CD-Review: God Is An Astronaut - Ghost Tapes #10

Besetzung

Torsten Kinsella – Gitarre, Piano, Synthesizer
Niels Kinsella – Bass
Lloyd Hanney – Schlagzeug
Jamie Dean – Keyboards, Synthesizer
Member5 - Schlagzeug

Gastmusiker:

Jimmy Scanlan – Gitarre (Barren Trees)
Jo Quail - Cello (Luminous Waves)

Tracklist

01. Adrift
02. Burial
03. In Flux
04. Spectres
05. Barren Trees
06. Luminous Waves


Keine drei Jahre ist es her, dass GOD IS AN ASTRONAUT „Epitaph“ vorgelegt haben – ein herausragendes Post-Rock-Album, das bis heute durch sein geschlossenes produktionelles Konzept mit einer eigenwilligen, von massivem Reverb-Einsatz geprägten Produktion und die drückend-bedrohliche Atmosphäre überzeugt. „Ghost Tapes #10“ heißt der nun erschienene Nachfolger und es stellt sich die Frage, ob das Quartett den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

Schon nach einigen Minuten ist klar, dass „Ghost Tapes #10“ nicht an den mit „Epitaph“ eingeschlagenen Weg anknüpft – handelt es sich doch beim neuesten Output wieder um eine mehr rockige und weniger cineastische Produktion. In Sachen Produktion ist die Platte wesentlich trockener und konservativer als der Vorgänger, auf der instrumentalen Seite durchaus nicht anspruchslos, aber auch bei weitem weniger atmosphärisch – beinahe generisch, denn Vergleichbares hat man auch schon auf früheren Outputs der Iren und vor allem bei vielen Genre-Kollegen, allen voran Mogwai, gehört.

So zeigen sich auch recht schnell die Tücken des Genres: Auf den ersten Blick clever aufgebaute, atmosphärische Soundlayer nutzen sich dann doch überraschend schnell ab, da Freunde des Genres einfach nichts wirklich Neues oder Spannendes auf die Ohren bekommen. Keine Spur mehr von den ausufernden Hallwolken und elektronischen Noise-Collagen, die den Vorgänger zu etwas Besonderem gemacht haben. Dass GOD IS AN ASTRONAUT ihre Instrumente beherrschen, steht dabei außer Frage: „Burial“ ist nicht zuletzt wegen der treibenden Drums und Bassläufe der Rhythmusgruppe das Highlight auf „Ghost Tapes #10“, aber auch die Gitarren- und Pianoarbeit lässt in keiner Sekunde Wünsche offen – zumindest von der spiel- und tontechnischen Seite aus betrachtet.

Der Teufel liegt vielmehr im Songwriting: Der Zuhörer wird nicht gefordert oder gar überrascht, aber auch nicht außergewöhnlich schön eingelullt wie auf „Epitaph“. Die Iren spielen ihre sieben Tracks routiniert runter, aber es fehlt das Besondere in den Arrangements. Da hilft auch der Gastauftritt von Cellistin Jo Quail im letzten Song nicht mehr merklich.

Schade eigentlich, denn GOD IS AN ASTRONAUT waren auf dem besten Weg, sich zu einer wirklich eigenständigen Band zu entwickeln und aus dem Schatten von zum Beispiel Mogwai oder auch Long Distance Calling herauszutreten. „Ghost Tapes #10“ ist dabei keinesfalls ein schlechtes Album, es bietet lediglich zu wenig Ecken und Kanten, um dauerhaft im Ohr hängenzubleiben. Zumindest das Cover ist ganz cool geworden. Unterm Strich ist es leider ein Rückschritt und bestenfalls für eingefleischte Genre-Fans ein Pflichtkauf in diesem Jahr.

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Bewertung: 6 / 10

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