CD-Review: Glorior Belli - The Great Southern Darkness

Besetzung

J. – Gesang, Gitarre
H. – Gitarre
T. – Bass
G. – Schlagzeug

Tracklist

01. Dark Gnosis
02. Secret Ride To Rebellion
03. They Call Me Black Devil
04. Negative Incarnate
05. Bring Down The Cosmic Scheme
06. The Great Southern Darkness
07. The Foolhardy Venturer
08. Per Nox Regna
09. The Science Of Shifting
10. Chaos Manifested
11. Horns In My Pathway


„The Great Southern Trendkill“? Klar. Pantera.
„The Great Southern Darkness“? Der Titel der neuen GLORIOR BELLI-CD.
Die Frage, die sich an dieser Stelle quasi aufdrängt: Was hat die CD einer französischen Black Metal-Band mit dem ’96er-Album der Texanischen Thrash-Legende gemein? Nun, in erster Linie das „Southern“, wie sich im Verlaufe der CD recht bald zeigt:

Denn was die Pariser hier in extrem rohem Gitarrensound auf den Silberling ihres mittlerweile vierten Studioalbums gebannt haben, geht über das, was man für gewöhnlich unter dem Begriff „Black Metal“ zusammenfasst, deutlich hinaus:
Neben harten und relativ genretypischen Knüppel-Passagen sind es vor allem rockige Elemente, die den Sound von GLORIOR BELLI zu etwas Besonderem machen. Dabei ist aber nicht stumpfer „Black ’n‘ Roll“ gemeint, wie ihn hunderte Bands spielen, sondern zum einen eine der Komposition beigefügte Priese Rock’N’Roll-Attitüde, die den langsamen Stellen einen treibenden Groove mitgibt, zum anderen die ein oder andere Passage waschechten Southern Rocks, wie man ihn in ähnlicher Form eben auch von Pantera her kannte: Gerade der Titeltrack, „The Great Southern Darkness“ ist hier mit seinem Clean-Gitarren-Einstieg ein echtes Paradebeispiel, entwickelt sich dieser doch von dem lässig groovenden Einstieg im weiteren Verlauf zu einer echt harten Nummer, in der J.s völlig kaputt klingende Reibeisen-Keiff-Stimme, welche dezet an Kvohst (Ex-Code, Dødheimsgard) erinnert, nur ein fasinzierendes Detail darstellt: Gekonnt wechselt der Song zwischen Black Metal und Southern Rock, ohne, dass diese eigentlich extremen Stilwechsel unnatürlich wirken würden. Auffällig ist hier, wie auch auf dem Rest des Albums, dass gerade der Bass dabei eine zentrale Rolle spielt, untermauert er die Songs doch durch schöne Läufe und Melodien gekonnt und vielseitig.
Vielseitig ist dabei überhaupt ein gutes Stichwort: Denn wenn die Songs auch nicht so richtig „avantgarde“ oder „progressiv“ sind, so ist das, was man hier fast 50 Minuten lang geboten kommt, doch innovativ, abwechslungsreich und unterhaltsam.

Mit „The Great Southern Trendkill“ liefern GLORIOR BELLI ein vielseitiges Album ab, welches sehr eigenständig klingt und durch die gelungene Mixtur aus Black Metal- und Southern Rock-Elementen eine wirklich ungewöhnliche Genre-Kombination erfolgreich austestet.
Sympathiepunkte erarbeiten sich die Franzosen dabei jedoch vor allem dadurch, dass sie das rechte Maß dabei nicht aus den Augen verlieren: Statt mit dem Holzhammer jedem Song einen Southern Rock-Anteil einzuprügeln, wurde hier mit Gefühl gearbeitet und vom Rock-Flair stets grade genug, aber nicht mehr als nötig, um eine gewisse Grundstimmung aufrecht zu erhalten, eingearbeitet.

Fazit: Hier hat man es nicht mit einem halbgaren Experiment zu tun, sondern mit einer ausgereiften Idee, auf die man vielleicht nicht gewartet hat, die aber durchaus zu begeistern weiß.

Bewertung: 8 / 10

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