CD-Review: Mitochondrial Sun - Bodies And Gold (EP)

Besetzung

Niklas Sundin – Instrumente

Gastmusiker:
Martin Brändström – Synthesizer (Track 03)
Annika Blomfeldt – Cello (Track 04)
Anders Lagerfors – E-Bass (Track 05)

Tracklist

01. Sic Transit Anima Mundi
02. Bodies And Gold
03. Ghost Of Tradition
04. Beams Of Light Through Glass
05. Rigel Illuminated
06. Velocities


Obwohl der Metal-Community durch Niklas Sundins Ausstieg aus Dark Tranquillity ein begnadeter Gitarrist verloren gegangen ist, ist es doch erfreulich, ihn sich in seinem Electronic-Projekt MITOCHONDRIAL SUN ausleben zu sehen. Allen Branchengepflogenheiten zum Trotz hat Sundin allein im Jahr 2020 seine ersten beiden Soloplatten veröffentlicht: das vielseitige, gleichermaßen künstliche und organische Debüt und das stürmische „Sju Pulsarer“. Mit „Bodies And Gold“ legt MITOCHONDRIAL SUN kaum ein Jahr später bereits ein weiteres Werk nach – technisch gesehen zwar nur eine EP, aber immerhin eine, die dem letzten Album mit ihrer Laufzeit von 27 Minuten durchaus die Stange halten kann.

Anders als zuletzt auf „Sju Pulsarer“ erfindet MITOCHONDRIAL SUN sich auf „Bodies And Gold“ nicht neu und auch die in der Bandcamp-Beschreibung in Aussicht gestellte Mischung aus den beiden Full-Lengths ist hier nicht wirklich herauszuhören. Vielmehr scheint Sundin sich auf dem Kurzalbum wieder am Stil seines ersten Albums orientiert zu haben. Im Gegensatz zur Vorgängerplatte, auf der der Solokünstler seinen Synthesizern einen täuschend echten Black-Metal-Sound entlockte, hat die EP nicht einmal dem Anschein nach etwas mit harter Gitarrenmusik zu tun.

Stattdessen konzentriert MITOCHONDRIAL SUN sich auf „Bodies And Gold“ einmal mehr auf dezidiert elektronische Klänge und umspielt diese vereinzelt mit akustischen Instrumenten. Dabei finden sich in den Tracks immer wieder konkrete Parallelen zu einzelnen Stücken der selbstbetitelten LP. Bedrückende Pianomelodien wie in „Sic Transit Anima Mundi“ und in der Titelnummer hörte man zuvor schon in „Ur Tehom“ und das wundersame, zum Ende hin mit pumpenden Beats aufwartende „Beams Of Light Through Glass“ hat mit „Chronotopes“ den eleganten Einsatz eines Cellos gemeinsam.

Wer die bedrohlich rauschenden Synthesizer von „Braying Cells“ noch in Erinnerung hat, wird diese in „Ghost Of Tradition“ wiedererkennen. Einzig mit „Velocities“, das man sich wegen seiner quirligen, subtil unheilvollen Sounds und seiner treibenden, geradlinigen Rhythmik gut als Soundtrack zu einem Ableger der „Metroid“-Videospielreihe vorstellen könnte, überrascht MITOCHONDRIAL SUN ein wenig.

Dass MITOCHONDRIAL SUN Kenner*innen des Debüts auf „Bodies And Gold“ wenig Neues bietet, ist nicht weiter schlimm. Gerade weil das Minialbum der hervorragenden ersten Veröffentlichung des Projekts so sehr ähnelt, zeigt es einmal mehr, dass der Reiz von Sundins Electronic-Werken sich eben nicht bloß in ein paar flüchtigen Aha-Momenten erschöpft. Vielmehr hat der Schwede mit „Bodies And Gold“ eine weitere Sammlung kreativer, stimmungsvoller und manchmal berührender Instrumental-Tracks geschaffen – und das erneut ganz ohne sein ehemaliges Hauptinstrument.

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