Review In Mourning – Garden Of Storms

Spätestens mit ihrer 2012er Platte „The Weight Of Oceans“ haben sich IN MOURNING einen markanten, künstlerischen Stil zugelegt. Die Veröffentlichungen der schwedischen Melodic-/Progressive-Death-Metaller ziert seitdem stets ein weitgehend monochromes, von Necrolord angefertigtes Artwork und auch die Qualität ihrer Musik galt von da an weithin als hervorragend. Sofern das Ergebnis stimmt, lohnt es sich freilich, auch mal länger als die üblichen zwei Jahre auf ein neues Album zu warten, seien es nun vier, wie etwa zuletzt auf „Afterglow“, oder im Fall der aktuellen Nachfolgerplatte „Garden Of Storms“ eben drei. Gut Ding will schließlich Weile haben – und ein gutes Ding haben IN MOURNING mit ihrem fünften Longplayer in der Tat geschaffen.

Wie sie es schon auf ihren letzten beiden Alben getan haben, kontrastieren IN MOURNING auf „Garden Of Storms“ kraftvollen, jedoch keineswegs grobschlächtigen Melodic Death Metal mit ruhigeren, leicht verspielten Prog-Parts. An beiden Fronten zeigt sich das Quintett gleichermaßen versiert. Der gutturale Gesang kommt mit beachtlicher Stimmgewalt daher, die sanften Clean-Vocals verpassen den Songs einen guten Schuss Melancholie und musikalisch geben sich die Schweden gewohnt treffsicher und einfallsreich.

Die instrumentale Palette reicht von oftmals schwungvollen, manchmal aber auch leise trippelnden Clean-Gitarren, die hin und wieder in den Post-Rock abdriften („Magenta Ritual“), über groovende Riffs und Drums bis hin zu einigen flippigen Soli („Hierophant“). Auch in Sachen Produktion könnten IN MOURNING es kaum besser treffen. Alles auf „Garden Of Storms“ klingt klar definiert, kein Instrument muss hinter einem anderen zurückstecken und der Klangraum wird gut ausgefüllt, jedoch nicht überladen. Aus technischer Sicht spielen die Schweden somit einmal mehr in der oberen Liga ihres Genres.

Hinsichtlich ihres Songwritings erreichen IN MOURNING hier hingegen leider nicht die gleiche Spitzenklasse. Zwar sind die Tracks allesamt stringent und vielfältig arrangiert, doch es fehlt noch das letzte Quäntchen Eingängigkeit, das den Hörer nach den ersten paar Durchgängen zu der Platte zurückkehren lassen würde. Dass „Garden Of Storms“ selbst nach mehrmaligem Hören schnell vergessen ist oder sich gar von vornherein kaum einprägt, lässt sich vermutlich damit erklären, dass IN MOURNING die beiden Enden ihres Klangspektrums nicht besonders weit auseinandertreiben. Mit schierer Wucht beeindrucken die Melo-/Prog-Death-Metaller nur äußerst selten („Huntress Moon“) und die ruhigeren Parts sind wiederum nicht so stimmungsvoll, dass man sich vollständig in sie hineinversetzen kann.

Es ist keineswegs so, dass IN MOURNING die an sie gestellten Erwartungen mit ihrer fünften Full-Length-Veröffentlichung nicht erfüllen würden – das tun sie sogar in praktisch jeder Hinsicht. Darüber hinaus warten die Skandinavier jedoch mit keinerlei spannenden Überraschungen auf, die diese Erwartungen überbieten würden. „Garden Of Storms“ ist ein sehr gelungenes Album, aber gewiss keines für die Ewigkeit. Hätten IN MOURNING ein wenig mehr Dramatik in ihr Songwriting gebracht, wie etwa in dem kurzen Höhepunkt auf „Tribal Of Suns“, in dem die verschieden hohen Screams eine mitreißende Dynamik entfalten, sähe die Sache vielleicht anders aus. So muss man sich als Fan eben mit einem guten, aber nicht überragenden Album zufriedengeben.

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Wertung: 7 / 10

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