CD-Review: Suicide Silence - You Can´t Stop Me

Besetzung

Eddie Hermida – Gesang
Chris Garza – Gitarre
Mark Heylmun – Gitarre
Dan Kenny - Bass
Alex Lopez – Schlagzeug

Tracklist

01. M.A.L.
02. Inherit The Crown
03. Cease To Exist
04. Sacred Words
05. Control
06. Warrior
07. You Can't Stop Me
08. Monster Within
09. We Have All Had Enough
10. Ending Is The Beginning
11. Don't Die
12. Ouroboros


Die tragischen Hintergründe für die Neuausrichtung von SUICIDE SILENCE sind bekannt. „You Can´t Stop Me“ ist das erste Album mit dem neuen Frontmann Eddie Hermida, welches gleich auf zwei Wegen eine Hommage an den verstorbenen Mitch Lucker ist. Zum einen ist der Titel aus Luckers lyrischem Nachlass ausgewählt, zum anderen zeigt er auch sein Selbstverständnis und das der Band. Man lässt sich auch vom Schlimmsten nicht aufhalten, sicherlich hätte das genau den Vorstellungen von Mitch entsprochen.

Genug der Vorrede, SUICIDE SILENCE sind jedenfalls drei Jahre nach dem letzten Album The Black Crown zurück und haben 40 ausgesprochen kompakte Minuten Musik im Gepäck. Kaum eine Nummer geht (deutlich) über vier Minuten, dafür wird das Programm wie gewohnt heruntergeschreddert. Keine Gefangenen ist weiterhin das Motto der Kalifornier, die auf technisch hohem Niveau durchs Land walzen.
Natürlich wird Fronter Eddie auf „You Can´t Stop Me“ genauer beäugt, aber ein Vergleich zu Lucker soll mal außen vorbleiben. Stattdessen kann man die sehr variable Stimme durchaus mal lobenswert erwähnen, Hermida keift, schreit und brüllt, was die Lunge hergibt. Interessant dabei: Es ist auffällig, dass er auf den musikalisch groovenden und somit langsameren Parts eher die volle Aggression auffährt. Als Kontrapunkt kommt bei den schnellen Passagen tendenziell tiefes Grunzen zum Einsatz, was natürlich auch kraftstrotzend ist, aber eben nicht so furchterregend wie das Keifen.
Klingt erst einmal alles ganz passabel und das ist es auch. Handwerklich gut, viel Power und stringentes Songwriting zeichnen „You Can´t Stop Me“ aus, ein kleines Quäntchen fehlt aber irgendwie. Auch wenn man sich erfolgreich bemüht, die Lieder abwechslungsreich zu gestalten, indem man zwischen den schnellen und groovenden Parts spielend leicht wechselt, bleibt ein echter, ein absoluter Hinhörer aus. Das gelingt Bands wie Heaven Shall Burn, die an sich ähnlich fokussiert sind, doch etwas anders, da findet man auf jedem Album eine handvoll echter Hits, an die man sich auch später noch genau erinnert. „You Can´t Stop Me“ ist ein Album, welches man sich gut von vorne bis hinten anhören kann, aber man sollte nicht erwarten, dass allzu viel hängen bleibt.

Alles in allem ist Hermida schon das neue Aushängeschild der Band. Er ist weder besser noch schlechter als Lucker, sondern schlicht anders. Das sollte man als Fan von SUICIDE SILENCE natürlich im Auge behalten, ansonsten bekommt man das geboten, was man von seinen Helden erwartet. Eine starke Platte, die sicher jede Autofahrt mit heruntergelassenen Fenstern zu einem Genuss machen kann, außer im Stau vielleicht.

Bewertung: 7 / 10

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