Review Death Of Youth – Nothing Is The Same Anymore

„Nothing Is The Same Anymore“ lautet der Titel des Debüts von DEATH OF YOUTH (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, unterdessen aufgelösten Band aus Mainz). Und wenn schon weder Albumtitel noch Bandname sonderlich kreativ sind, fühlt man sich als Mensch, dessen Jugend auch schon etwas länger das Zeitliche gesegnet hat, in einer Welt, in der wirklich nichts mehr ist, wie es noch vor gar nicht allzu langer Zeit war, direkt gut aufgehoben bei den Briten.

Das gilt so in etwa eigentlich auch für die Musik der 2018 als Soloprojekt von Rob David gegründeten und erst im Zuge des Debüt-Albums zum Quartett transformierten DEATH OF YOUTH: Nichts an dem bei neun Songs gerade einmal 24 Minuten langen Werk wird Screamo-Fans überraschen – und doch (oder gerade deswegen) kann man „Nothing Is The Same Anymore“ jedem Fan des Genres vorbehaltlos empfehlen.

In wunderbar warmem Sound gibt es melodischen Post-Hardcore, der mit Reminiszenzen an Bands wie TOUCHÉ AMORÉ oder LA DISPUTE nicht hinterm Berg hält: Das gilt für die Songs selbst ebenso wie für den Gesang von David, der in Sachen Emotion und Verzweiflung kaum hinter Jeremy Bolm oder Jordan Dreyer zurücksteht.

Wie im Post-Hardcore fast schon üblich, widmen sich auch DEATH OF YOUTH in sozialkritischen Texten wichtigen Themen: „Fix Your Heart Or Die“ thematisiert die Rechte von Transgender-Personen, während „Desensitised“ die Haltung von Männern zum Thema Gewalt gegen Frauen hinterfragt. Andere Titel beschäftigen sich mit emotionalem Missbrauch („Invertebrate“) und Bigotterie innerhalb der Metal-Szene („Performance Art“). Keine leichte Kost – aber das wäre bei Screamo auch nicht zu erwarten gewesen.

Das Album selbst ist dafür alles andere als schwer verdaulich: Wohl nicht zuletzt aufgrund seiner geringen Länge, aber auch durch die schön arrangierten Songs geht „Nothing Is The Same Anymore“ schnell ins Ohr. So gelingt es DEATH OF YOUTH, ihre Songs trotz teilweise extrem kurzer Spieldauer – der kürzeste kommt gerade einmal auf 1:45 Minuten – schlüssig aufzubauen und so geschickt aneinanderzureihen, dass „Nothing Is The Same Anymore“ am Ende mehr wie ein langer Song klingt als nach neun kurzen.

„Nothing Is The Same Anymore“ – außer Screamo. Zu diesem Schluss könnte man jedenfalls mit dem Debüt von DEATH OF YOUTH im Ohr kommen: Die Briten überraschen musikalisch in keiner Weise und lassen doch aufhorchen. Denn auch ohne dem Genre substanziell Neues hinzuzufügen, gelingt ihnen ein musikalisch schönes und thematisch engagiertes Album, das man direkt ins Herz schließt. Vielleicht finden DEATH OF YOUTH mit den Jahren auch noch einen ganz eigenen Stil. Wenn nicht, ist es aber auch nicht schlimm.

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Wertung: 8 / 10

Moritz Grütz

Publiziert am von

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