CD-Review: Kvelertak - Nattesferd

Besetzung

Erlend Hjelvik – Gesang
Bjarte Lund Rolland – Gitarre
Maciek Ofstad – Gitarre
Vidar Landa– Gitarre
Marvin Nygaard – Bass
Kjetil Gjermundrhød – Schlagzeug

Tracklist

01. Dendrofil For Yggdrasil
02. 1985
03. Nattesferd
04. Svartmesse
05. Bronseud
06. Ondskapens Galakse
07. Berserkr
08. Heksebrann
09. Nekrodamus


(Hard Rock / Black ’n‘ Roll / Progressive Rock) Stillstand ist nicht die Sache von KVELERTAK: Auf ihrem zweiten Album „Meir“ verschoben die Norweger den Fokus vom straightem Black ’n‘ Roll ihres Debüts hin zu stärkeren Hard-Rock- und Progressive-Rock-Einflüssen, womit sie auf ganzer Linie überzeugen konnten. Es ist daher kaum verwunderlich, dass „Nattesferd“, das dritte Album der Skandinavier, dort weitermacht, wo KVELERTAK letztes Mal aufgehört haben, sich weitestgehend im Midtempo bewegt und sich weniger überdreht präsentiert, ohne dabei auf die nötige Portion Stimmung zu verzichten. Das Ergebnis ist ein weiteres extrem starkes Album, das mit eingängigen Melodien und einer druckvollen, gleichzeitig dreckigen Produktion begeistern kann, auch wenn sich einige Nummern unnötig in die Länge ziehen und sich KVELERTAK stellenweise unter Wert verkaufen.

Nach kurzem Feedbackrauschen prescht „Dendrofil For Yggdrasil“ mit einer prägnanten Gitarre nach vorne, die durch ihre Melodie viel Popappeal versprüht, stilistisch aber dennoch im Umfeld des Black Metal anzusiedeln ist. Neben dem passend betitelten „Berserkr“ schlägt lediglich das punkige „Bronsegud“ noch in diese Kerbe, während der Titelsong sich in bester 70s-Rock-Manier mit Akustikgitarren, einer funky angehauchten Baseline und fuzzy Gitarren ordentlich eingroovt und zeigt, wo KVELERTAK hinwollen: Hier funktioniert die Fusion aus alten und neuen Elementen nahezu perfekt. Auf der anderen Seite der Qualitätsskala steht die leider wenig überzeugende Vorabsingle „1985“, eine Midtempo-Nummer zwischen Hard und Glam Rock, die schlichtweg nicht genügend Stoff für ihre Länge von knapp fünf Minuten bietet und reichlich unspektakulär vor sich hin plätschert. Auch im Opener, in „Ondskapens Galakse“ und dem Stoner Rock des Abschlusssongs „Nekrodamus“ schleichen einige dieser Längen und repetitive Muster ein. Dass KVELERTAK generell sehr wohl wissen, wie man lange Songs schreibt, zeigen sie hingegen mit „Heksebrann“: Über seine gesamten neun Minuten absolut überzeugend aufgebaut, nimmt sich diese Nummer die notwendige Zeit, steigert sich schlüssig und begeistert.

„Nattesferd“ besitzt alle Komponenten, das stärkste Album der Band zu sein – durch stellenweise schlampiges Songwriting beschneiden sich KVELERTAK allerdings qualitativ selbst. So kann „Nattesferd“ nicht ganz mit den starken Vorgängern mithalten, auch wenn sich darauf bis auf das doch arg unspektakuläre „1985“ keine kompletten Aussetzer finden lassen und sich KVELERTAK auf ihrem dritten Album musikalisch vermutlich am differenziertesten und technisch überzeugendsten präsentieren. Wenn sich KVELERTAK in Zukunft musikalisch weiterentwickeln und sich gleichzeitig auf ihre alten Stärken beziehen, steht einem weiteren Highlight in der Diskographie der Band aus Stavanger aber nichts im Wege.

Bewertung: 7.5 / 10

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