CD-Review: Negator - Panzer Metal

Besetzung

Nachtgarm – Gesang
Finnskald – Gitarre, Bass
Samebrann – Schlagzeug

Tracklist

01. Dignity Of War
02. Alte Werte
03. Feuersturm
04. Final Avowal
05. Scent Of Styrax
06. Misanthropic Manifest
07. Panzer Metal
08. Illness Mankind


NEGATOR existieren seit nunmehr sieben Jahren und sind nach dem Weggang von Dark Age eines der wenigen Extreme Metal-Aushängeschilder des kleinen Hamburger Labels Remedy Records. Mit dem Debüt „Old Black“ konnte man 2004 etwas Aufmerksamkeit erregen, und nach „Die eisernen Verse“ steht nun mit „Panzer Metal“ das dritte Langeisen bereit.

Die Marschrichtung – ein angesichts der militaristischen Ausrichtung der Musik sehr passender Begriff – gibt gleich der Opener „Dignity Of War“ vor: NEGATOR haben sich einer kompromisslosen, schnellen und brutalen Variante des Black Metal verschrieben. Das bedeutet keineswegs, dass man es auf „Panzer Metal“ mit stumpfen und eindimensionalen Songs zu tun hat, denn das Material ist trotz der sehr intensiven Härte, mit denen die Hamburger zu Werke gehen, zumindest ab dem vierten Song recht abwechslungsreich.
Einige große musikalische Momente bieten – gleich neben dem Eröffnungsriff des Openers – beispielsweise dem letzten Drittel von „Final Avowal“, in dem nach einer kurzen doomigen Passage wie aus dem nichts ein überragend fieses Säge-Riff auftaucht, oder der Titelsong, der sich als nahezu tadelloses Beispiel für schnörkellosen und epischen Schwarzmetall einbrennt. Und auch wenn NEGATOR den Black Metal keineswegs neu erfinden und man die ein oder andere Reminiszenz an bekannte (90er-)Größen durchaus finden mag, so funktioniert „Panzer Metal“ doch allein dadurch, dass die Platte zwar gewöhnlich konzipiert, aber eben ziemlich gut ausgeführt klingt. Auch hat der Remedy-Haus-und-Hof-Produzent Eike Freese große Arbeit geleistet, in dem er so ziemlich das Optimum aus dem NEGATOR-Sound herausgeholt und die Platte verdammt passend ausgeschliffen hat. Wünschenswert wäre allerdings noch gewesen, wenn man das „lyrische Konzept“ auch musikalisch etwas weiter integriert hätte, wie dies kurz am Ende von „Scent Of Styrax“ mit dem Marschrhythmus geschehen ist.

Das große Problem, an dem „Panzer Metal“ krankt, mag für manchen kein Problem sein. Doch die insbesondere in den deutschen Titeln ziemlich leicht verständlichen Texte triefen derart vor fürchterlich platter Kriegsrhetorik, dass einem die Kotze im Munde zusammenläuft. Nicht nur, dass Zeilen wie „wütende Leidenschaft erneut entfacht, ein Fegefeuer der Raserei, unaufhaltsam […] wie ein Bataillon Panzer“ wie schales Bier schmecken, nein, auch billigste Grammatikfehler wie „wider der Dekadenz der neuen Neider“ haben sich in die stumpfen Verse eingeschlichen – ein klarer Fall von „gewollt und nicht gekonnt“. Den Vogel schießen „Alte Werte“ sowie der Titelsong ab, in dem es nochmal so richtig in die Vollen geht – der geneigte Leser möge sich die ganzen Texte beizeiten selbst zu Gemüte führen.

Sicherlich stören sich eine ganze Menge Hörer gewiss nicht an diesen eklatanten dichterischen Mängeln seitens NEGATOR. Wenn man in der Lage ist, das doch sehr prägnante Organ Nachtgarms mit den dazugehörigen verbalen Entgleisungen zu ignorieren, präsentiert sich „Panzer Metal“ als eine gekonnte Interpretation gradlinigen und doch relativ abwechslungsreichen Black Metals, auch wenn die Spielzeit ist für eine Vollpreis-CD mit knapp 37 Minuten ziemlich kurz ausgefallen ist. Höchstwertungen braucht man jedoch angesichts des merklich getrübten Gesamteindrucks nicht zu erwarten.

Bewertung: 6.5 / 10

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