CD-Review: Mesmur - Terrene

Besetzung

Chris G – Gesang
Jeremy L – Gitarren, Synthesizer
Michele M – Bass
John D – Schlagzeug

Tracklist

01. Terra Ishtar
02. Babylon
03. Eschaton
04. Caverns Of Edimmu


Erst 2014 veröffentlichten die Doom-Metaller MESMUR ihr selbstbetiteltes Debüt. Nach „S“ (2017) legen die US-Amerikaner nun bereits ihr drittes Album vor – ein durchaus beachtliches Tempo für eine Underground-Band. Musikalisch hingegen setzen MESMUR nach wie vor auf Entschleunigung: Auch „Terrene“, wie das neue Werk heißt, ist ein waschechtes Funeral-Doom-Album geworden.

Hinter dem abermals spannenden Artwork haben MESMUR diesmal nur vier Songs geparkt – alledings mit einer Gesamtspielzeit von 54:53 Minuten. Damit ist „Terrene“ nochmal länger ausgefallen als seine beiden Vorgänger „Mesmur“ (fünf Songs/52:44 Minuten) und „S“ (vier Songs/52:53 Minuten). Mit diesen gemein hat es auch den Hang zum knarzenden, kratzigen Gitarrensound. Der macht MESMUR in einem Genre, das ansonsten meist auf runde, volle Gitarren setzt, zwar unverkennbar, ist andererseits aber mitunter auch etwas anstrengend („Babylon“). Immerhin: Auf allzu fiese „Störgeräusche“, wie sie den Genuss von „S“ doch stark negativ beeinflusst hatten, verzichten MESMUR diesmal dankenswerterweise.

Musikalisch bleiben sich MESMUR ebenfalls weitgehend treu. Positiv sticht direkt zu Beginn der Opener „Terra Ishtar“ heraus, der mit seiner melancholischen Melodieführung an Summoning denken lässt. Auch die früher bemühten Vergleiche zu den finnischen Colosseum sind dank der Kombination aus wuchtigem Riffing und Streicher modelnden Synthesizern („Eschaton“) nach wie vor treffend.

Anders als genannte Bands, die stets harmoniesuchend agier(t)en, wagen MESMUR auf „Terrene“ von Song zu Song mehr Dissonanz und (gefühlte) Strukturlosigkeit. So warten diese Songs zwar mit einem gerüttelt Maß an Düsternis auf, klingen mitunter aber auch etwas zerfahren („Eschaton“) und wenig eingängig. Eine spannende Atmosphäre kann man „Terrene“ damit nicht absprechen, eine entspannende hingegen schon.

MESMUR bleiben speziell: Wer eingängigen, gefälligen Funeral Doom mit melancholiegeschwängerten Melodiebögen sucht, ist hier mit Ausnahme des Openers falsch. Das ist insofern schade, als MESMUR in ebendiesem Song unter Beweis stellen, dass sie dieses Genre ebensogut bedienen könnten – aber auch mutig. Das Resultat klingt fraglos etwas verschroben, in sich jedoch schlüssig. Damit ist „Terrene“ ausgereifter als der etwas zu experimentelle Vorgänger „S“, aber leider nicht auf dem Niveau des Debüts, das melodisch einfach mehr zu bieten hatte.

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Bewertung: 7.5 / 10

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