Review Imperium Dekadenz – When We Are Forgotten

  • Label: Napalm
  • Veröffentlicht: 2019
  • Spielart: Black Metal

Mit ihrem neuen und sechsten Studioalbum „When We Are Forgotten“ veröffentlichen IMPERIUM DEKADENZ erstmals bei Napalm Records, möchten aber auch musikalisch neue Wege beschreiten. Horaz und Vespasian tauchen in einen komplexen Kosmos aus Wut, Einsamkeit, Melancholie und Zerstörungswut ab – die musikalische Weiterentwicklung soll bei jedem Song der Schwarzwälder greifbar werden.

Der eröffnende Titelsong erinnert mit seinen Drums und Gitarren zu Beginn samt seiner Epik an Heavy- oder Power-Metal-Hymnen der Marke Blind Guardian oder Manowar. Was zuerst Verwirrung stiftet, geht ziemlich schnell in den typischen Black-Metal-Sound der Band über. Für die Vocals werden kurzfristig nahezu alle Instrumente zurückgefahren, ehe der Song in Black’n’Roll-Manier ordentlich Fahrt aufnimmt. Tatsächlich hat sich der Klang von IMPERIUM DEKADENZ in einigen Nuancen verändert, bleibt aber trotzdem unverkennbar und beinhaltet weiterhin die Mischung aus brachial-rockigen sowie verträumt-melancholischen Parts.

Im weiteren Verlauf liefern Horaz und Vespasian größtenteils genau das, was man von ihnen gewohnt ist und eigentlich auch erwartet: Stumpfen (was hier nicht negativ gemeint ist) Black Metal mit Old-School-Touch, der von melodischen, entschleunigten Parts durchzogen ist und düstere Screams, die von gelegentlichen Chören durchbrochen werden. Beispielhaft dafür stehen Titel das garstige „A Cave Called Wisdom“ oder das abschließende Epos „Frozen In Time“. Am intensivsten zeigen sich IMPERIUM DEKADENZ aber weiterhin, wenn sie auf deutsche Sprache setzen („Bis ich bin“, „Absenz Elysium“).

Ihre andere, experimentierfreudigere Seite zeigt das Duo in Songs wie dem zu Beginn Industrial-lastigen „My Solace I (Choirs Of Solitude)“ oder dem über weite Teile auf Post-Rock basierendem „My Solace II (Paths Of Perception)“. Unter sechs Minuten Laufzeit tut sich bei den Süddeutschen auch dieses Mal nichts, wenn man von den sphärischen Ambient-Interludes („Trauma“, „Seance“, „Reverie“) absieht, die nur zur kurzfristigen Entschleunigung und einer kleinen Verschnaufspause dienen. In Sachen Produktion ist alles schön erdig und rau gehalten, was dem ursprünglichen Black Metal der zwei Musiker sehr zugute kommt. Das kennt man in dieser oder ähnlicher Weise aber bereits von den Vorgängeralben, da hat sich nicht viel verändert.

IMPERIUM DEKADENZ bleiben ihrem altbewährten Stil weitgehend treu, daran hat auch das neue Label Napalm Records nichts verändert. Das Duo Horaz und Vespasian tut seinen Fans damit sicher einen Gefallen, wenn sie auch für wenige Überraschungen sorgen können. Leider kommen die deutschsprachigen Titel etwas zu kurz, wenn man betrachtet wie intensiv die Musiker aus dem Schwarzwald sich in ihrer Muttersprache positionieren können. Ihren bisher erreichten Status sollte die Band mit „When We Are Forgotten“ aber ohne größere Probleme festigen können.

Wertung: 8 / 10

Publiziert am von Christian Denner

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