CD-Review: Mael Mórdha - Gealtacht Mael Mórdha

Besetzung

Roibéard Ó Bogail - Gesang, Piano, Flöte
Gerry Clince - Gitarre
Anthony Lindsay - Gitarre
Dave Murphy - Bass
Shane Cahill - Schlagzeug

Tracklist

01. Atlas Of Sorrow
02. Godless Commune Of Sodom
03. A Window Of Madness
04. Curse Of The Bard
05. The Struggle Eternal
06. Gealtacht Mael Mórdha
07. Minions Of Manannán


Als keltischer Doom Metal werden die Iren MAEL MÓRDHA beschrieben, worunter man sich ja eigentlich nicht allzu viel vorstellen kann. Das war auch der Grund, warum ich sehr neugierig, gleichzeitig aber auch ziemlich skeptisch war, als ich das neue Album „Gealtacht Mael Mórdha“ vor mir liegen hatte. Eines mal vorweg: Die Scheibe ist sehr ungewöhnlich und sicher Geschmackssache, gleichzeitig aber auch ziemlich attraktiv und innovativ. Sehr interessant ist auf jeden Fall die Mischung aus folkloristischen Klängen, klarem Gesang und schleppenden Riffs. Typisch Doom klingt die Sache eigentlich auch nicht, denn dafür wird viel zu positive Stimmung versprüht. Gut, positiv ist auch das falsche Wort, auf irgendeine Weise ist das ganze schon „tragisch“, aber eben nicht so düster, wie man es sich vielleicht vorstellen würde.

Der Opener „Atlas Of Sorrow“ besticht hauptsächlich durch seine leicht verträglichen und eingängigen Melodien und Gesang. Schon mal ein ordentlicher Opener, der wohl aber die Hörer bereits in zwei Lager teilt. Die einen finden’s grauenvoll, die anderen gut. Auch schön ist der dezente Einsatz des Pianos, das nicht aufdringlich wirkt und sich gut unter die melodischen Klänge mischt. „Godless Commune Of Sodom“ hingegen wirkt schon viel Doom-typischer und man muss sagen, dass der Song zu Beginn wirklich zu sehr nach Doom klingt. Glücklicherweise mischt die Band später ihre typischen Elemente hinzu, sodass der typische Sound nicht verloren geht. Auch beim nächsten Song kehrt dieses Schema wieder: düstere Klänge nur zu Beginn, dann wieder eher melodisch-melancholisch. Gefällt ebenso wie auch der komplette Rest des Albums. Mal stehen die langsamen, dunklen Klänge im Vordergrund, mal wieder die melodischen, für Abwechslung wird also immer gesorgt.

„Gealtacht Mael Mórdha“ könnte Fans der letzten Primordial-Werke sehr zusagen, aber auch an reine Folk-Freunde kann ich eine Empfehlung aussprechen. Wie auch bei allen anderen Scheiben, die über das kleine Label Grau erscheinen, ist Reinhören und selber Meinung Bilden angesagt. Jedenfalls könnte das Scheibchen jenen gefallen, die auf Gefühlsvolle, melodische Musik stehen und kein Problem damit haben, dass die schon so oft verwendeten keltischen Folk-Melodien ein weiteres Mal verarbeitet werden, wenn auch auf eine nie dagewesene Weise. Schwer zu umschreiben, eigenwillig, aber dennoch irgendwie verdammt fesselnd. Leider nur nicht immer.

Bewertung: 7.5 / 10

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