CD-Review: Gorgoroth - True Norwegian Black Metal: Live in Grieghallen

Besetzung

Gaahl - Gesang
Infernus - Gitarre, Bass
Teloch - Session-Gitarre
Garghuf - Session-Drums

Tracklist

01. Bergfrollets Heon
02. Destroyer
03. The Rite Of Infernal Invocation
04. Forces of Satan Storms
05. Possessed (By Satan)
06. Unchain My Heart!!!
07. Profetens Openbaring
08. Revelation Of Doom


Der Rechtsstreit um den Namen GORGOROTH ist in vollem Gange. Derweil scheint jedes Label, bei dem GORGOROTH je unter Vertrag standen, Geld mit der Band machen zu wollen. Anders ist kaum zu erklären, dass nach „Black Mass Krakow 2004“ mit „True Norwegian Black Metal: Live In Grieghallen“ die zweite Live-Veröffentlichung der Band innerhalb nur einer Woche erscheint.

Über Sinn und Unsinn vor allem dieser Veröffentlichung kann man sich jedoch streiten. Denn anders als der Untertitel „Live In Grieghallen“ vermuten lässt, handelt es sich nicht um einen Konzertmitschnitt. Grieghallen ist kein Club, sondern ein Studio. In diesem haben sich GORGOROTH also zusammengefunden, die Setlist runtergespielt und den Mitschnitt (mehr oder minder) unbearbeitet auf CD pressen lassen. Dass Infernus auf diesem „Live“-Album Gitarre und Bass gespielt haben soll, sagt alles.

Die Songauswahl immerhin ist einigermaßen gelungen: Unter die Klassiker mischen sich ein paar Stücke, die man von GORGOROTH nicht allzu oft live zu hören bekommt. Die Qualität der Aufnahmen ist im Gegensatz zur quasi parallel erschienenen DVD „Black Mass Krakow“ extrem „roh“: Von Mixer Nico Engstrand (Entombed) wohl nicht nennenswert nachbearbeitet, klingen die Songs so dreckig wie Black Metal zu Beginn der 1990er-Jahre. Das hat einen gewissen „Retro-Charme“, macht das Album aber in etwa so anstrengend wie manche Frühwerke aus der Anfangsphase des Black Metal. Ehe man vom Sound jedoch ernstlich genervt sein könnte, ist auch schon Schluss: „Live In Grieghallen“ dauert gerade einmal 32 Minuten.

Wer im Namensrechtsstreit auf Infernus‘ Seite steht und gerade das alte Material und rohen Sound feiert, kann hier zugreifen – sollte sich aber vom Sound nicht überraschen und vom Namen nicht täuschen lassen: Das „Live“ in „Live In Grieghallen“ deutet allenfalls an, dass hier nicht viel nachbearbeitet wurde. Von einer Live-CD könnte man weiter kaum entfernt sein (hier wäre klar die DVD „Black Mass Krakow 2004“ vorziehen) – aber obwohl das Album in einem Studio aufgenommen ist, hat es auch wenig mit einem Studioalbum gemein. Wohlmeinend betrachtet ist „True Norwegian Black Metal: Live In Grieghallen“ eher ein auf Low-Budget-Level eingespieltes Best-Of-Album.

Keine Wertung

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