Review In Mourning – Monolith (Re-Release)

Wie in so vielen Lebensbereichen macht auch in der Musik die Übung den Meister. Nur die wenigsten Bands starten ihren Werdegang auf ihrem künstlerischen Zenit – so ist es auch bei IN MOURNING. Nach ihrer Gründung im Jahr 2000 sollte es noch einige Zeit dauern, bis die Band ihren schlussendlich zwischen Melodic Death, Doom und Progressive Metal ausgependelten Sound fand. Dennoch kann es oft interessant sein, die Laufbahn einer Musikgruppe an ihren Anfang zurückzuverfolgen. Dass IN MOURNING ihr inzwischen vergriffenes zweites Album „Monolith“ zu seinem zehnten Jubiläum wiederveröffentlichen, ist demnach ein willkommener Anlass, die Anfänge der Schweden und den Grundstein für ihre späteren Vorzeigealben wie „The Weight Of Oceans“ (2012) zu ergründen.

Insbesondere mit der aktuelle Platte „Garden Of Storms“ (2019) im Hinterkopf ist der Re-Release von „Monolith“ eine deutliche Manifestation der Fortschritte, die IN MOURNING seit der ursprünglichen Veröffentlichung gemacht haben. Progressiv sind hier im Gegensatz zu späteren Werken eigentlich nur die teilweise recht ausladenden Songlängen, die bis zu 13 Minuten erreichen („The Final Solution“), größtenteils aber im Bereich um die Sechs-Minuten-Marke liegen. Ansonsten spielt die Band ihren Melodic Death Metal auf ihrer zweiten LP noch weitgehend geradlinig und brachial – ruhigere und vertracktere Passagen mit Clean- und Akustikgitarren bilden die Ausnahme.

Auch der sanftmütige Klargesang der nachfolgenden Alben ist hier noch überhaupt kein Thema. Stattdessen schleudern IN MOURNING der Hörerschaft im furiosen Opener „For You To Know“ und auch in den übrigen Tracks neben kräftigen Growls überraschend heisere Hardcore-Shouts entgegen. Entsprechend grobschlächtig erscheint die Instrumentierung. Unheilvolle, melodische Doom-Leads finden sich zwar schon hin und wieder („The Poet And The Painter Of Souls“), die meiste Zeit über arbeiten IN MOURNING jedoch mit knatternden Riffs und polternden, treibenden Drums.

Ein paar der Songs wie zum Beispiel das mit einem wilden Solo aufwartende „The Smoke“ können auf diese Weise durchaus mitreißen – besonders raffiniert ist das Ganze aber nicht. Selbiges lässt sich von der schnittigen Produktion sagen, die zwar äußerst druckvoll, dabei aber wesentlich kratzbürstiger und weniger ausgefeilt daherkommt, als es ab „The Weight Of Oceans“ der Fall war.

Alles in allem ist IN MOURNING also schon mit „Monolith“ ein solides Melodic-Death-Metal-Album gelungen. Mag die knapp einstündige Platte auch nicht dasselbe Maß an spielerischem Fingerspitzengefühl wie die darauffolgenden Kreationen der Band aufweisen, so hat es doch einen gewissen Reiz, die Schweden hier von einer etwas bissigeren Seite kennenzulernen. Dennoch lässt sich nicht bestreiten, dass IN MOURNING sich ihren Ruf als die Prog-Death-Thronerben Opeths erst in weiterer Folge durch die Feinabstimmung ihres Sounds verdient haben. Ein Must-have ist „Monolith“ demnach beileibe nicht, sondern eher ein Ding für Komplettisten und nicht allzu wählerische Liebhaber des Genres.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wertung: 6 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.