CD-Review: Kampfar - Djevelmakt

Besetzung

Dolk – Gesang
Ole Hartvigsen – Gitarre
Jon Bakker – Bass
Aks – Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Mylder
02. Kujon
03. Blod, Eder Og Galle
04. Swarm Norvegicus
05. Fortapelse
06. De Dødes Fane
07. Svarte Sjelers Salme
08. Our Hounds, Our Legion


Seit Jahren gehören KAMPFAR zu den Konstanten des skandinavischen Black Metals: Schon mit den ersten Alben hatten die Norweger ihren Weg gefunden und seit ihrem internationalen Durchbruch mit „Kvass“ (2006) versorgt die Band ihre Anhänger in schöner Regelmäßigkeit mit neuen Alben. Diese fallen zwar mal etwas schwächer („Heimgang“, 2008), mal etwas stärker („Mare“, 2011) aus – im Großen und Ganzen hält man jedoch stets eine KAMPFAR-CD in Händen: Einige Hits, einige Lückenfüller, alles gut gemacht, alles dennoch irgendwie unspektakulärer, als man es sich gewünscht hätte.

„Mare“ jedoch ließ noch etwas anderes erkennen: Das Bestreben der Truppe, sich vom gemeinen Black Metal abzugrenzen, künstlerisch aufzufallen, etwas Besonderes zu sein. Doch genau wie die sprichwörtliche Schwalbe noch keinen Sommer macht, verpuffte der Effekt des mehr als gelungenen Artworks beim Hören des Albums in Anbetracht der Tatsache, dass die Songs diesem selbst gestellten Anspruch elitärer Extravaganz nicht gerecht wurden.

Zwar mutet die Gemäldecollage, die das Cover des nun erscheinenden Nachfolgers „Djevelmakt“ ziert, wieder deutlich traditioneller an als die moderne, ja fast futuristische Photographie auf dem Artwork von „Mare“. Musikalisch jedoch, so zeigt sich bereits beim durchaus gelungenen Albumeinstieg mit „Mylder“, versuchen KAMPFAR mehr denn je, ihre Musik nicht bloß nach gewöhnlichem Black Metal klingen zu lassen und peppen ihr Material durch Elemente wie Keyboardteppiche, getragene Flötenmelodien oder Klargesang auf, so gut es geht.
Das klappt im Kleinen auch durchaus gut und verleiht Songs wie „Swarm Norwegicus“ mit seinem fast schon monumentalen Einstieg eine Epik, die man sonst eher von Bands wie Thyrfing kennt. Im Großen, also auf das Album als Gesamtheit bezogen, bringt es KAMPFAR jedoch nicht so recht weiter. So ändern all diese kompositorischen Kniffe wenig daran, dass das von Produzentenlegende Peter Tägtgren an sich sehr gelungen abgemischte Album recht bald vor sich hin zu plätschern beginnt: Passagen oder gar ganze Songs, die einen direkt packen, vereinnahmen und mitreißen, wahre Höhepunkte also, sucht man fast 50 Minuten lang vergeblich.
An der Liebe zum Detail scheitert es dabei nicht – viel mehr sind es die grundsätzlichen Strukturen der Songs sowie die zu Grunde liegenden Riffs, die schlicht zu simpel und geradlinig gehalten sind und „Djevelmakt“ so insgesamt zu monoton und, allen Bemühungen zum Trotz, unspektakulär klingen lassen.

So bleiben KAMPFAR auch mit „Djevelmakt“ die Band, die man aus reiner Sympathie den Musikern und dem Konzept gegenüber gerne besser fände als man es auf Basis der Musik tatsächlich tut. Das ist vor allem insofern schade, als wie auf „Mare“, so auch auf „Djevelmakt“ mehr als nur einmal anklingt, dass die Norweger grundsätzlich das Potential zu einem echten Meisterwerk hätten. Doch auch wenn das Album einmal mehr die großen Ambitionen von KAMPFAR offenbart, fehlt dem Material erneut das gewisse Etwas, das aus einem guten Song einen Hit macht – und aus acht guten Songs ein mitreißendes Album.

Fazit: Wie alle KAMPFAR-Werke ist auch „Djevelmakt“ ein gelungenes Black-Metal-Album – leider jedoch nicht mehr als das.
Im Zeugnis steht also auch in diesem Jahr: Sie waren redlich bemüht.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: