CD-Review: Chapel Of Disease - ...And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye

Besetzung

Laurent T. - Gesang, Gitarre
Cedric T. - Gitarre
Christian K. - Bass
David D. - Schlagzeug

Tracklist

01. Void Of Words
02. Oblivious - Obnoxious - Defiant
03. Song Of The Gods
04. Null
05. 1.000 Different Paths
06. The Sound Of Shallow Grey


Man spricht ja oft davon, dass eine Band mit einem neuen Album ihre Essenz gefunden hat. Selten hat diese Phrase aber so gut gepasst, wie beim neuen CHAPEL-OF-DISEASE-Album „…And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye“, auf dem die Kölner Band jeglichen Genre-Konventionen entflieht. Bereits auf ihrem Zweitwerk „The Mysterious Way Of Repetitive Art“ haben sich die Jungs mehr oder weniger von ihren Death-Metal-Wurzeln entfernt, doch auf der neuen Scheibe legt die Band diese eng gefasst Genrebezeichnung endgültig ab.

Das soll aber nicht heißen, dass es auf „…And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye“ keinen Death Metal mehr zu hören gibt, er geht vielmehr eine Symbiose mit Riffs und Melodien der 70er- und teilweise auch 80er-Jahre ein. Was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint, offenbart bereits beim Opener „Void Of Words“ sein enormes Potenzial. CHAPEL OF DISEASE verteilen hier rockige 70er-Riffs und große Melodien auf einen wuchtigen Death-Metal-Unterbau und garnieren das Ganze mit den heiseren Vocals von Sänger Laurent T. Vor allem die rockigen, luftigen Elemente des Songs machen ihn so spannend und im positivsten Sinne des Wortes zu einem Ohrwurm. In absoluter Perfektion zelebrieren CHAPEL OF DISEASE ihre neue Sound-Mixtur im überragenden „Song Of The Gods“, das die Jungs definitiv live spielen müssen. Bei diesem Song scheint es, als ob Judas Priest gefallen an Old-School-Death-Metal gefunden hätten und diesen nun mit ihrem 80er-Jahre-Sound mischen.

Gekrönt wird „…And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye“ vom monumentalen „The Sound Of Shallow Grey“, bei dem auch die letzten Kritiker verstummen dürften. CHAPEL OF DISEASE entfernen sich mit dieser Nummer zwar sehr weit von ihren Wurzeln, zeigen dadurch aber auch erneut welch großes Potenzial in ihnen steckt. Das Grundriff von „The Sound Of Shallow Grey“ ist recht einfach, doch der Song erfährt durch die packende Melodie eine enorme Aufwertung und zieht den Hörer in seinen Bann. Statt eines langsamen, schleppenden Aufbaus gibt es ein geradliniges, fesselndes Stück Musik zu hören. Ganz großes Kino!

CHAPEL OF DISEASE beweisen mit ihrem dritten Album „…And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye“, dass Weiterentwicklung nichts schlechtes ist. Selten hat eine Band aber ihren Sound so stimmig und eindrucksvoll erweitern können. Man darf gespannt sein, wohin die Reise für die Kölner Band als nächstes geht.

Bewertung: 9 / 10

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