Review Shakra – 33 – The Best Of

  • Label: AFM
  • Veröffentlicht: 2014
  • Spielart: Hard Rock

Wenn das Hamburger Label AFM ein Best-of macht, kann man sich auf eines verlassen: Es wird geklotzt und nicht gekleckert. Das gilt auch für die jetzt erscheinende Werkschau der Schweizer Hard Rocker SHAKRA, die den Titel „33 – The Best Of“ trägt, sinnigerweise 33 Tracks bietet und damit auf zwei vollgestopften CDs eine Spielzeit von über zweieinhalb Stunden bietet. Masse gibt es also – aber auch Klasse?

Ja, keine Frage. SHAKRA hatten immer das Pech, ein wenig im Schatten der beiden anderen großen Schweizer Hard-Rock-Bands zu stehen – und sich gegen den etwas kauzigen Charme von Krokus oder die radiotauglichen Melodien von Gotthard durchzusetzen, ist auch kommerziell nicht immer einfach. Wenn man sich aber „33 – The Best Of“ durchhört, kann man die großen Stärken von SHAKRA sofort bemerken: Ihre Musik ist dynamisch, eingängig und biedert sich doch (fast) nie beim Hörer an („For The Rest Of My Days“ ist eine der Ausnahmen). Das ist und bleibt Hard Rock in Reinkultur, genau so, wie er sein soll und das seit inzwischen 24 Jahren.

Entsprechend breit gefächert ist die Auswahl der Songs auf dem Best-of. Jedes Studioalbum der Band wird bedient, vom Debüt „Shakra“ bis zum aktuellen Output „Powerplay“. Die Anzahl der Songs variiert dabei zwischen zwei und fünf. Etwas überraschend ist dagegen die Anordnung geraten: Die Lieder sind mit Ausnahme des Anfangs nahezu rückwärtig chronologisch auf die CD gepresst worden, sodass die ersten zwölf Tracks allesamt von der Stimme des jüngsten (und inzwischen leider wieder ehemaligen) Sängers John Prakesh geprägt sind. Unter ihnen befinden sich übrigens auch drei komplett neue Songs, die auf einem Best-of eine gute Dreingabe sind, sich aber eher unauffällig in „33 – The Best Of“ einfügen.

Nach der Prakesh-Ära geht es strikt chronologisch in die Vergangenheit von SHAKRA. In dieser Aneinanderreihung fällt der Unterschied zwischen John Prakesh und dem eigentlich Stil prägenden Sänger Mark Fox übrigens lange nicht so sehr auf wie der zum ersten Sänger Pete Wiedmer, der mit den letzten Tracks „33 – The Best Of“ abschließt. Sehr gut nachvollziehen kann man in diesem Rückwartsgang dagegen die musikalische Entwicklung, die abnehmende Aufnahmequalität und die etwas weniger ausgefeilteren Arrangements, während man sich von den neuen zu den alten Liedern durchhört.

Kurzum: SHAKRAs Best-of ist jedem Genrefan zu empfehlen, der diese Band noch zu wenig kennt – und wer das nicht tut, sollte es ohnehin ändern. Für Freunde des straighten Hard Rocks ist SHAKRA der schweizerischen Konkurrenz ohnehin überlegen, sei sie auch noch so erfolgreich.

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Publiziert am von Marc Lengowski

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