Review Peace Of Mind – Blood Is The Price

Aus Sonneberg in Thüringen schicken PEACE OF MIND ihr zweites Album in die Welt – und das mit der Subtilität eines Vorschlaghammers. Seit ihrer Gründung 2015 hat die Band über 300 Shows in Europa, Großbritannien und den USA gespielt, dazu Touren mit Hardcore-Schwergewichten wie TERROR und SPEED absolviert. Nun folgt mit „Blood Is The Price“ der zweite Longplayer – ein kompromissloses Hardcore-Statement.

Schon der Opener „Burned Alive“ macht klar, worum es geht: druckvolles Midtempo, wuchtiges Drumming, messerscharfe Riffs. Direkt danach zieht der Titeltrack das Tempo an. Gemeinsam mit Jem Siow (SPEED) wird hier ein echter Joint-Track präsentiert, der das „Network of Friends“-Gefühl aus der Szene hörbar transportiert. Mit „Born To Lose“ geht es weiter geradeaus, bevor „Death Is Upon Us“ in nicht einmal zwei Minuten die pure Grindcore-Wut entfesselt. Überhaupt bleibt die Platte mit zehn Songs in 26 Minuten extrem kompakt – selbst nach Hardcore-Maßstäben.

Dass Kürze nicht Gleichförmigkeit bedeutet, beweist vor allem „Fear Shapes All“, der längste und zugleich stärkste Song der Platte. „Seek The Light“ und „Bite The Bullet“ führen die rohe Linie fort, bevor mit „Hypocrite“ die nächste Überraschung wartet: Emely Finke von BLOSSOM DECAY steuert eine Gaststimme bei und verstärkt die Aggression. Auch „Cut The Rope“ mit Gregor Leskey (RISK IT!) sticht hervor – nicht zuletzt, weil der Song schon von der ersten EP bekannt ist, hier aber ein 2025er-Update bekommen hat. Zum Schluss gibt es mit „Peace Of Mind“ einen weiteren Rückgriff auf frühes Material, das nun in frischer Produktion noch einmal ganz anders knallt.

Fronter Louis Wittmann überzeugt dabei durchgehend mit einer Stimme, die weniger melodiös als vielmehr Ausdruck von purer Wut und Energie ist. Auch instrumental bleibt alles auf Anschlag: Das Schlagzeug treibt erbarmungslos nach vorn, die Gitarren sägen präzise, der Bass pumpt stoisch darunter. Produziert wurde das Ganze in den The Pit Studios in Los Angeles von Taylor Young, bekannt für seine Arbeit mit Bands wie NAILS oder TWITCHING TONGUES. Das Ergebnis: ein massiver, gleichzeitig klarer Sound, der die rohe Energie der Songs optimal einfängt.

Revolutionär ist das nicht, und das will es auch gar nicht sein. Was „Blood Is The Price“ fehlt, ist vielleicht der ganz große Ohrwurm, der sich dauerhaft im Kopf festsetzt. Dafür liefert das Album ein aggressives, dichtes Hardcore-Brett ohne Durchhänger. PEACE OF MIND erfinden Hardcore nicht neu, aber sie spielen ihn mit solcher Überzeugung und Wucht, dass man „Blood Is The Price“ nur laut aufdrehen kann. Ein starkes Album, das Szene-Fans sofort abholen dürfte.

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Wertung: 8 / 10

Christoph Emmrich

Publiziert am von

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