CD-Review: Subway To Sally - Schwarz In Schwarz

Besetzung

Eric Hecht - Gesang, Dudelsack, Flöte
Michael Boden - Gesang, Akustikgitarre, Drehleier, Geyerleier
Michael Simon - Gesang, Akustikgitarre, Trumscheit
Ingo Hampf - E-Gitarre, Akustigitarre, sowie verschiedene weitere Saiteninstrumente
Silke Volland - Violine
Silvio Runge - Bass
Simon Michael Schmitt - Schlagzeug, Percussion

Gastmusiker:
Andreas Spindler – Dudelsack, Flöte, Zourna, Shalm
Anke Spindler – Geige, Harfe, Nickelharfe
Fabio Trentini – Bass, 12 saitiger Bass, Chapman Stick, Minimoog
Nora Thiele – Percussion
Marco Roth – Trompete

Tracklist

01. Das schwarze Meer
02. Schlagt die Glocken
03. Kämpfen wir!
04. Bis in alle Ewigkeit
05. Nichts ist für immer
06. Ins Dunkel
07. Wo Rosen blüh'n
08. Tausend Meilen
09. Mir allein
10. Am Ende des Wegs
11. MMXII
12. Alles oder nichts (Bonustrack)


SUBWAY TO SALLY haben einiges gut zu machen. In Anbetracht ihrer langen Bandgeschichte, vieler hervorragender Alben, herausragender Songs, und nicht zuletzt ihres unbestreitbaren Ruf als hervorragende Live-Band war das letzte Album „Kreuzfeuer“ mehr als nur eine herbe Enttäuschung. Auch wenn es auf Platz 5 in den deutschen Charts einsteigen konnte, war das Album qualitativ zum großen Teil schockierend schwach: Uninspiriert, zerfahren, bis auf wenige Ausnahmen beliebig und austauschbar vergraulte die Band einen nicht geringen Teil ihrer treuen und stetig wachsenden Fanschar.
Die Aussagen zum Nachfolger und elftem Studioalbum „Schwarz in Schwarz“ konnten durchaus als Reaktion darauf interpretiert werden: Der geneigte Fan durfte ein Album für die „schwarze Szene“ erwarten, eine Rückbesinnung auf den sorgsam entwickelten Band-Sound, eine Art Best-Of in neuen Stücken. War „Kreuzfeuer“ also nur ein Ausrutscher? Die Antwort darauf lautet eindeutig: Ja, und SUBWAY TO SALLY können es noch – oder besser gesagt wieder.

Die Atmosphäre und die kohärente Struktur welche dem Vorgänger abging und die vorhergehenden Alben auszeichnete ist wieder da. Bereits der Opener „Das schwarze Meer“ lässt erahnen wohin die Reise geht: Die seit „Engelskrieger“ dominanten verzerrten Gitarrenriffs verbinden sich mit dem wiedergefundenen klassischen Instrumenten von „Bastard“, die Songstrukturen wirken bekannt, werden aber in entscheidenden Nuancen so variiert, dass man nicht von Selbstkopie sprechen kann. Das gemeinsame Songwriting aller Bandmitglieder geht hier voll auf, und das gesamte Album ist gespickt mit packenden Melodien, Ohrwürmern und nachdenklichen Texten – dass diese auch oft enorm pathetisch ausfallen sollte bei SUBWAY TO SALLY nicht verwundern, ist dies doch teil des Konzepts.

Im Gegensatz zum Vorgänger, auf welchem hauptsächlich die schnelleren Stücke funktionierten und der deutlich poppiger ausgerichtet war, präsentiert sich „Schwarz in Schwarz“ auch hier als eine Rückbesinnung nach vorn: Abgesehen vom sehr pop-rockigen „Nichts ist für immer“, welcher auch auf einem beliebigen Deutschrock-Album nicht wirklich auffallen würde, dominieren fett produziert Metal-Riffs und traditionelle Instrumente. Die Balladen funktionieren genauso wie die schnellen Songs, die Verbindung der verschiedenen Stile der Bandgeschichte funktioniert hier nahezu perfekt. Auch die Balladen wirken, im Gegensatz zu den halbfertigen und Stückwerk-artigen ruhigen Nummern von „Kreuzfeuer“, schlüssig, atmosphärisch und mitreißend.
Besonders hervorzuheben sind, neben dem bereits erwähnten Opener, das stark an „Herzblut“ erinnernde „Wo Rosen blüh’n“, welches in Fankreisen sicherlich bald zu einem neuen Lieblingsstück wachsen wird, sowie der rifflastige Abschlußtrack „MMXII“. An diesem ist vor allem hervorzuheben, dass die Band hier endlich mit dem beinahe lästig gewordenen Bombastballaden-Schluss ihrer Alben bricht.
Sicherlich, einige Passagen sind ein wenig zu platt instrumentiert, die große Abwechslung fehlt, und ab und an ist textlich zu viel Pathos vorhanden – das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass SUBWAY TO SALLY mit „Schwarz in Schwarz“ zu alter Stärke zurückkehren, ihren Sound nahezu perfektioniert haben und ihr bestes Album seit „Engelskrieger“ abliefern. Sowohl die „schwarze Szene“ als auch der geneigte Metal-Fan kann also aufatmen.

Bewertung: 8 / 10

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