CD-Review: Erik Cohen - III

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: RYL NKR
  • Spielart: Rock
Besetzung

Erik Cohen - Gesang
Jan Späth - Gitarre
Björn Seitz - Bass
Normen Rehse - Schlagzeug

Tracklist

01. Mexikanische Lieder
02. Sonne
03. Fährwolf
04. Fehmarn
05. Englische Wochen
06. Hart am Overkill
07. Spur der Steine
08. Belphegor
09. Altes Feuer
10. Gladiator


Seinem Zwei-Jahres-Rhythmus bleibt ERIK COHEN treu und hat mit dem schlicht betitelten „III“ bereits sein drittes Soloalbum vollendet, das wieder komplett in Eigenregie entstanden ist. Das Hauptaugenmerk auf Wave und klassischen Pop, wie noch beim Vorgänger „Weisses Rauschen“, hat man zugunsten der „alten Tante“ Rockmusik und dem Fokus auf die Gitarre hintangestellt. So soll uriger Metal auf Hardcore-Anleihen, Punk und Alternative Rock treffen. Zumindest das Artwork macht einen morbideren und düstereren Eindruck, als man es bisher vom Kieler gewohnt war.

Und tatsächlich ist bereits der Opener „Mexikanische Lieder“ ein raues Stück Rockmusik, das auch deutlichen Punk-Einschlag aufweist. Vor allem die Gitarrenarbeit ist zwischen wuchtigen und melodiösen Parts ein echter Earcatcher geworden. Diese rockige Seite verstecken auch die folgenden Songs nicht und so wirken sie, wie man gerne sagt, wie „aus einem Guss“ entstanden. Was ebenfalls geblieben ist, ist die nachdenkliche und auch melancholische Seite der Texte. Mal geht es um Fernweh („Fährwolf“), dem Wunsch nach bessere Zeiten („Sonne“) oder vergangene Momente des Lebens („Altes Feuer“).

An der Produktion gibt es weitgehend nichts zu bemängeln. Klar und frisch, aber auch mit ausreichend druckvoller Attitüte rauschen die Songs aus den Boxen. Was allen Titeln gleichermaßen innewohnt, ist ein deutlicher Ohrwurmcharakter, hier hat „III“ gegenüber dem Vorgänger „Weisses Rauschen“ deutlich die Nase vorne. Klanglich erinnert ERIK COHEN mal an Broilers („Fehmarn“) oder schielt in Richtung Oi-Punk-Bands mit Fußballthematik („Englische Wochen“). Da verzeiht man sogar die obligatorischen Ohohoh-Chöre im Hintergrund. Platz für viele Experimente bieten die neuen Songs natürlich nicht, das brauchen sie dank ihrer Glaubhaftigkeit aber auch gar nicht.

„Lieder von Blutrausch und Liebe“ werden im Eröffnungssong besungen und das bringt die folgenden Titel ganz gut auf den Punkt. Mal werden die Geschichten geradeheraus erzählt, dann wieder etwas verschachtelt verpackt. ERIK COHEN ist aber auch auf „III“, trotz der wieder rockigeren Momente, das nachdenkliche und doch hoffnungsvolle, aber vor allem zu jeder Zeit authentische Nordlicht geblieben, als das man ihn bereits kennt. Es wird spannend, welche musikalische Ausrichtung der vielseitige Künstler auf seinem nächsten Longplayer angehen wird.

Bewertung: 7.5 / 10

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