CD-Review: Negator - Gates To The Pantheon

Besetzung

Nachtgarm – Gesang
Kliffjard – Gitarre
Finnskald – Gitarre
Hjalmort – Bass
Samebrann – Schlagzeug

Tracklist

01. Epiclesis
02. Bringer Of War
03. The Last Sermon
04. Serpents Court
05. Nergal, The Raging King
06. Carnal Malefactor
07. The Urge For Battle
08. Atonement In Blood
09. Revelation 9:11
10. Necrodaemon Terrorsathan (Belphegor-Cover, Bonus-Track)


Drei Jahre sind vergangen, seit NEGATOR mit ihrem Album „Panzer Metal“ ein Zeichen im deutschen Extreme Metal setzten. Nun legen die Hamburger mit „Gates To The Pantheon“ nach und feuern, wie nicht anders zu erwarten, erneut mit mächtigem Geschütz auf ihre Hörer.

Bereits der opulente Einstieg setzt Maßstäbe und zeigt, wohin es gehen soll: Nach einem nicht sonderlich kreativen, aber zweckdienlichen Intro lassen bereits die ersten Minuten keinen Zweifel an der Vielseitigkeit von „Gates To The Pantheon“. Von eingängigen Riffs mit großem Wiedererkennungswert bis hin zu wilder Raserei ist hier alles zu finden, was ein gutes Album im Extreme-Metal-Bereich ausmacht.

So bekommt man auf „Gates To The Pantheon“ griffige Riffs geboten, die ebenso gut von Behemoth sein könnten („Epiclesis“), schnelle Passagen, die an das Gitarrenlauf-basierte Songwriting von Dark Funeral mit einer Prise erbarmungsloser Härte à la Endstille denken lassen („Serpents Court“) sowie Songs, die bei Belphegor-Fans für Herzrasen sorgen dürften. Letztgenannten wird schlussendlich mit dem Cover „Necrodaemon Terrorsathan“ als Bonus-Track der limitierten Edition sogar offen Tribut gezollt. Wie wenig der Song in dieser Fassung aus der Reihe der NEGATOR-Eigenwerke fällt, ist bezeichnend.

Lassen sich so viele treffende Vergleiche finden, kommen natürlich Zweifel an der Eigenständigkeit auf. Diese schmettern NEGATOR souverän nieder, indem sie die verschiedenen Elemente, die an die erwähnten Bands denken lassen, zu einem in sich stimmigen Gesamtwerk verschmelzen lassen. So erzeugt „Gates To The Pantheon“ trotz der Parallelen zu diversen Bands eine sehr eigene Atmosphäre, die den Hörer direkt fesselt und Lust auf weitere Hördurchgänge macht.

Komplettiert wird das Werk durch ein leider etwas generisches Artwork, das ob der sterilen Kälte seines modernen Stils jedoch zumindest perfekt zum transparenten, sehr sauber produzierten Sound passt. Für diesen zeichnet übrigens auch auf dem vierten NEGATOR-Album wieder Eike Freese verantwortlich.

Mit „Gates To The Pantheon“ mögen NEGATOR nicht das individuellste Extreme-Metal-Album des Jahres geschrieben haben – definitiv aber eines der besten. Gekonnt vereinen die Hamburger auf ihrer vierten CD die Stärken von Bands wie Behemoth, Belphegor, Endstille oder Dark Funeral und erzielen so ein vielleicht nicht in allen Facetten ganz neuartiges, jedoch mitreißendes Resultat. „Gates To The Pantheon“ ist, um eine abschließende Metapher zu bemühen, als Gesamtwerk wie Frankensteins Monster: mehr als die bloße Summe seiner Bestandteile.

Bewertung: 8.5 / 10

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