichtung der Musik oder zumindest eine passendere Verbindung der einzelnen Songparts daher deutlich von Vorteil. So bleibt aber ein Album, das stellenweiße gute Momente hat, im Großteil aber doch eher unausgegoren daherkommt.

Bewertung: 6 / 10

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