Mors Principium Est - Darkness Invisible Coverartwork

Review Mors Principium Est – Darkness Invisible

„Darkness Invisible“ ist das achte Studioalbum von MORS PRINCIPIUM EST, auf dem die Finnen erstmals seit dem 2020er „Seven“ neue Musik präsentieren. Das 2022 erschienene „Liberate The Unborn Inhumanity“ war eine kleine Reise in die Vergangenheit und bot Neuaufnahmen von Tracks der ersten drei Alben aus den Jahren 2003 bis 2007. Nun blicken die Melodic-Death-Urgesteine der zweiten Welle wieder nach vorne.

Weder haben MORS PRINCIPIUM EST etwas verlernt, noch durch die Werkrückschau etwas Bemerkenswertes am eigenen Sound geändert. Das wird schon beim Opener „Of Death“ klar, der alle wichtigen Elemente des Sounds der Band und des Genres aufzeigt: flotte, aggressive Riffs der Marke CHILDREN OF BODOM oder WINTERSUN, melancholische Atmosphäre wie bei DARK TRANQUILLITY oder INSOMNIUM, emotionale an SWALLOW THE SUN erinnernde Schwere und vertrackte Strukturen, die BE’LAKOR ins Gedächtnis rufen. Das Namedropping soll nicht bedeuten, MORS PRINCIPIUM EST wären ein billiger Rip-off der genannten Bands, ganz und gar nicht – „Darkness Invisible“ erweist sich nicht zuletzt durch das ausgefeilte Songwriting und die stets sehr gut eingesetzten Orchestrierungen als eigenständiges Erlebnis.

Nach rasantem Beginn mit den ersten beiden Tracks drücken die Skandinavier „Monuments“ erstmals etwas auf die Bremse, zelebrieren dafür aber monumentale Epik. Die schweren Riffs erzeugen eine einnehmende, hypnotische Stimmung, die symphonischen Elemente verstärken dies mit bedrückenden Emotionen. Wenn MORS PRINCIPIUM EST plötzlich von einer zerbrechlichen Harmonie in einen fies-rasenden Black-Metal-Part umschwenken und das mit ungewöhnlich wirkendem, heldenhaften Chorgesang anreichern, dann spürt man es: Hier läuft ein besonderes Album.

Ebenso besonders geht es weiter, und auch wenn „Tenebrae Latebra“ nur ein orchestrales Zwischenspiel ist, vermögen die zarte Breitwandepik mitsamt elfengleichem Frauengesang tief zu berühren und wecken Erinnerungen an große Filmsoundtracks wie den der „Der Herr der Ringe“-Saga. Auch „An Aria Of The Damned“ ist eines dieser aufbauenden Interludes, das mit seinen bedrohlich-mystischen Klängen dem Soundtrack eines Action-Rollenspiels wie der „Diablo“-Reihe entstammen könnte. Speziell nach diesem Interlude wirkt ein doomiger atmosphärischer Track wie „All Life Is Evil“ besonders stimmungsvoll. Gerade auch, weil die Growls von Ville Viljanan hier eher im Hintergrund wabern und eine weibliche Stimme die Hauptrolle übernimmt, ist das nochmal ein herausstechendes Highlight.

MORS PRINCIPIUM EST machen es vor allem neuen Hörern nicht leicht. Die Songs sind komplex, technisch anspruchsvoll und bieten kaum schnell greifbare Hooklines oder Ohrwürmer. Dennoch oder gerade deswegen zieht „Darkness Invisible“ von Anfang an in seinen Bann, will die Melodic-Death-Metal-Anhänger mit bekannten Elementen einfangen, mit faszinierenden und epischen Strukturen zu weiteren Durchläufen verführen, um dann vollends zu begeistern. Spätestens dann, wenn die Melodien und Refrains ihre Eingängigkeit entfalten, ist klar: „Darkness Invisible“ ist ein meisterhafter Genrebeitrag.

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Wertung: 8.5 / 10

Stefan Popp

Publiziert am von

2 Kommentare zu “Mors Principium Est – Darkness Invisible”

  1. Mal etwas Generelles zur Anregung: Ich finde es top, dass ihr versucht das Album als Ganzes zu umreißen und dennoch einzelne Songs herausstreicht um die Bandbreite im Detail aufzuzeigen. Auch toll, dass ihr meistens ein Video verlinkt. Jetzt wäre es voll gut, wenn ihr den gezeigten Song im Review irgendwie verortet, damit man weiß, ob der nun repräsentativ oder wie auch immer für das Album steht. Oftmals findet gerade die Single keine Erwähnung. Das gilt nicht nur für diese Besprechung, sondern für eine ganze Reihe von Reviews. Das würde mir sehr weiterhelfen. Danke euch aber generell mal für diese wunderbare Seite hier!

    1. Hallo Fenrir, danke für deine netten Worte, das freut uns sehr!
      Grundsätzlich versuchen wir immer, die subjektiv beste bzw repräsentative Single des Albums zu verlinken. Im Fall von MPE habe ich über den verlinkten Song nicht direkt geschrieben, es war aber leider tatsächlich die einzige Videosingle, die die Band vorab veröffentlicht hat. Hier wurde mir die Wahl also von dieser Seite abgenommen 😀

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