CD-Review: Devin Townsend Project - Ghost

  • Veröffentlichung: 2011
  • Label: InsideOut
  • Spielart: Ambient
Besetzung

Devin Townsend – Gesang, Gitarre, Bass, Banjo, Sounds
Katrina Natale – Gesang
Mike St. Jean – Schlagzeug
Dave Young – Keyboard, Mandoline
Kat Epple – Flöte, EWI, Bawu

Tracklist

01. Fly
02. Heart Baby
03. Feather
04. Kawaii
05. Ghost
06. Blackberry
07. Monsoon
08. Dark Matters
09. Texada
10. Seams
11. Infinite Ocean
12. As You Were


„Ghost“ ist der Abschluss der DEVIN TOWNSEND PROJECT-Tetralogie. Nach dem unberechenbaren „Deconstruction“ wurde das Album als ruhiger, meditativer Gegenpol zu diesem angekündigt. Das ist es auch geworden.

Was wir hier vorliegen haben, ist also ein 73-minütiges Ambient/Acoustic-Album, dessen wichtigste Ingredienzen Synthesizer-Teppiche, sanft gestrichene Akustikgitarre und friedvolle Flötenteppiche sind. Dazu packt Devin die homogensten, harmonischsten Gesanglinien seiner Karriere aus. Songs wie „Feather“, „Heart Baby“ oder „Kawaii“ sind dabei so entspannt, dass es schwerfällt, sich einen Ort auszumalen, in dem man sie in in angemessenem Ambiente hören könnte – außer einem Bett aus Watte, das über einer menschenleeren Karibik-Insel schwebt, scheint jede Örtlichkeit zu stressig.
Somit ist „Ghost“ also eine Scheibe, die sich über die komplette Spielzeit einzig damit beschäftigt, den Hörer einzulullen. Ein Konzept, das von anderen Devin Townsend-Soloalben nicht komplett unbekannt ist, diese Platte ist aber noch deutlich zielgerichteter und konkreter, bedingt eben durch die Präsenz von Gitarren- und Flöten-Melodien, wogegen es sonst häufig sehr strikt Ambient-lastig zuging. Das Konzept geht dann auch gut auf. Die ersten 36-40 Minuten zumindest. Zu diesem Zeitpunkt wird es in „Monsoon“ ein bisschen arg sphärisch und das überlange „Texada“ schafft es nach dem kurzen „Dark Matters“ dann auch nicht mehr, den roten Faden wieder aufzunehmen. Ob es dem Konzept geschuldet ist, dass der Musik im Laufe der Zeit immer mehr die Essenz entzogen wird und es somit einfach ein bisschen zu viel des Guten wird, oder ob Mr. Townsend doch irgendwann die Melodien ausgegangen sind, fest steht, dass „Ghost“ ab diesem Zeitpunkt ziemlich unmittelbar zu langweilen und dann flott auch zu nerven beginnt. Das ist schade, weil das Album hier ja erst zur Hälfte vorbei ist.

Ein zweischneidiges Schwert also. Die ersten sechs Songs sind, gerade vor dem Townsend-Hintergrund, fulminante Umsetzungen sanftmütigen Chillouts, die zweite Hälfte des Albums ist ziemlich daneben. In einem preiswerten Paket mit „Deconstruction“ kann man sich die Anschaffung überlegen, auch in der kompletten Project-Box mit allen vier Alben und Bonus-DVDs hat „Ghost“ durchaus seine Berechtigung. Eine Einzelanschaffung lohnt sich aber nicht wirklich, da ist zu viel Ausschussware mitgeliefert.

Bewertung: 6 / 10

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