Das Cover von "The Devil`s Masquerade" von Helstar

Review Helstar – The Devil’s Masquerade

  • Label: Massacre
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Heavy Metal

HELSTAR, die Band mit den Eckzähnen. 1989 besangen die Texaner mit „Nosferatu“ erstmals einen der bekanntesten Vampirfürsten der Populärkultur und kehrten seither immer wieder nach Transsylvanien zurück. Spätestens seitdem sich Frontmann James Rivera standardmäßig mit Vampirzähnen ablichten lässt, sind die nachtaktiven Blutsauger das erklärte Lieblingsthema der Truppe. Schon das letzte Album „Vampiro“ drehte sich ganz klar um ebendiese Wesen und auch das Titelbild ihrer neuen Platte „The Devil’s Masquerade“ macht wenig Hehl daraus, worum es auf dem Album gehen könnte. Was also kann schon schiefgehen, wenn sich HELSTAR auf Album Nummer elf einmal mehr in ihre Komfortzone begeben?

Die Antwort findet sich schon im ersten Song: gar nichts. Mit dem schiebenden Titeltrack findet „The Devil’s Masquerade“ einen düsteren, atmosphärischen Einstieg, der sich im Vergleich zum ersten „Vampiralbum“ aus dem Hause HELSTAR sodann als überraschend eingängig erweist. Zugänglichkeit schien beim Songwriting generell ein Ziel der Band gewesen zu sein, denn das nachfolgende „Stygian Miracles“ überzeugt bei aller Düsternis mit singender Zweistimmigkeit und das fantastische „Seek Out Your Sins“ reißt von Anfang an mit.

Mit ihrem neuesten Album ist es HELSTAR also gelungen, ihre beiden größten Schwächen auszumerzen. Musikalisch schon immer auf hohem Niveau, verprellten die Texaner vor allem auf „Nosferatu“ – aber auch auf „Vampiro“ – manche Hörer durch übermäßig vertrackte Arrangements und daraus resultierend mangelnde Stringenz. Auf „The Devil’s Masquerade“ ist es der Formation nun gelungen, in unerwartet kurzen Songs wie „The Staff Of Truth“ und „The Haunting Mirror“ ein nahezu perfektes Gleichgewicht aus Härte, Eingängigkeit und dem charmanten Grusel von Bela Lugosis Dracula zu erschaffen.

Neben dem durchweg großartigen Songwriting ist vor allem Sänger James Rivera maßgeblich für die dichte Atmosphäre von „The Devil’s Masquerade“ verantwortlich. Mit seiner eindringlichen Performance klingt der Mann, als würde er von der Kanzel herab vom Fegefeuer predigen, und das passt natürlich hervorragend zu Songs über ewige Verdammnis. In ihren stärksten Momenten begeben sich HELSTAR damit sogar in stilistische Nähe zu KING DIAMOND, wie vor allem in Songs wie „The Black Wall“ und dem abschließenden „I Am The Way“ deutlich wird.

Es ist immer wieder beeindruckend, wenn eine Band, die schon seit über 40 Jahren aktiv ist, nach all dieser Zeit noch eines ihrer besten Alben veröffentlicht. Und genau das ist es, was HELSTAR mit „The Devil’s Masquerade“ gelungen ist – ohne ihre bisherige Identität aufzugeben, halten die Texaner ihre Hörerschaft dank zugänglicherer Songs von Anfang bis Ende bei Laune. Kein Wunder, denn die neue Platte der US-Amerikaner enthält nicht einen einzigen schwachen Song und spielt sämtliche Stärken der Band auf günstige Art und Weise aus.

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Wertung: 9 / 10

Thomas Meyns

Publiziert am von

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