CD-Review: Hemelbestormer - Aether

Besetzung

Jo Driesmans – Gitarre
Filip Dupont – Gitarre
Kevin Hensels – Bass
Frederik Cosemans – Schlagzeug

Tracklist

01. After Us The Flood
02. Starless
03. The Purging
04. On Desolate Plains


Dass Berge recht beeindruckende Gebilde sind, die Größe, Unbezwingbarkeit, Unzerstörbarkeit, Freiheit und was nicht noch alles symbolisieren, ist nichts Neues – entsprechend oft zieren Gipfel und Massive die Albencover von Bands, die jene Attribute am liebsten direkt auf sich und ihre Musik bezogen wüssten. Das passt mal besser, mal schlechter. HEMELBESTORMER machen damit zumindest gleich mal ihren für Nicht-Belgier recht drollig klingenden Bandnamen wett.

Doch auch wenn der oftbesungene „Himmelsstürmer“ an sich ebenso abgenutzt ist wie der Albumtitel „Aether“ oder eben die Idee, das Cover mit reichlich Fels und Geröll zu füllen, ist an ebendiesem Album doch nichts so klischeebeladen, wie es auf den ersten Eindruck vielleicht wirken mag.

Das fängt damit an, dass HEMELBESTORMER das Cover-Konzept „beeindruckende Felsformation, die Größe, Unbezwingbarkeit, Unzerstörbarkeit, Freiheit und was nicht noch alles symbolisieren soll“ mit dem Bild einer umnebelten Felsnadel, die in einen sternendurchsetzten Nachthimmel allererster Güte sticht, so eindrucksvoll umsetzen, dass einem sogar der „Klischee!“-Schrei in der Kehle stecken bleibt. Und es hört damit auf, dass „Aether“, das es mit seinen vier Songs immerhin auf eine satte Stunde Spielzeit bringt, diesem ehrfurchtgebietenden Anblick den entsprechenden Sound hinterherschickt: Düstere, volle Riffs, die griffig und schroff zugleich selbst an eine Felswand erinnern, Schlagzeug mit der Intensität und Brachialität eines langsam abklingenden Steinschlags und sphärische Synthesizer- und Cleangitarren-Klänge, die das musikalische Szenario so zart umwabern wie der Nebel auf dem Cover den rauen Fels.

Der Mensch kommt in diesem so garstigen wie anmutigen Szenario nicht, oder sagen wir: kaum vor. Am Anfang wie am Ende etwas andächtiges Geflüster, ein paar überaus dezente sakrale Chöre in „After Us The Flood“ – ansonsten sprechen auf „Aether“ einzig die Instrumente.

Bands, die monumental instrumental zu Werke gehen, gibt es nun auch nicht eben wenige. Und doch gelingt es HEMELBESTORMER, mit „Aether“ ein Album vorzulegen, das Doom- und Sludge-Fans gehört haben sollten. Nicht, weil es großartig anders ist als die Alben vergleichbarer Bands. Sondern schlicht, weil es großartig ist.

Bewertung: 8.5 / 10

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