Das Cover von "Wrath Of The Gods" von Sceptor

Review Sceptor – Wrath Of The Gods

  • Label: Metalizer
  • Veröffentlicht: 2025
  • Spielart: Heavy Metal

In ihrer ersten Besetzung hielten SCEPTOR gerade mal fünf Jahre lang und lösten sich 2014 nach nur einem Album wieder auf. Fünf Jahre später wagte die Truppe den Neustart und konnte damals sogar den Amerikaner Bob Mitchell von den US-Metal-Veteranen ATTACKER am Gesang verpflichten, mit dem sie ihr Comeback-Werk „Rise To The Light“ aufnahm. Auch diese Besetzung hielt nicht lange, weshalb ihre neue Platte „Wrath Of The Gods“ abermals mit anderem Personal eingespielt wurde. 2025 hat nun also Florian Reimann, u. a. bekannt von GOBLINS BLADE, bei SCEPTOR das Mikro übernommen.

SCEPTOR machten bereits auf „Rise To The Light“ keinerlei Hehl aus ihrer Liebe zum klassischen US-Metal und vier Jahre später ist diese Zuneigung so stark wir eh und je. Die mitteldeutsche Truppe klingt dank des äußerst stimmigen Gesangs ihres neuen Frontmanns sowie der durchweg starken Riffs ab dem Opener „Legion“ wie eine US-Band der frühen 80er. Man muss der Band dabei neidlos zugestehen, dass sie diesen Sound durch und durch verstanden hat. Es dürfte schwierig werden, eine andere Gruppe aus der Bundesrepublik zu finden, die so originalgetreu nach der Sturm-und-Drang-Phase von Genre-Größen wie VICIOUS RUMORS oder JAG PANZER klingt.

Originell ist das freilich nicht, aber es ist maximal glaubwürdig und das Ergebnis dieser Verneigung vor den Urvätern des US Power Metal kann sich durchweg hören lassen. SCEPTOR haben für „Wrath Of The Gods“ neun wirklich gelungene und durchdachte Heavy-Metal-Songs geschrieben, die zuvorderst von großartigen Riffs leben und ein tolles Gleichgewicht aus metallischem Druck und erhabener Eingängigkeit bieten – als beste Beispiele eignen sich Tracks wie „Slave Of Power“, „Poseidon“ und das abschließende „Throne Of The Damend“.

Weil das Gesamtbild so stimmig ausfällt, stören auch die kleinen Schönheitsfehler von „Wrath Of The Gods“ nur marginal. Klar, im Studio hätte man aus den Songs mit einer etwas aufwändigeren Produktion – vor allem Schlagzeug und Gitarren lassen den angemessenen Druck vermissen – noch mehr herausholen können. Auch die Leadgitarren erwecken nicht selten den Eindruck, als würde der zuständige Saitenakkrobat etwas über seinen Möglichkeiten spielen. Das alles fällt bei mehrmaligem Hören auf und es geht vermutlich besser, es ändert aber nichts daran, dass SCEPTOR mit ihrer neuen Platte ein insgesamt ziemlich gelungenes Heavy-Metal-Album geschaffen haben.

SCEPTORs deutlichstes Alleinstellungsmerkmal ist und bleibt ihr Hang zum US-Metal-Sound der frühen 80er. Während die Truppe damit insgesamt auf ausgetretenen Pfaden wandelt, hebt sie sich so doch zumindest von der einheimischen Konkurrenz deutlich ab und man nimmt den Herren ihre Freude an diesem Sound uneingeschränkt ab. Mit „Wrath Of The Gods“ liefert die Band in abermals runderneuerter Besetzung ein durchweg solides Album ab, das fest im Underground verwurzelt ist und mit dem die Truppe vor allem bei Fans des amerikanischen Power Metal offene Türen einrennen dürfte. Immer weiter so!

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Wertung: 7.5 / 10

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