CD-Review: Glorior Belli - The Apostates

Besetzung

Billy Bayou – Gesang, Gitarre
Arthur – Gitarre
Rodon – Gitarre
Marco – Bass
S. – Schlagzeug

Tracklist

01. Sui Generis
02. Deserters of Eden
03. The Apostates
04. Bedlam Bedamned
05. Hangin' Crepe
06. Jerkwater Redemption
07. Split Tongues Won't Atone
08. Runaway Charley
09. Rebel Reveries


GLORIOR BELLI behalten ihr Tempo bei: Nur zwei Jahre nach ihrem letzten Werk melden sich die Franzosen bereits mit dem nächsten, ihrem nunmehr siebten Album, zurück. Und einmal mehr überraschen die Pariser mit einem eher unorthodoxen Artwork. Und nicht nur das.

Denn auch musikalisch haben GLORIOR BELLI nach ihrem sehr geradlinigen Black-Metal-Album Sundown (The Flock That Welcomes) gehen die Franzosen wieder einen Schritt in Richtung des Stils, der sie international bekannt gemacht hat: „Southern Black Metal“, wie GLORIOR BELLI es selbst nennen. Konkret bedeutet das, dass die immer noch klar als Black Metal erkennbaren Songs diesmal auch wieder einen Southern-Einschlag aufweisen, der sich vor allem in dem einen oder anderen Gitarrensolo manifestiert. Durch geschickt eingesetzte Tempo- und damit Stimmungswechsel sorgen GLORIOR BELLI für weitere Variabilität in ihrem Klangbild. So überzeugend „anders“ als das, was man sonst so zu hören bekommt, wie es noch „The Great Southern Darkness“ oder „Gators Rumble, Chaos Unfurs“ waren, ist das Album allerdings nicht.

Als Fan dieser Alben ist man allerdings vielleicht schon froh, dass der Southern-Rock-Flair, der diese Alben ausgemacht hat, überhaupt wieder zurück ist bei GLORIOR BELLI: Schließlich war der Vorgänger ein eher trues Black-Metal-Album, auch, was den Sound angeht. In diesem Punkt liegt der vielleicht größte Unterschied zum Vorgänger: Verglichen mit dem höhenlastigen Schnarren von „Sundown“ klingt „The Apostates“ wieder kraftvoll und mit einer gesunden Portion Mitten und Bass versorgt. Erst im abschließenden„Rebel Reveries“ trauen sich GLORIOR BELLI mit gefühlvollem Klargesang, stimmungsvollen Cleangitarren und einem lässigen Solo auch musikalisch einen echten Schritt vorwärts. Leider etwas zu spät, um „The Apostates“ als Gesamtwerk im wahrsten Sinne des Wortes „herausragend“ zu machen.

Objektiv betrachtet überraschen GLORIOR BELLI mit Album Nummer sieben nur in ihrem eigenen Kosmos: Absolut gesehen ist der etwas rockig angehauchte Black Metal, den die Franzosen über eine gute Dreiviertelstunde hinweg zelebrieren, zwar nicht schlecht, aber auch nicht wahnsinnig kreativ oder individuell. Zumindest innerhalb der eigenen Diskographie legen GLORIOR BELLI mit „The Apostates“ jedoch ein Album vor, das eine Entwicklung aufzeigt und den rockigen Stil, für den GLORIOR BELLI internationales Ansehen finden konnten, gelungen wiederbelebt.

Bewertung: 7.5 / 10

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