CD-Review: Nile - What Should Not Be Unearthed

Besetzung

Karl Sanders – Gesang, Gitarre
Dallas Toler-Wade – Gesang, Gitarre
Brad Parris – Bass
George Kollias – Schlagzeug

Tracklist

01. Call To Destruction
02. Negating The Abominable Coils Of Apep
03. Liber Stellae - Rubaeae
04. In The Name Of Amun
05. What Should Not Be Unearthed
06. Evil To Cast Out Evil
07. Age Of Famine
08. Ushabti Reanimator
09. Rape Of The Black Earth
10. To Walk Forth From Flames Unscathed


Nach 25 Jahren Bandgeschichte ist den meisten klar, was sie von NILE erwarten können: Technischen Death Metal allerhöchster Güte, der zudem mit unglaublicher Brutalität überzeugt. Auf den letzten Platten hatte sich diese Balance etwas in Richtung Tech-Death verschoben, was zu einigen Verstimmungen im Fanlager führte. Mit ihrem neunten Album „What Should Not Be Unearthed“ will die Truppe um Karl Sanders wieder direkter und brutaler zu Werke gehen – ein hehrer Vorsatz.

Dabei wissen Fans der Truppe aus South Carolina Adjektive wie „geradlinig“ und „anti-technisch“ selbstverständlich in den Bandkontext einzuordnen, obgleich diese automatisch dadurch relativiert werden, dass die Herren  ihr neuestes Werk selbst mit diesen charakterisieren. Und doch machen schon die ersten beiden Tracks „Call To Destruction“ und „Negating The Abominable Coils Of Apep“ deutlich, dass NILE auf ihrem neuen Album tatsächlich ihre Attacken auf die Ohren der Hörer deutlich direkter reiten. Mitreißende Melodien vermischen sich mit fetten Riffs, die selbstverständlich wie gewohnt in Höchstgeschwindigkeit dargeboten werden.
Unterstrichen wird dies zusätzlich durch „Libar Stellae – Rubaeae“, einen Song, der den Fokus der Platte exemplarisch verkörpert: So sehr die technische Präzision natürlich weiterhin vorhanden ist, so sehr konzentriert sich „What Should Not Be Unearthed“ auf Groove, Kontinuität und Flow.
Getragen wird dieser von den – wie immer – meisterhaft gespielten Gitarren, die mit ihrem Palm-Mute-Donner dem Hörer das Gefühl geben, von einem Bulldozer plattgewalzt zu werden. Dabei werden die NILE-typischen Läufe als Verbindungsstücke genutzt, anstatt der Fokus zu sein, was es Schlagzeugermonster George Kollias erlaubt, den Songs zusätzliche Akzente zu verleihen. Und mit „In The Name Of Amun“ hat sogar ein Quasi-Doom-Track (für NILE-Verhältnisse) seinen Weg auf „What Should Not Be Unearthed“ gefunden, bei dem zudem die typisch ägyptische Instrumentierung glänzend zur Geltung kommt.

Und so kommt man unterm Strich nicht umhin festzustellen, dass NILE auf ihrer neuen Platte in der Tat simpler zu Werke gehen und schneller zum Punkt kommen – wobei die Truppe selbstverständlich immer noch hochgradig technisch agiert. Auffällig ist zudem, dass sich die Band auf „What Should Not Be Unearthed“ deutlich fokussierter und leichter verdaulich präsentiert, ohne die gewohnte Brutalität vermissen zu lassen. Für Fans wie Neueinsteiger absolut empfehlenswert.

Bewertung: 8 / 10

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