CD-Review: Nile - Ithyphallic

Juli 2007

Besetzung

Karl Sanders - E-Gitarre, Gesang, Keyboard
Dallas Toler-Wade - E-Bass, Gesang
George Kollias - Schlagzeug

Tracklist

01. What May Safely Be Written
02. As He Creates, So He Destroys
03. Ithyphallic
04. Papyrus Containing The Spell To Preserve Its Possessor Against Attacks From He Who Is In The Water
05. Eat Of The Dead
06. Laying Fire Upon Apep
07. The Essential Salts
08. The Infinity Of Stone
09. The Language Of The Shadows
10. Even The Gods Must Die


Mehr als zwei Jahre ist es her, dass NILE mit „Annihilation Of The Wicked“ neue Maßstäbe in Sachen Death Metal gesetzt hat. Danach ging es erst einmal auf Tour, und dann direkt ins Studio. Und somit erschien im Juli 2007 das neue Werk der Amerikaner. „Ithyphallic“ sollte das gute Stück heißen.

Viel muss man zu NILE ja nicht mehr sagen. Sie sind eine der einflussreichsten Death Metal Kapellen der heutigen Zeit, und auch wenn sie ihren eigenen Style besitzen, sind sie technisch sehr vielen Bands weit voraus. Und das hört man auch auf „Ithyphallic“!

Sobald man die CD einlegt, erwartet man vor dem ersten Hören irgendwelche alten ägyptischen Sampels, Trompeten oder Melodien. Und genau so tritt es ein. Untermalt mit einem wirklich guten Schlagzeug-Sound von George Kollias, dem Mann hinter den Trommeln. Genau so wie man es von einer NILE-Produktion gewohnt ist. Nach knapp einer Minute geht das Gemetzel mit „What can be safely written“ erst richtig los. Man hört glasklare, sehr technische Gitarren-Riffs im NILE-Style, vereint mit dem gewohnt schnellen Gesang von Karl Sanders und Dallas Toler-Wade.
Das Stück enthält, einige, erbarmungslose aber gut durchdachte Tempowechsel. Diese erstrecken sich allerdings über das ganze Album, was nicht negativ ist. Im Gegenteil! So ist die Musik sehr abwechslungsreich und Aussagekräftig gestaltet. Und genau das ist es was dieses Album und NILE an sich ausmacht.

Mit „Even the Gods must die“, welches übrigens ein sehr schöner Titel für ein Lied ist, ist auch ein wirklich langer Song auf dem Album zu hören. Dieser geht nämlich exakt 10 Minuten. Und das ist für einen richtigen Death Metal Song schon sehr lange! Doch auch das meistern die Jungs mit Bravour. Es ist ein schöner, epischer Song, welcher vor Vielfalt nur so trotzt. Mitten im Lied wird es langsam Leise, und es erklingen schöne Trompeten und andere weiche ägyptisch klingende Sounds. Und direkt im Anschluss gibts wieder richtig auf die Nase, und diese kleinen Passagen sind im ganzen Song stellenweise verteilt. So macht das Zuhören Spaß.

”Papyrus Containing The Spell To Preserve Its Possessor Against Attacks From He Who Is In The Water” … ja. So heißt ein Song auf dem Album! Vielleicht der längste Songname den ich je gehört habe. Aber auch dieser Song hat es in sich. Es ist einfach ein technisches Gebretter aus Gitarren und genialen Drum-Parts. Der Song geht ist zwar relativ kurz, aber dafür sehr Stark.

Schleppend und sehr doomig geht es bei „Eat of the Dead“ zur Sache. Karl Sanders spielt dieses apokalyptische Intro auf seiner schön tief gestimmte Gitarre perfekt. Dabei entsteht eine sehr bedrückende Athmosphäre. Und wenn dann die Double-Bass einsetzt bekommt der Song einen wirklich sehr groovigen Charakter. Perfekt zum Augen-Schließen und genießen! Hier wurde alles richtig gemacht.

Was NILE hier zeigen ist wirklich Weltklasse! Die Produktion ist hervorragend, und könnte für eine Death-Metal Scheibe nicht besser sein.
Und wer gedacht hat, hier erwartet ihn ein zu sehr hervorgehobenes Schlagzeug, wie es bei „Annihilation Of The Wicked“ desöfteren der Fall war, irrt sich. Denn hier wurde alles bestens abgemischt sodass man jedes Instrument heraushören und auch fühlen kann. NILE haben mit „Ithyphallic“ den Genre-Kracher des Jahres veröffentlicht, der nicht nur für Fans der Band überaus interessant sein dürfte.

Redakteur: Maurice Gatz

Bewertung: 10 / 10

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