CD-Review: Incite - All Out War

Besetzung

Richie Cavalera – Gesang
Gene Macazan – Gitarre
Luis Marrufo – Bass
Zak Solafy – Schlagzeug

Tracklist

01. The Aftermath
02. 4ever Loko
03. Feel The Flames
04. Hopeless
05. Retaliation
06. Exposed
07. Nothing Remains
08. Die Alone
09. Consequences Of Life
10. Departure


Vor inzwischen neun Jahren machte sich Richie Cavalera, Stiefsohn des berühmten Max Cavalera, seines Zeichens Frontmann von Sepultura und Soulfly, mit seiner Band INCITE selbständig. Zur großen Berühmtheit hat er es bisher jedoch noch nicht geschafft – vielleicht ändert sich das ja mit dem dritten Album der Band, welches sich „All Out War“ nennt. Doch wo die Qualität von Sepultura über jeden Zweifel erhaben war und ist, hielt ich Soulfly immer nur für einen etwas primitiveren Abklatsch von Machine Head – so stehen auch die Vorzeichen für „All Out War“ nicht gerade gut, aber Überraschungen gibt es ja immer wieder.

Alles andere als überraschend sind dagegen die Stilelemente, die dem Hörer in den ersten Liedern entgegenschlagen: Simple Riffs, prägnantes Floor-Tom-Spiel, viel Double-Bass-Einsatz und das charakteristische Cavalera-Geschrei. Und hätte die CD nicht zehn Lieder, die sich zumindest theoretisch voneinander unterscheiden, könnte man es bei dieser Beschreibung auch schon belassen, denn INCITE wirken auf „All Out War“ so routiniert wie uninspiriert: Kann man den Opener „Aftermath“ noch mit einem guten Gefühl durchhören, so macht sich spätestens zur Mitte der Platte bemerkbar, dass sowohl Rhythmen als auch alle Riffs aus einem Satzbaukasten „Thrash/Groove Metal für Einsteiger“ zu stammen scheinen, wenn es nicht Leersaiten-Riffs gäbe, mit denen INCITE etwas Intensität zu kreieren versuchen (was ebenfalls nicht wirklich funktioniert). Am Besten gefallen INCITE noch, wenn sie wie in „Feel The Flames“ oder „Exposed“ das Tempo anziehen – schade, dass Devildriver das genauso gut, wenn nicht viel besser, beherrschen. Schade ebenfalls, dass INCITE sich zu bequem scheinen, das Ganze mal ein komplettes Lied durchzuziehen. So hat man das Gefühl, dass vier alteingesessene Metaller auf ihren Wohnzimmerstühlen hocken und kopfnickend eine Home-Jukebox bedienen – und damit zufrieden sind.

Die-Hard-Fans der Cavalera-Familie oder verwandter Stilrichtungen dürfen zwar durchaus mal ein Ohr riskieren – andererseits klingen INCITE einfach wie Devildriver für Arme beziehungsweise Machine Head ohne alles, was Machine Head besonders macht. Alle, die nicht zur oben genannten Zielgruppe gehören, können sich den Kauf also sparen.

Bewertung: 5 / 10

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