CD-Review: Frequency Drift - Summer

Besetzung

Isa Fallenbacher – Gesang
Christian Hack – Gitarre
Wolfgang Riess – Bass
Wolfgang Ostermann – Schlagzeug
Andreas Hack – Keyboards, Gitarre
Sibylle Friz – Cello
Nerissa Schwarz – Harfe, Mellotron

Tracklist

01. Summer
02. Distant
03. Siren
04. Midnight
05. Ringshining
06. Summer's End


Kaum eine deutsche Artrock-Band ist derzeit so produktiv wie FREQUENCY DRIFT. 2014 veröffentlichten die Bayreuther nicht nur ihr fünftes Album „Over“, sondern auch „Summer“, eine Sammlung von sechs Songs, die es nicht auf die regulären Studioplatten geschafft haben. Alle Lieder wurden neu aufgenommen und können auf der offiziellen Website als Download oder liebevoll gebrannte CD mit handgeschriebenen Notizen erworben werden.

„Summer“ ist das erste FREQUENCY-DRIFT-Werk, das im Eigenvertrieb erscheint. Mit den Einnahmen möchte die Combo weitere Konzerte finanzieren. Eine gute Idee, schließlich findet die Musik von Bandchef Andreas Hack & Co. derzeit noch viel zu selten den Weg auf deutsche und europäische Bühnen.

Musikalisch klingt das Album weit weniger sommerlich, als der Titel vermuten lässt. Für die getragenen, oft nachdenklichen und melancholischen Songs hätte das Etikett „Autumn“ oder „Winter“ vielleicht besser gepasst. Aber wer FREQUENCY DRIFT kennt, weiß, dass sie eher ruhigen und atmosphärischen Progrock spielen. Dieser glänzt wieder einmal durch den sehr eigenständigen Mix aus akustischen, folkloristischen Klängen von Cello und Harfe und neoproggigen Ausflügen an Gitarre und Synthesizer. Zusammengehalten werden diese beiden Welten nicht nur durch das gewohnt gute Songwriting, sondern auch durch den berührenden Gesang von Isa Fallenbacher.

Einziger Schwachpunkt ist wieder einmal die Produktion, der es an Dynamik und Brillanz fehlt. Diesen Kritikpunkt müssen sich die Artrocker aber schon seit ihrem Debüt gefallen lassen – das letzte Studioalbum „Over“ bestätigt als Ausnahme die Regel, wurde allerdings auch von RPWL-Sänger Yogi Lang produziert.

Keyboarder Andreas Hack betrachtet die Songsammlung als eine Art Abschluss für dieses Kapitel der Bandgeschichte und verspricht interessante Neuerungen für das nächste Album. Man darf also gespannt sein, wohin die Reise der Gruppe gehen wird. Für eine Überraschung waren sie schließlich schon einmal gut, als sie ihren spacigen Sci-Fi-Neoprog nach den ersten beiden Alben „Personal Effects I & II“ (2008 und 2010) gegen größtenteils akustischen Prog eintauschten.

Alles in allem verkürzt „Summer“ wunderbar die Wartezeit auf die nächste reguläre Studioproduktion der Band. Wer die letzten Veröffentlichungen der Süddeutschen mochte oder Freude an ruhigem, geschmackvoll arrangiertem Artrock hat, sollte zugreifen. Von „Summer“ ausgehend gibt es bei FREQUENCY DRIFT noch jede Menge tolle Musik zu entdecken!

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: