CD-Review: Mesmur - S

Besetzung

Chris G – Gesang
Jeremy L – Gitarre, Synthesizer
Michele M – Bass
John D – Schlagzeug

Tracklist

01. Singularity
02. Exile
03. Distention
04. S = k ln Ω


Mag Doom-Metal auch noch so langsam sein – Doom-Bands sind es scheinbar nicht: Nur drei Jahre nach ihrem absolut empfehlenswerten, selbstbetitelten Debüt melden sich die US-Doomer MESMUR nun mit ihrem zweiten Album „S“ zurück.

Hinter dem neuerlich starken Artwork verbirgt sich auch diesmal lupenreiner Funeral Doom, wie sich auch in der Tracklist widerspiegelt: Mit nur vier Songs füllen MESMUR stolze 52 Minuten – und das, obwohl das finale, rein instrumental gehaltene „S = k ln Ω“ für sich genommen nur knapp sieben Minuten einnimmt. Entsprechend lang sind die anderen drei Stücke: Mit schleppenden Riffs, ausscheifenden Melodien und düsteren Growls füllen MESMUR hier jeweils knapp eine Viertelstunde. Mit viel Cleangitarren-Einsatz und Delay-Effekten, sowie hintergründigen Synthesizern setzen MESMUR dabei voll auf düstere Stimmung – ein Ansatz, der ihnen über weite Strecken auch ganz gut gelingt.

Allein der Sound will daran nicht mitwirken: Mal klingen die Gitarren etwas zu dünn, mal torpediert die über düstere Riffs tackernde Doublebass die Atmosphäre vehement. Fatal jedoch sind einige der Effekte, die MESMUR über ihre Stücke legen – allen voran ein hohes, schnarrende Geräusch, das sich quasi komplett durch „Singularity“zieht, aber auch in „Distension“ wiederkehrt: Hier wird es für den Hörer rein von der Akustik her richtiggehend unangenehm. Sollte das konzeptionelle Ziel dieses Sounds körperliches Unbehagen gewesen sein, so erfüllt es seine Funktion gut – ansonsten muss man sich jedoch schon fragen, was MESMUR dazu getrieben hat.

Am Ende ist „S“ ein über weite Strecken gut gemachtes Doom-Album, das die durch das Debüt geweckten Erwartungen jedoch nicht ganz erfüllt: Kompositorisch bleiben MESMUR diesmal gänzlich genrekonform, schleppend und düster, ohne markante Akzente zu setzen. Die schlichtweg nervigen, schnarrenden Effekte geben dem Album leider den Rest: Trotz vieler Qualitäten und guter Ansätze braucht es einiges Durchhaltevermögen, um darüber hinweghören zu können. Da das Gebotene ansonsten jedoch auch nicht über die Maßen grandios ist, lohnen sich diese Mühen leider nicht wirklich.

Bewertung: 6 / 10

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