CD-Review: Örnatorpet - Hymner Från Snökulla

  • Veröffentlichung: 2019
  • Label: Nordvis
  • Spielart: Ambient
Besetzung

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Tracklist

01. Preludium – Gryning
02. Över Frusen Mark – I 03. Över Frusen Mark – II 04. När Gnistrande Snöflingor Falla – I 05. När Gnistrande Snöflingor Falla – II 06. Månen Vandrar Sin Tysta Ban 07. Snön Lyser Vit På Fur Och Gran 08. I Glänsande Skare Kring Knottriga Enar 09. Älvorna Dansa Över Isen 10. Postludium – Midnatt Råder


Nicht viel ist bekannt über ÖRNATORPET, abgesehen davon, dass es der Name eines schwedischen Dungeon-Synth-Projektes ist. Wer eigentlich dahintersteckt, ist selbst durch eine Internetrecherche nicht zu eruieren. Was sich jedoch schnell herausfinden lässt, ist, dass unter diesem Namen allein im Jahr 2018 mehrere Alben veröffentlicht wurden – ein beachtlicher Output, mag es sich dabei auch um eher simple, rein instrumentale Stücke handeln. Für den Release seiner neuesten Platte „Hymner Från Snökulla“ konnte sich ÖRNATORPET einen Platz im Roster von Nordvis Produktion sichern, einem Label, das in der Vergangenheit ein Händchen für ansprechende, Keyboard-basierte Musik unter Beweis gestellt hat. Tatsächlich macht das Album zwischen den Frühwerken von Summoning und Lustre gar keinen schlechten Eindruck.

Wirft man einen Blick auf das winterliche, aber keineswegs unwirtliche oder desolate Bild, welches das Albumcover ziert, bekommt man bereits eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie „Hymner Från Snökulla“ klingt: angenehm kühl, geruhsam, leuchtend hell und auch ein kleines bisschen geheimnisumwittert. Genügsamkeit ist die Devise, nach der sich ÖRNATORPET in seinen konsequent gesangslosen Musikstücken richtet. Die fehlenden Vocals werden hier nicht etwa durch eine Vielfalt an Instrumenten kompensiert, sondern es wird ausschließlich auf dem Keyboard musiziert. Doch auch kompositorisch verzaubern die Tracks gerade aufgrund ihrer Bescheidenheit. Anstatt Schichten über Schichten aufzutürmen und den Hörer damit zu bedrängen, hält sich ÖRNATORPET beim Songwriting gezielt zurück.

Nichtsdestotrotz wird im Verlauf des Albums eine Vielzahl an Möglichkeiten ausgereizt, die sich beim Einsatz synthetischer Tastenklänge anbieten. So wirken manche Stücke in ihrem Minimalismus geradezu meditativ („Över Frusen Mark – I“), wohingegen andere ein wenig verspielter und fließender arrangiert sind, wie ein eleganter Tanz durch eine wundersam funkelnde Schneelandschaft („Älvorna Dansa Över Isen“). Von den finsteren Kerkergewölben, die den zumeist eher beklemmenden Klangwelten des Dungeon Synth ihren ominösen Namen verleihen, hält sich ÖRNATORPET auf „Hymner Från Snökulla“ dezidiert fern.

Eine gewisse Mystik haftet den wohlklingenden Nummern trotzdem an – allen voran „I Gläsande Skare Kring Knottriga Enar“, das mit seinen grazilen Tonfolgen das absolute, mit gerade mal zwei Minuten Laufzeit leider viel zu kurze Highlight der Platte darstellt. Dem Charakter der Musik entsprechend wartet das 50-minütige Album außerdem mit einem wunderbar reichhaltigen und kristallklaren Sound auf. Dass ein paar der Songs wie etwa das abschließende „Postludium – Midnatt Råder“ eine Spur zu einlullend geraten sind, ist letzten Endes der einzige Negativpunkt, den man ÖRNATORPET vorhalten kann.

Besonders zum Ende hin merkt man, dass auf „Hymner Från Snökulla“ noch ein bisschen mehr möglich gewesen wäre. Bis auf „I Gläsande Skare Kring Knottriga Enar“ und „Älvorna Dansa Över Isen“ gibt es im Verlauf der Platte nämlich keine allzu großen Überraschungen. Dennoch ist ÖRNATORPET hiermit eine im wahrsten Sinne des Wortes traumhafte Sammlung instrumentaler Kompositionen gelungen, die selbst in ihren geringfügig langatmigeren Abschnitten ein schönes, kohärentes Bild abgibt. Letzteres zeigt sich vor allem in den zweiteiligen Stücken, die melodisch miteinander verbunden sind. Aufgeschlossene Dungeon-Synth-Fans, die auch helleren Klangfarben nicht abgeneigt sind, sollten hier ohne zu Zögern zugreifen.

Bewertung: 8 / 10

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