CD-Review: Ixion - L’Adieu Aux Étoiles

  • Veröffentlichung: 2020
  • Label: Finisterian Dead End
  • Spielart: Doom Metal
Besetzung

Yannick Fouquet – Klargesang
Julien Prat – Gesang, Instrumente

Tracklist

01. Stellar Crown
02. Havoc
03. The Great Achievement
04. Progeny
05. The Black Veil
06. Pulsing Worlds
07. Farewell


IXION mögen nicht die originellste oder beeindruckendste Band ihrer Art sein, einen gewissen unaufgeregten Charme kann man dem träumerischen Atmospheric Death/Doom der Franzosen jedoch nicht absprechen. Im Vergleich zu dem wie eine Entdeckungsreise durch das Weltall klingenden „Enfant De La Nuit“ (2015) wirkte die Nachfolgeplatte „Return“ (2017) mit ihrem luftigeren, helleren Sound allerdings schon ein wenig zu verschlafen. Da ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, dass sich das Duo auf „L’Adieu Aux Étoiles“ nun auf seine etwas düstereren Wurzeln besinnen möchte. Tatsächlich kommen IXION auf ihrem mittlerweile vierten Album wieder einigermaßen auf Kurs.

Die niederdrückende Schwere der Musik von Skepticism oder Shape Of Despair erreicht „L’Adieu Aux Étoiles“ trotz seiner Tendenz in Richtung Funeral Doom zwar nicht, darauf haben IXION aber wohl ohnehin nicht abgezielt. Stattdessen nähern die Franzosen sich ihren ersten beiden Alben insofern wieder an, als sie die unergründliche Weite des Weltalls vertonen, wodurch das Album allenfalls eine leicht unheimliche, aber keineswegs feindselige oder trostlose Grundstimmung ausstrahlt.

Dass IXION ihren Fokus wieder vermehrt auf tief grummelnde Growls, langgezogene Leadmelodien („Farewell“) und rumpelnde Gitarren und Drums legen, geht zudem kaum zulasten ihrer sanften Seite. Die synthetische Instrumentierung, die Mastermind Julien Prat in Form von sanftem, unkompliziert arrangiertem Piano, schrulligen Retro-Synthesizern („Progeny“) und unaufdringlichen Beats einsetzt, spielt im Sound der Band weiterhin eine prägende Rolle.

Auch Yannick Dillys schlafwandlerischer Klargesang, der an einigen Stellen noch zum Vorschein kommt, nimmt der klanglichen Raumfahrt ins Ungewisse ein Stück von ihrem potentiellen Schrecken. Einen stimmigen Eindruck macht außerdem die Produktion, die glasklar und kräftig klingt, ohne die Songs überladen scheinen zu lassen. Als einziges Manko bleibt auf „L’Adieu Aux Étoiles“ das Songwriting, das zwar schlüssig, aber ein bisschen zu unspektakulär und karg ausgefallen ist. Große Ohrwürmer oder Aha-Momente sind bei IXION leider nach wie vor Mangelware.

Wer an manchen Abenden in einem Moment melancholischen Fernwehs zu den Sternen aufblickt und sich dabei fragt, was dort für den Menschen Unerreichbares existieren mag, bekommt hiermit von IXION den passenden Soundtrack dazu geliefert. „L’Adieu Aux Étoiles“ ist gewiss nicht das aufregendste Death/Doom-Album unter der Sonne – eigentlich nicht einmal in der noch recht überschaubaren Diskographie der Band. Den recht unscheinbaren Charakter ihrer Songs kompensieren IXION mit ihrem stimmigen Klangbild jedoch halbwegs gut und die knackige Laufzeit von 38 Minuten verhindert das Aufkommen von Langeweile. Nachdem sich Letzteres von „Return“ zuletzt nicht sagen ließ, ist „L’Adieu Aux Étoiles“ also alles in allem ein Schritt in die richtige Richtung und eine solide Platte – definitiv kein Must-have, aber auch kein Fehlkauf.

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Bewertung: 6.5 / 10

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